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Im Interview mit Peter Pyzera – Gewinner & Rennfahrer in der GT Academy
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Im Interview mit Peter Pyzera – Gewinner & Rennfahrer in der GT Academy

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Es ist so ziemlich genau ein Jahr her, dass die GT Academy nach einem weiteren potenziellen Profi-Rennfahrer gesucht hat. Das Deutschlandfinale 2012 brachte 12 der schnellsten Gran Turimso-Fahrer Deutschlands hervor, worunter sich einer – Peter Pyzera – später als der Beste unter ihnen beweisen sollte.

Doch wie ging es danach weiter? Was erwartete die Teilnehmer im Race Camp in Silverstone, nach seinem Sieg dort und dem Moment, wo es nicht nur mehr darum ging, der beste Fahrer an der PlayStation zu sein, sondern der beste Fahrer im GT Sport zu werden? Das verriet uns Peter Pyzera am vergangenen Wochenende in einem exklusiven Interview; natürlich wieder bei der GT Academy 2013.

Wie aufregend das Leben als Rennfahrer ist und welche Herausforderungen hier vor einem liegen, das erfahrt ihr hier:

PF: Was geschah im Anschluss an das Deutschlandfinale am Nürburgring?

Pyzera: „Direkt nach dem Deutschlandfinale hatte man noch einmal ungefähr zwei Wochen Zeit alles vorzubereiten und abzuklären. Manche müssen ja arbeiten, so wie ich auch, so dass ich erst einmal Urlaub nehmen musste. Und ja, dann ging es ab nach Silverstone.“

PF: Wie war die Erfahrung im Race Camp in Silverstone, das man ja hier auch im TV verfolgen konnte und zum Teil den Eindruck einer Bundeswehrausbildung hinterließ.

Pyzera: „Der Wettkampf aus den 12 besten Fahrern dauerte fünf Tage, in denen es Schlag auf Schlag ging, mit verschiedenen Events und Veranstaltungen. Nach dem Sieg konnte ich erst einmal nach Hause, um dort alles auf die Rennfahrerausbildung vorzubereiten.“

PF: Wie hat denn dein Arbeitgeber darauf reagiert, dass du deinen Job so erprobt abbrechen möchtest, um jetzt Rennfahrer zu werden?

ppPyzera: „Auf meiner Arbeit waren sie zum Glück sehr human, so dass ich ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub nehmen konnte, solange bis das Rennen in Dubai im Januar stattfand. Da hatte ich wirklich das Glück, dass die das Ganze mitmachen. Dort war man auch wirklich stolz auf mich, dass es ein ganz normaler Mensch geschafft hat, die Chance ergreifen zu können, ein Rennfahrer zu werden. Das wollten die natürlich nicht bestrafen, sondern unterstützen, weshalb ich dann auch Urlaub bekomme habe und mich komplett auf die Ausbildung und das Rennen konzentrieren konnte.“

PF: Wie verlief deine Ausbildung in Silverstone, dem wohl wichtigsten Schritt zum Rennfahrer?

Pyzera: „Die GT Academy hat ja dort direkt an der Rennstrecke ihren Hauptsitz, wo es im Anschluss für drei Monate zu einem sehr intensiven Training hinging. Dort gab es Media-Training, sehr viel Sport und Fitness, aber natürlich auch Auto fahren; Manöver trainieren, bei Regen fahren, Training im Go-Kart, sowie musste ich schon acht kleine Rennen fahren, um die internationale Rennlizenz zu bekommen. Das Alles hat auch sehr gut geklappt, auch wenn es verdammt anstrengend war.“

„In Silverstone selbst haben die vier Gewinner der GT Academy 2012 – der europäische Gewinner aus Belgien, Wolfgang Reip, der russische Gewinner, Mark Shulzhitskiy, der USA Gewinner, Steve Doherty, und natürlich ich – für drei Monate in einem Haus in Silverstone Village gelebt. Dort mussten wir dann auch alles selbst machen, einkaufen und so, ja eben halt alles selbst managen. So war unser kleines Leben dort, das wir zusammen verbracht haben.“

PF: Haben die drei Monate Ausbildung in Silverstone ausgereicht, um dann quasi von Null auf Hundert im Rennsport durchzustarten? Der Schritt von der Konsole in ein echtes Rennauto ist ja schon gewaltig.

Pyzera: „Die drei Monate Ausbildung in Silverstone waren Anfang Dezember zu Ende und dann konnte man erst einmal wieder für vier Wochen nach Hause. Aber in den drei Monaten muss ich sagen, machte das Fahren auch nur ungefähr 10 bis 20 Prozent aus, der Rest besteht aus Sport, den Medien usw. Auch weil das Autofahren ja sehr teuer ist; man muss Rennen finden, die Strecke mieten und all diese Dinge. Das Autofahren an sich war wirklich sehr wenig, weshalb man eigentlich schon ein Top Autofahrer sein muss, um später nur noch zurechtgeschliffen zu werden. Man muss wirklich schon sehr talentiert sein, um aus einem ungeschliffenen Diamanten dann das tolle Endprodukt zu bekommen, wenn man so will.“

PF: Was war dein erstes großes Rennen, was du als Fahrer der GT Academy absolvieren musstest oder ging es für dich gleich nach Dubai?

Pyzera: „Ja, davor haben wir noch ein Nachtrennen auf dem Donington Park Racing Circuit gehabt, das über mehrere Stunden lief und bei dem wir im Nissan 370Z GT4 saßen; mit dem wir auch in Dubai gefahren sind. Das war eine sehr gute Vorbereitung darauf, eigentlich perfekt dafür, da dies auch ein ziemlich großes Rennen war. Aber das wirklich große Rennen war dann im Januar, das 24 Stunden Rennen von Dubai. Da waren so viele Teams dabei, alles war so unglaublich groß. Danach kam das nächste Highlight und das Nächste, zum Beispiel wo ich gefragt wurde, ob ich die GT3 fahren möchte, mit über 60 Autos und Top Teams wie Audi, Mercedes, Ferrari usw.; und wir dann mit dem Nissan GTR GT3 mittendrin.“

PF: Hast du in deinem ersten Jahr schon irgendwelche nennenswerte Titel gewinnen können?

Pyzera: „Wir sind zur Zeit von den ganzen Teams in der Pro RM Wertung Erster mit 80 Punkten, danach kommt Ferrari mit 79 Punkten und der Dritte hat nur noch 45 Punkte. Im Vergleich zum letzten Jahr, wo man das ebenfalls probiert hat, musste man das Ganze schon nach zwei Rennen abbrechen, weil man einfach zu schlecht war, aber dieses Jahr sind wir Erster. Und wenn man bedenkt, in welcher Zeit sich das so schnell entwickelt hat, kann man das eigentlich kaum glauben.“

pp (2)„Bei dem 24 Stunden von Spa, da waren wir dann Dritter, also Podiumsplatz, mit einem Auto, das eigentlich nicht so ganz konkurrenzfähig ist. Da hat sogar der Direktor von Nissan Global zu gesagt, das wäre das beste Ergebnis, was jemals in der GT Academy erzielt wurde. Das war schon ein Traum. Dann haben wir das zweite Rennen in Silverstone gewonnen; und wenn man bedenkt, in welcher Klasse man dort gestartet ist, dann ist das wirklich verrückt.“

PF: Was denkst du bringt die Zukunft für dich im Motorsport und bei der GT Academy?

Pyzera: „Demnächst steht noch das letzte Rennen dieser Saison an, das aus fünf Rennen besteht, sowie die 1000 Kilometer am Nürburgring, da wo auch die Formal 1 fährt. Da kämpfen wir dann um den Titel, da wir ja derzeit Erster sind und versuchen werden vor Ferrari zu bleiben. Dann ist die Serie vorerst vorbei, aber diese zu gewinnen wäre schon unglaublich. Direkt im ersten Jahr ein komplette Rennserie zu gewinnen, da kann man eigentlich gar nicht drüber nachdenken, das ist so unglaublich, wenn man bedenkt; vom PlayStation Spieler direkt in so eine Serie zu springen. Das ist so das, was als nächstes ansteht.“

PF: Was denkst du allgemein über die GT Academy, eine echte Chance oder nur Just for Fun mal schauen wie es läuft?

Pyzera: „Ich mach mal einfach mit, geht eigentlich nicht, da man unter den ganzen PlayStation-Spielern in Deutschland erst einmal unter die ersten 16 (12) kommen muss und es gibt genug „Verrückte“ da draußen, die den ganzen Tag Zeit haben PlayStation zu spielen. Man muss zunächst einmal in Gran Turismo wirklich gut sein und man muss gut Auto fahren können. Dieser Mix macht es aus. Aber die GT Academy ist wirklich eine Chance für jemanden, der vielleicht nicht so viel Geld hat oder eine Familie, die sein ganzes Leben unterstützt, von Go-Kart bis Formel 1 usw. Die GT Academy übernimmt das in gewisser Weise alles für einen. Aber das ist auch nur möglich, wenn man schon verdammt talentiert ist und genau das ist es auch, was die GT Academy versucht unter allen Teilnehmern herauszufiltern.“

PF: Wie waren deine persönlichen Voraussetzungen für die GT Academy? Hattest du schon Rennsporterfahrung?

Pyzera: „Bevor ich an der GT Academy teilgenommen habe, hatte ich noch nie eine Rennstrecke in echt gesehen, leider auch nicht als Zuschauer, sondern wenn überhaupt mal zu Hause vor dem TV. Aber das ich irgendwie mal in einem Rennwagen drin saß oder mal selbst gefahren bin, eigentlich nicht. Das Einzige mal vielleicht unter Freunden im Go-Kart gefahren, was so meine einzige Rennerfahrung vor der GT Academy gewesen ist. Das hat aber auch Vorteile, da die Chance sich hier zu verbessern dann sehr hoch ist.“

Wir bedanken uns bei Peter für dieses geradezu euphorische Interview und wünschen ihm viel Erfolg für die Zukunft.

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