Die ersten internationalen Testberichte zu „Life is Strange: Reunion“ sind über das Wochenende eingetroffen und bescheinigen dem Titel eine gelungene Rückkehr zu den Wurzeln der Serie und einen emotionalen Abschluss der Geschichte von Max Caulfield und Chloe Price. Der Metascore liegt aktuell bei 84.
„Life is Strange: Reunion“ konzentriert sich auf die finale Aufarbeitung der Beziehung zwischen Max und Chloe und korrigiert dabei erzählerische Schwächen des direkten Vorgängers „Life is Strange: Double Exposure“. Die Fachpresse lobt fast durchgehend die Reife der Erzählung und die Charakterentwicklung, während technische Defizite und spielerische Stagnation die Höchstwertungen verhindern.
Fokus auf Narrative statt spielerischer Innovation
Das Kernstück von „Life is Strange: Reunion“ ist die Dynamik zwischen den beiden Hauptcharakteren. Laut COGconnected fungiert Chloe als notwendiges Gegengewicht zu Max, was das Duo auch über das Spielende hinaus im Gedächtnis bleiben lässt. Gamesurf hebt hervor, dass Deck Nine hier nicht nur auf Nostalgie setzt, sondern die emotionale Distanz und die Ängste der Protagonistinnen mit einer neuen erzählerischen Reife behandelt.
Technisch und spielerisch bleibt der Titel hingegen auf bekanntem Terrain:
- Gameplay: Die Zeitmanipulation ist wieder zentraler Bestandteil. Combo Infinito merkt an, dass diese Mechanik besser in die Entscheidungsfindung integriert wurde als in den letzten Ablegern.
- Herausforderung: GAMES.CH kritisiert den niedrigen Schwierigkeitsgrad, der zwar typisch für das Genre sei, aber wenig spielerische Tiefe bietet.
- Technik: Mehrere Outlets, darunter DualShockers und Game8, berichten von technischen Schluckauf-Momenten und teils wiederverwendeten Umgebungen.
Wiedergutmachung nach Double Exposure
Strategisch ist „Life is Strange: Reunion“ für Entwickler Deck Nine ein wichtiger Befreiungsschlag. Nachdem Double Exposure bei vielen Fans und Kritikern aufgrund der narrativen Ausrichtung um Max Caulfield umstritten war, wirkt dieser Teil wie eine gezielte Kurskorrektur. Es ist der Versuch, die seit 2015 bestehende Fan-Bindung durch ein finales „Closure“ zu würdigen. Im Vergleich zum ersten Teil von Dont Nod erreicht „Life is Strange: Reunion“ zwar nicht denselben Impact als Branchen-Phänomen, liefert aber die handwerklich reifere Charakterstudie ab.
Wer die Serie seit dem Debüt verfolgt, erhält mit „Life is Strange: Reunion“ den versprochenen emotionalen Ankerpunkt. Für Neueinsteiger ist der Titel hingegen nur bedingt zu empfehlen, da die emotionale Wucht fast ausschließlich aus der Kenntnis der gemeinsamen Vergangenheit von Max und Chloe resultiert. Allerdings gibt es gleich zu Beginn eine Zusammenfassung, die bis zum ersten Teil zurückreicht.
Unser Review zu „Life is Strange: Reunion“ folgt in Kürze.