Intergalactic: The Heretic Prophet – Yoshida war überrascht, dass man Uncharted hinter sich lässt

Shuhei Yoshida spricht über Naughty Dogs mutigen Schritt von Uncharted zu The Last of Us und teilt seine Gedanken zu Intergalactic: The Heretic Prophet.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Dass The Last of Us einmal zu einer der wichtigsten Marken der Videospielgeschichte werden würde, war selbst für einen erfahrenen Sony-Mann wie Shuhei Yoshida nicht selbstverständlich. Im Gespräch mit GameSpot verriet der ehemalige Indie-Chef von PlayStation, er sei überrascht gewesen, als Naughty Dog ankündigte, sich vom sicheren Erfolg der Uncharted-Reihe abzuwenden, um ein düsteres, emotionales Drama über den Zerfall der Menschlichkeit zu entwickeln. Nun möchte das Studio mit dem kommenden Intergalactic: The Heretic Prophet erneut mutig neue Wege einschlagen.

„Es war ein bisschen überraschend, dass Naughty Dog von Uncharted weg wollte – und dann auch noch etwas so Reifes machen wollte“, erinnert sich Yoshida. Während Uncharted für ihn ein „Sommer-Blockbuster für ein breites Publikum“ gewesen sei, habe The Last of Us von Anfang an einen viel ernsteren Ton angeschlagen.

Zweifel am Erfolg – und ein Volltreffer

Yoshida räumt ein, dass er zunächst skeptisch war. „Ich war ein wenig besorgt, dass wir zu sehr in eine Nische gehen, wenn wir so erwachsen und ernst werden“, sagt er. Schließlich galt Uncharted damals als das Paradebeispiel für cineastisches Mainstream-Gaming – charmant, actionreich, visuell beeindruckend. Ein Stil, der Millionen von Spielern ansprach.

Doch Yoshida unterschätzte die kreative Energie von Neil Druckmann und Bruce Straley, die damals bei Naughty Dog das Ruder übernahmen. Mit The Last of Us gelang dem Studio nicht nur ein erzählerischer Quantensprung, sondern auch ein emotionaler, der das Medium Spiele nachhaltig veränderte. „Am Ende hat ihr Handwerk ein so großartiges Spiel hervorgebracht, dass sie damit eine Marke geschaffen haben, die sogar größer wurde als Uncharted“, fasst Yoshida rückblickend zusammen.

Heute gilt The Last of Us als Synonym für erzählerische Tiefe und filmische Inszenierung, ein Vorbild für zahllose Studios weltweit. Und während Yoshida damals noch befürchtete, Naughty Dog könne sich mit dem düsteren Stoff verzetteln, wurde genau dieser Mut zu einer der größten Stärken des Studios.

Intergalactic und das Ende der Grafikjagd

Yoshida sprach auch darüber, dass Naughty Dog jetzt an ihrer völlig neuen Marke Intergalactic: The Heretic Prophet arbeitet, eine Rückkehr zur kreativen Freiheit, die das Studio einst so stark machte. „Ich bin sehr gespannt auf ihr neues Projekt“, sagt er.

Gleichzeitig zeigt sich Yoshida nachdenklich, was die Zukunft von PlayStation und technologischem Fortschritt betrifft. In einem weiteren Interview erklärte er, dass die sichtbaren Unterschiede zwischen Grafiktechnologien wie Raytracing oder HDR zunehmend verschwimmen.

Ein Satz, der sinnbildlich für Yoshidas Haltung steht: Technologie ist wichtig, aber ohne Mut zur Veränderung bleibt sie leer. Naughty Dog hat diesen Mut bewiesen. Und Yoshida? Er erkennt heute, dass genau dieser Sprung ins Ungewisse der Grund war, warum PlayStation nie stillgestanden hat.

Share This Article
What do you think?
Leave a comment.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
Checkbox
0 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
0
Dein Kommentar dazu interessiert uns!x