Am 12. März erscheint John Carpenter’s Toxic Commando – und Focus Entertainment sowie Saber Interactive drehen vorher noch einmal massiv auf. Statt sterilem Gameplay-Clip gibt’s einen komplett animierten Trailer, der den Buddy-Movie-Wahnsinn des Shooters als Cartoon inszeniert. Das Ding sieht nicht nur nach 80er-Action aus, es atmet sie.
Der Trailer zelebriert den Overkill statt ihn zu erklären
Verantwortlich für die Animation ist Gizmo Animation. Das Studio packt Neonfarben, überzeichnete Mimik und fette Explosionen in jede Szene, weil hier nichts subtil sein will. Das ist kein Trailer, der Mechaniken erklärt, er feiert Attitüde.
Gleich zu Beginn tönt es wie eine Predigt: „Liebe Gemeinde“. Sekunden später folgt „Legen wir mit der Party los!“ und die Apokalypse wird zur Sause erklärt. Der Gag funktioniert, weil John Carpenter selbst als Zombie-Party-Gott auftaucht und seiner Figur die Stimme leiht. Der Mann, der Horror-Ikonen geprägt hat, steht hier am Mikro – und das hört man. Seine Stimme gibt dem Ganzen Gewicht, weshalb der Irrsinn nicht albern wirkt, sondern bewusst überdreht.
Wenn dann im Sekundentakt „Wir müssen los. Also sofort!“, „Auto steht bereit. Rein da!“ oder „Ich versuche, Rubys Highscore zu schlagen!“ gebrüllt wird, entsteht genau dieser fiese Buddy-Vibe, den das Spiel laut Publisher liefern soll. Kurze Ansagen, Chaos, ein Team, das halb panisch, halb motiviert in den Wagen springt. „Was zum Teufel?“ ist am Ende weniger Frage als Lebensgefühl.
Gunship liefert den Synth-Drive, der unter die Haut geht
Musikalisch trägt der Track „Tell Me When the World Stops Ending“ von Gunship das Ganze. Der Song wurde eigens für den Trailer komponiert und legt einen dichten Synth-Teppich unter jede Explosion. Das funktioniert, weil die Musik nicht nur Hintergrund ist, sondern Druck erzeugt. Wer schon einmal mit pulsierendem Synthwave im Ohr durch Gegnerhorden geballert ist, weiß: Der Rhythmus diktiert das Tempo am Controller. Wenn der Beat anschiebt, fühlt sich jede Aktion aggressiver an.
Natürlich bleibt das Marketing. Der Publisher behauptet, man liefere die Essenz von 80er-Action-Horror in moderner Form. Ein Trailer kann Overkill charmant verkaufen, im echten Koop-Gefecht entscheidet das Trefferfeedback, die Progression und ob der Grind nervt.
Der animierte Clip macht jedenfalls klar, welche Richtung John Carpenter’s Toxic Commando einschlägt: laut, dreckig, selbstironisch. Wenn das Spiel diese Energie hält, könnte das ordentlich krachen. Wenn nicht, bleibt es bei einer verdammt guten Show vor dem Startschuss.
