Der Preis für große Spieleproduktionen steigt seit Jahren, und nun zeigt sich deutlicher denn je, wie stark das die Spielerschaft spaltet. Analyst Mat Piscatella (Circana) beschreibt im Podcast Delayed Input, dass 80 Euro-Titel wie Ghost of Yotei zwar weiter gut laufen, aber fast ausschließlich bei Spielern, die es sich problemlos leisten können. Für alle anderen wird Gaming dagegen immer mehr zu einem Abwägen zwischen Hobby und Haushalt.
Was er beobachtet, klingt vertraut: steigende Mieten, teurere Lebensmittel, höhere Energiekosten. Wer jeden Euro zweimal umdrehen muss, spart zuerst bei Luxusgütern, und ja, dazu gehören auch PS5-Spiele.
“Quiet Inflation”: Wer’s nicht merkt, zahlt einfach weiter
Piscatella beschreibt das als „stille Inflation“. Nicht, weil sie geheim wäre, sondern weil einige sie schlicht nicht wahrnehmen. Wer finanziell entspannt lebt, kauft weiterhin neue PS5-Titel zum Vollpreis, gönnt sich vielleicht sogar eine Switch 2 dazu und zuckt nicht mal, wenn Hardware wieder teurer wird. Sony hat den Preis der PS5 mehrfacht erhöht, aber die kaufkräftige Zielgruppe stört das kaum.
Für Publisher ist das bequem: Die Käuferschicht, die 70 Dollar nicht fühlt, hält das AAA-Modell am Laufen.
Fortnite, Roblox & Co. gewinnen weiter
Auf der anderen Seite stehen jene, für die ein einzelnes 80 Euro-Spiel schlicht nicht mehr drin ist. Die Lösung sehen sie in Free-2-Play. Fortnite, Roblox, Genshin Impact – Titel, die wenig Einstiegshürden haben und trotzdem langfristig motivieren. Auch dort kann man viel Geld lassen, aber man muss es eben nicht. Und das reicht vielen.
Dazu kommt ein Trend, der nicht mehr weggehen wird. Selbst Nintendo tastet sich mit 79,99 Euro-Spielen nach oben vor. Wenn sogar Mario teurer wird, ist das ein ziemlich ehrliches Barometer dafür, wohin die Reise geht.
Gaming war nie wirklich billig, aber aktuell driftet der Markt sichtbar auseinander. Die PS5 bleibt im Premium-Segment erfolgreich, doch ein wachsender Teil der Community weicht auf kostenlose Alternativen aus. Nicht aus Überzeugung, sondern aus finanzieller Notwendigkeit. Für Publisher ist das ein Warnsignal. Für Spieler mit schmalem Budget längst Alltag.



Wer überwiegend Free2Play spielt, hat Gaming nie geliebt!
Die Lösung bieten die Konsolenhersteller ja teilweise selbst: Indies bis AA.
Und wenn ich mir anschaue, was Solo-Entwickler manchmal auf die Beine stellen in kürzerer Zeit und weniger Geld, aber dafür höherer Qualität…
Studios wie CDPR und andere Riesen könnten locker nebenher dutzende kleinere, aber gute Spiele produzieren.
Was machen Sie? Remakes und Remasters. OK, die werden meistens fremdvergeben, kostet aber auch nicht unerhebliches Geld.
Die Konzerne sind einfach ideologisch verblendet, sind gierig und kriegen immer öfter die Quittung dafür.