IO Interactive finanziert sein kommendes Koop-RPG „Project Fantasy“ nach dem geplatzten Publishing-Deal mit Microsoft vollständig aus eigener Kraft und schließt im Zuge dieser Umstrukturierung das Studio in Istanbul.
Das dänische Entwicklerstudio reagiert damit direkt auf den Rückzug von Xbox, die den Titel im Rahmen ihrer jüngsten Restrukturierungsmaßnahmen fallen gelassen haben. Um das ambitionierte Projekt ohne fremde Millionen zu stemmen, konsolidiert IO Interactive seine Ressourcen drastisch. Das bedeutet das Aus für das Studio in der Türkei und Entlassungen für das dortige Team.
Die Neuausrichtung von IO Interactive
Der Verzicht auf einen großen Publisher zwingt die Hitman-Macher zu einem harten Sparkurs bei Nebenprojekten. Das Management streicht sämtliche Pläne für externe Kooperationen sowie potenzielle Mobile-Ableger zusammen. Der Fokus liegt ab sofort ausschließlich auf den internen Kernmarken und der Fertigstellung von Project Fantasy. Das Studio wählt damit das finanzielle Risiko der totalen Unabhängigkeit.
Historisch gesehen ist dieser Schritt für IO Interactive nicht neu, erinnert aber an die Trennung von Square Enix im Jahr 2017. Damals rettete das Studio die Markenrechte an Hitman und bewies, dass es als Indie-AAA-Entwickler überleben kann. Es funktioniert, wenn man will.
Dear gaming community,
— IO Interactive (@IOInteractive) July 7, 2026
Following the end of our external finance partnership on Project Fantasy, IOI has regained full ownership of the project and our IP. We will continue to develop and fund it independently amongst our other projects. With this context, we had to find a new…
Ein Online-Fantasy-RPG erfordert auf technischer Seite allerdings eine weitaus massivere und langfristigere Server-Infrastruktur als ein primärer Singleplayer-Titel. Xbox hätte hier mit der Azure-Cloud als starker Partner bereitgestanden. Dieser Vorteil ist weg. Punkt.
Ein AAA-Fantasy-Projekt komplett unabhängig zu finanzieren, bindet alle Kapazitäten des Studios. Positiv ist, dass Project Fantasy durch den Wegfall der Xbox-Exklusivität nun als Multiplattform-Titel für PC, PlayStation 5 und potenzielle Nachfolgekonsolen erscheinen kann. Das finanzielle Risiko für IO Interactive ist jedoch maximal hoch.
