Mit Hotel Infinity wagt sich am 13. November ein Spiel auf die PS VR2, das Bewegung wörtlich nimmt. Statt den Joystick zu schubsen oder per Teleportation durch Räume zu springen, sollen Spieler tatsächlich laufen – im eigenen Wohnzimmer. Das Ziel ist eine natürlichere Immersion, ohne Kabelsalat oder Motion Sickness.
Was nach Spielerei klingt, ist technisch komplex. Das Studio hat die Erfahrung aus Manifold Garden genutzt, um kleine reale Räume riesig wirken zu lassen. Durch clevere Raumverzerrung und geschickte Portale wird aus einem 2×2-Meter-Bereich eine scheinbar endlose Hotellobby. Hieran zeigt sich, dass die VR-Technologie weiterhin Fortschritte macht. Ob sie damit den Massenmarkt erreicht, bleibt dennoch fraglich.
Die Illusion unendlicher Räume
Das größte Problem bei Roomscale-VR ist simpel: Niemand hat Platz für ein echtes Hotel. Hotel Infinity löst das mit „unmöglicher Geometrie“. Korridore und Säle falten sich buchstäblich ineinander, sodass du dich frei bewegst, während du in Wahrheit nur wenige Schritte machst. Damit das funktioniert, wurde die Welt auf ein 3×3-Raster aufgebaut, ein präzises System, das Portale perfekt ausrichtet und Übergänge unsichtbar macht.
Das Ergebnis ist verblüffend. Du öffnest ein Fenster, trittst auf einen Balkon und stehst plötzlich in einem neuen Raum, physisch jedoch immer im selben Quadrat deines Wohnzimmers.
Komfort statt Chaos
VR will immersiv sein, darf aber nicht überfordern. Deshalb ist das Pacing von Hotel Infinity bewusst ruhig. Rätsel lockern den Bewegungsfluss auf, geben dem Körper Pausen und verhindern Schwindel. Auch an praktische Probleme wie wiederholte Drehungen oder Kabelverheddern wurde gedacht, denn die Levelstruktur zwingt dich nie in permanente Kreisbewegungen, sondern führt dich elegant durch das virtuelle Gebäude.
Hotel Infinity zeigt, dass VR-Erlebnisse nicht von der Größe des Zimmers abhängen, sondern vom Design. Der Ansatz klingt spannend, doch die grafische Umsetzung bleibt hinter den Ideen zurück, denn der erste Trailer offenbart eine Optik, die weit von Fotorealismus oder echter Immersion entfernt ist. Trotzdem beweisen Projekte wie Hotel Infinity, dass es auch abseits von Sonys inzwischen eher stiefmütterlich behandelter PS VR2 noch kreative Köpfe gibt, die aus der begrenzten Technik das Maximum herausholen wollen.


