Intergalactic: The Heretic Prophet – Werbung in der Galaxis oder galaktische Werbung?

Intergalactic: The Heretic Prophet – wo die Zukunft keine Grenzen kennt, außer den Sponsorenverträgen. Dystopie trifft Designermode, und das All ist nur der nächste Markt.

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Es war einmal in einer weit, weit entfernten Galaxis – pardon, in einem hoch budgetierten Entwicklerstudio – da beschloss man, die Zukunft mit einer großzügigen Portion Product Placement auszustatten. Willkommen in „Intergalactic: The Heretic Prophet“ von Naughty Dog, wo die Protagonistin Jordan in einem Porsche durchs All düst, Adidas-Sneaker trägt und ein Sony-CD-Wechsler (natürlich retro-futuristisch angepasst) melancholische Klänge der Pet Shop Boys schmettert. Ja, die Zukunft hat nicht nur Style, sondern auch Sponsoren.

Und warum? Weil es geht. Schon „Death Stranding“ und „Final Fantasy“ zeigten uns, dass futuristische Dystopien nicht komplett ohne die warme Umarmung bekannter Marken auskommen. Monster Energy? Natürlich. Nissin Cup Nudel? Logo. Warum also nicht auch ein bisschen Porsche-Ästhetik in der intergalaktischen Raumfahrt? Schließlich möchte das Publikum ja auch wissen, welche Autos in einer Welt voller Warp-Antriebe und Antigravitationsfeldern noch „in“ sind.

Das kreative Argument: Es ist kein Werbespot, es ist Kunst!

Natürlich gibt es die kreative Rechtfertigung: Product Placement verankert die Fantasie in der Realität, macht das Unbekannte greifbarer. Drei Streifen auf einem Schuh sagen mehr als tausend Worte – nämlich: „Hey, auch in einer dystopischen Zukunft bleibt dein Markenbewusstsein relevant!“ Und mal ehrlich, was wäre glaubwürdiger, als ein Raumschiff mit Porsche-Logo? Es ist immerhin logisch, dass Luxusmarken das All erobern, bevor die Menschheit es tut.

Aber Hand aufs Herz: Ist es wirklich Kreativität, wenn Jordans Raumschiff in makellosem Metallic-Look „Porsche 9000“ prangt, während „It’s a Sin“ aus den Lautsprechern dröhnt? Oder ist das einfach nur die spielerische Version eines Pop-up-Banners? Vielleicht hätte man die Botschaft auch subtiler vermitteln können – aber Subtilität verkauft nun mal keine Sneaker.

Werbung als Schmiermittel der Immersion?

Tatsächlich kann Product Placement eine seltsame Form der Geborgenheit erzeugen. Ein bekanntes Logo hier, ein vertrauter Song da – und plötzlich fühlt sich der Zuschauer, als wäre die Zukunft gar nicht so fremdartig. „Das kenne ich!“ denkt man sich, während Jordan in ihren Adidas durchs Raumschiff flitzt. Ist das genial, bizarr oder einfach nur ein Wink mit dem galaktischen Werbezaunpfahl? Wahrscheinlich alles zusammen.

Fazit: „Intergalactic: The Heretic Prophet“ zeigt uns eine Zukunft, die weniger von Visionären als von Marketing-Strategen gestaltet wurde. Aber hey, solange das Raumschiff fliegt und die Beats stimmen, wer will sich da beschweren? Bleibt zu hoffen, dass besagte Marken auch 2027 noch „hip“ genug sind – dem spekulierten Release-Datum des Spiels, falls die Entwickler bis dahin nicht von einem Adidas-Raumschiff überrollt werden.

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Piller
1 Jahr zuvor

Jaguar hätte von mir aus besser gepasst als Porsche 😉

ericerule
1 Jahr zuvor
Reply to  Piller

Aehm nein eben nicht. Guck mal die 80er Modelle von Porsche und Jaguar an. Jaguar war eine absolute Altherren Marke damals. Während die Porsches besonders mit den Klappscheinwerfern, sportlich und futuristisch wirkten.

McFly
1 Jahr zuvor

In diesem Fall passen die Marken , da 80er Style. Wirkt auch realistisch, da es ja in der echten Welt spielt und keinem fantasy Setting. Klar machen sie das wegen der Kohle, solange wir aber deshalb keine Werbe Einblendungen sehen, geht’s ja noch. Trotzdem dachte ich wir bleiben die nächste Zeit noch davon verschont….zumindest in vollpreis Titeln!

Crydog
1 Jahr zuvor

Und später wird es aus den store genommen wegen ausgelauffenen Lizenzen

Cartman
1 Jahr zuvor
Reply to  Crydog

Wer das Spiel in den 5 Jahren nicht kauft, wird es später auch nicht mehr kaufen. Außer natürlich crydog, der noch jetzt den alten PS4 Spielen hinterherhechelt.

Last edited 1 Jahr zuvor by Cartman
hanswurst
1 Jahr zuvor
Reply to  Cartman

schwachsinn…. gibt genug spiele die sich nach jahren noch verkaufen. wie viele leute fangen heute oder morgen z.b. mit pc gaming an und kaufen sich zum ersten mal half life oder half life 2? wie viele fangen mit gaming an und holen die bioshock reihe nach? wie viele bekommen ihre erste playstation und wollen jetzt mal wissen was dieses uncharted ist… oder final fantasy… resident evil…. klar weil keiner die ´´alten´´ spiele möchte, wird permanent alter scheiß aufgewärmt siehe sony (last of us, last of us 2, horizon, until dawn) aber klar… die original versionen die im falle von until dawn sogar weit besser sind und schöner aussehen kauf keiner mehr…. was ein käse

Crydog
1 Jahr zuvor
Reply to  hanswurst

Soweit denkt er nicht er kauft lieber zum x-ten mal eine Ramster

Cartman
1 Jahr zuvor
Reply to  Crydog

Was ist eine Ramster?

@Hanswurst und wieviele davon spielen die originalen Bioshock Spiele und nicht die Remastered Versionen?

Crydog
1 Jahr zuvor
Reply to  Cartman

Ich heule nicht litte big plant 3 ist kein gutes spiel aber allein für spiele prevesartation wäre es gut wenn der Titel noch erhalten wäre.
Auf andere seite muss man Sony nicht verstehen warum die ps one Klassiker als ps4 und dedizierte ps5 Version 2 mal geben muss.
Wahrscheinlich ist die ps5 Version die remaster Version der ps4 version eine ps one Spiels

Marcel Lunz
1 Jahr zuvor

Klar ist das product placement da brauchen wir nicht drüber reden aber finde das in diesem setting gar nicht mal so unangebracht.
Ob es das ins fertige Spiel schafft steht auch nochmal auf einen anderen Blatt…

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