id Software: DOOM-Entwickler dementiert Studio-Kahlschlag

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Mark Tomson
Managing Director von PlayFront. Mark Tomson prägt die Vision einer unabhängigen PlayStation-Berichterstattung. Sein Fokus: Technische Analysen, Hardware-Evolution und die strategische Einordnung der Gaming-Industrie. Er steht für...
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id Software verliert durch Xbox-Entlassungen über 136 Mitarbeiter. Kreativdirektor Hugh Martin verteidigt die Teamgröße und den Status der DOOM-Entwicklung.

id Software hat trotz der jüngsten Xbox-Entlassungswelle nach eigenen Angaben die Kernmannschaft für die Entwicklung von DOOM und der hauseigenen Grafik-Engine id Tech stabil gehalten.

Creative Director Hugh Martin widersprach in einem aktuellen Livestream Berichten, wonach das Studio in Texas auf 50 Mitarbeiter geschrumpft und funktionsunfähig sei. Laut Martin entspricht die aktuelle Teamgröße der Belegschaft aus dem Jahr 2016, als das DOOM-Reboot erschien. Damals beschäftigte das Studio rund 200 Entwickler.

Bestätigte Kündigungen widersprechen der PR-Linie

Die offiziellen Zahlen der US-Behörden zeichnen ein anderes Bild als die Statements des Managements. Regierungsdokumente belegen, dass id Software in der vergangenen Woche allein am Hauptstandort in Richardson 96 Mitarbeiter entlassen hat. Hinzu kommen 40 gekündigte Remote-Angestellte sowie ein personeller Aushub im deutschen Satelliten-Studio in Frankfurt am Main. Ein Verlust von mindestens 136 Arbeitsplätzen lässt sich bei einer vermuteten Studio-Größe von ehemals 300 bis 400 Leuten nicht spurlos abfedern.

Das Management versucht, den massiven Einschnitt über interne Kooperationen zu kaschieren. Martin verwies darauf, dass id-Tech-Ingenieure weiterhin in Frankfurt und beim Schwesterstudio MachineGames sitzen. Die physische Trennung und der Verlust von langjährigem Know-how werden in der Argumentation ignoriert. Das ist klassische Schadensbegrenzung für die Aktionäre.

id Tech bleibt der kritische Faktor

Die id Tech-Engine gilt seit Jahrzehnten als das technische Fundament von Bethesda. Eine Schwächung dieses Teams trifft nicht nur das nächste DOOM, sondern verzögert Lizenzprojekte innerhalb des gesamten Xbox-Kosmos. Wenn Entwickler entlassen und Teams über Studios hinweg fusioniert werden, leidet die Effizienz. Die Behauptung, alles laufe normal weiter, ist unlogisch.

PC-Spieler und Konsoleros kennen die Konsequenzen aus der jüngeren Vergangenheit. Unfertige Spiele und schlechte Performance-Optimierungen zum Launch sind oft die direkte Folge von personellem Kahlschlag in den Engine-Teams. Wer die Werkzeuge nicht mehr versteht, baut Fehler ein.

Die Beruhigungspillen von id Software greifen zu kurz. Ein Studio verliert nicht über ein Drittel seiner Belegschaft, ohne an Produktivität und Qualität einzubüßen. Die Wartezeiten auf das nächste DOOM werden sich vermutlich verlängern. Ob die gewohnte technische Brillanz und die extrem hohen Bildraten der id Tech-Engine bei zukünftigen Releases gehalten werden können, muss sich nach diesem Wissensverlust erst beweisen. Skepsis ist angebracht.

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