Die Diskussion um die PS5 Pro nimmt zunehmend eine unschรถne Wendung. Kaum ein Jahr nach dem Launch hรคufen sich Stimmen, die immer wieder von Performance-Problemen, Flackern und fehlenden Optimierungen berichten. Und Sony? Die schauen offenbar nur zu.
Ausgerechnet bei der 799-Euro-Konsole, die als โPremium-Upgradeโ beworben wurde, scheint vieles immer mal wieder nicht rundzulaufen. Und genau das befeuert den Eindruck, den wir schon in unserem Artikel โPS5 Pro: Teuer, stark โ und trotzdem ein Beta-Testgerรคtโ gezeichnet haben. Die Hardware ist eindrucksvoll, aber die Umsetzung hinkt hinterher.
Flackern, Artefakte und fehlende PS5 Pro-Patches
Das grรถรte Thema derzeit ist PSSR, Sonys hauseigene Upscaling-Technik. Eigentlich soll sie fรผr schรคrfere Bilder und stabilere Framerates sorgen. In der Praxis sorgt sie aber in manchen Spielen fรผr Flackern und Grafikfehler, die auf der normalen PS5 gar nicht vorkommen. Beispiele wie Silent Hill F oder jรผngst The Outer Worlds 2 zeigen, dass einige Studios den PS5 Pro-Support entweder nicht richtig implementieren oder gleich ganz ignorieren. Auffรคllig ist dabei, dass vor allem Third-Party-Titel von diesen Problemen betroffen sind, wรคhrend Sonys eigene Spiele auf der PS5 Pro hingegen meist stabil und technisch sauber laufen.
Die Kritik aus der Community ist deutlich: Wenn die teurere Konsole unter Umstรคnden schlechter lรคuft als das Basismodell, ist das schlicht inakzeptabel. Selbst Branchenkenner wie der YouTuber Mooreโs Law Is Dead nennen das โridiculous and insultingโ โ und sie haben recht.
Viele Spiele laufen zwar grundsรคtzlich besser โ Borderlands 4 etwa erreicht inzwischen stabile 60 FPS bei hรถherer Auflรถsung โ aber oft ohne offiziellen PS5 Pro-Patch. Fรผr Early Adopter, die den Aufpreis bezahlt haben, ist das ein schwacher Trost.
Fehlender Druck auf Entwickler
Sony trรคgt daran eine Mitschuld. Wer eine Premium-Konsole verkauft, muss auch sicherstellen, dass Entwickler sie konsequent unterstรผtzen. Aktuell wirkt es aber, als wรผrde Sony das Thema laufen lassen. Dabei hรคtte man genug Hebel in der Hand. Spiele ohne ordentliche PS5 Pro-Optimierung kรถnnten im Store schlechter platziert oder mit Warnhinweis versehen werden.
Genau das fordern inzwischen viele Fans, nicht aus Wut, sondern aus Frustration. Denn wer 799 Euro bezahlt, erwartet, dass jedes grรถรere Spiel mindestens einen funktionierenden PS5 Pro-Support bietet. Alles andere wirkt wie halbe Arbeit zum Vollpreis.
Warten auf FSR 4 und PSSR 2?
Eine mรถgliche Erklรคrung liefert die Gerรผchtekรผche. Manche Entwickler sollen auf FSR 4 (AMD) und PSSR 2 warten, die Anfang 2026 offiziell fรผr die PS5 Pro verfรผgbar sein sollen. Diese neuen Upscaling-Technologien sollen Bildqualitรคt und Performance deutlich verbessern. Das klingt nachvollziehbar, aber es rechtfertigt nicht, dass aktuelle Spiele fehlerhaft erscheinen oder gar ohne Optimierung ausgeliefert werden.
Sony kรถnnte hier proaktiv kommunizieren, etwa mit einer Roadmap, einem klaren Statement, eine Verpflichtung gegenรผber Kรคufern. Stattdessen herrscht Funkstille, und der Eindruck, dass die PS5 Pro noch immer nicht wirklich โfertigโ ist.
Die PS5 Pro steht sinnbildlich fรผr Sonys aktuelle Strategieprobleme. Technisch beeindruckend, kommunikativ schwach, in der Praxis ungleichmรครig. Unser frรผherer Artikel brachte es auf den Punkt: Die Konsole fรผhlt sich an wie ein รถffentlicher Betatest, und genau das bestรคtigen die jรผngsten Berichte.
Sony sollte die Kritik ernst nehmen. Wenn man schon fast 800 Euro verlangt, dann darf es keine Kompromisse bei der Spielerfahrung geben. Keine halben Upgrades, keine unausgereiften Patches.
Die PS5 Pro kann groรartig sein, aber nur, wenn Sony endlich anfรคngt, sie auch als das zu behandeln, was sie vorgibt zu sein: eine echte Premium-Konsole. Bis dahin bleibt sie fรผr viele das, was sie nie hรคtte sein sollen, ein technisches Versprechen mit Beta-Charakter.



