Larian-Gründer Swen Vincke gibt seltene Einblicke in den aktuellen Stand des nächsten RPG-Großprojekts und bestätigt, dass die Vision für das neue „Divinity“ nun ein spielbares Fundament hat. Nach dem gigantischen Erfolg von „Baldur’s Gate 3“ markiert dieser Moment den Übergang von der bloßen Planung in eine Phase, in der das Gameplay-Gefühl erstmals greifbar wird.
Larians nächstes Rollenspiel hat die kritische Hürde der frühen Prototyp-Phase genommen und fühlt sich für die Entwickler erstmals wie ein echtes Spiel an. In einem ausführlichen Statement beschreibt Swen Vincke den aktuellen Zustand als den Punkt, an dem „etwas aus dem Nichts erschaffen wurde“ und ab dem es von nun an „nur noch besser werden kann“.
Die Energie kehrt zurück
Vincke macht deutlich, dass die Entwicklung eines Titels, der laut Studioangaben noch ambitionierter als „Baldur’s Gate 3“ werden soll, an einem Wendepunkt steht. Besonders die Zusammenarbeit mit Writing Director Adam Smith scheint den Stein ins Rollen gebracht zu haben. Vincke beobachtete die „Energie“, mit der das Team verschiedene Permutationen – also spielerische Auswirkungen von Entscheidungen – durchspielte.
Für uns Spieler ist das das wichtigste Signal überhaupt: Das Grundgerüst der narrativen Freiheit, für die Larian bekannt ist, scheint bereits zu stehen. Wenn ein Perfektionist wie Vincke sagt, er habe sich bei der Besprechung von Antagonisten-Arcs gedacht „Ja, das ist gut“, dann ist das bei Larian kein leeres Marketing-Gerede, sondern ein Qualitätsurteil über die interne Gameplay-Loop.
I had a good day today. Well – development me – had a good day. Real me is fighting off the remaining symptoms of a cold.
— Swen Vincke @where? (@LarAtLarian) March 31, 2026
I realized I was having a good dev day when Adam – our writing director – started discussing the game with me.
He just spent a week running through…
Was wir über das neue Divinity wissen
Bisher mussten wir uns mit vagen Versprechen und einem düsteren Ankündigungstrailer begnügen, doch Vinckes aktuelle Einblicke lassen tiefer in die Struktur des Rollenspiels blicken. Besonders spannend ist die Ansage, dass die Interaktionen zwischen den Begleitern massiv ausgebaut werden sollen, was auf noch komplexere Gruppendynamiken hindeutet.
Dass das Projekt laut Vincke zudem noch „sehr formbar“ ist, spricht dafür, dass Larian aktuell mit Mechaniken experimentiert, die sogar den Standard von „Baldur’s Gate 3“ sprengen könnten. Im Zentrum steht dabei offenbar erneut die enorme Reaktivität der Welt: Die Erwähnung verschiedenster Permutationen innerhalb einzelner Situationen bestätigt, dass jede unserer Entscheidungen wieder spürbare und vielfältige Konsequenzen nach sich ziehen wird.
Ist die Vorfreude gerechtfertigt? Absolut, aber mit einer Portion Realismus. Vincke spricht explizit davon, dass vieles noch „grob ist oder fehlt“. Wir befinden uns in der Phase, in der das Herz des Spiels schlägt, aber der Körper noch geformt werden muss. Dass Larian diesen Moment so offen feiert, zeigt jedoch das enorme interne Vertrauen in das neue Projekt. Nach dem Erbe von „Baldur’s Gate 3“ ist die Erwartungshaltung gigantisch – und es sieht so aus, als hätte das Team den nötigen Fokus gefunden, um nicht unter diesem Druck zu zerbrechen.