Light of Motiram – Horizon-Klon-Vorwürfe führen zu radikalem Design-Change

Nach Sonys Klage gegen Tencent ändert Light of Motiram auf Steam radikal seine Präsentation. Spielbeschreibung, Bilder und Artwork verlieren den deutlichen Horizon-Look.

Niklas Author 2026
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Niklas Bender
Editor-in-Chief bei PlayFront und Spezialist für kritische Analysen. Niklas Bender steht für eine klare redaktionelle Kante und furchtlosen Journalismus. Sein Fokus: die Dekonstruktion von PR‑Floskeln. Er...

Sony hat’s ernst gemeint, und Tencent zieht offenbar die Notbremse. Nach der Klage wegen angeblicher „Horizon“-Kopie hat der Entwickler Polaris Quest die Steam-Seite von Light of Motiram gründlich aufgeräumt. Weniger Roboter-Dinos, mehr generisches Survival und ein Look, der nun an eine Kids-Version des Spiels erinnert.

Von „Horizon-Klon“ zum generischen Open-World-Spiel

Light of Motiram wurde im November 2024 vorgestellt – und ja, die Vergleiche zu Guerrillas Horizon-Reihe waren nicht zu übersehen. Rothaarige Hauptfigur? Check. Mechanische Tiere? Check. Stammes-Postapokalypse? Doppel-Check. Medien und Fans waren sich schnell einig: Das hier ist nicht nur „inspiriert“, das ist eine Kopie mit anderem Namen.

Im letzten Monat ging Sony juristisch in die Vollen und reichte in Kalifornien Klage gegen Tencent ein. Der Vorwurf sah darin einen „sklavischen Klon“ von Horizon. Laut Sony seien Grafikstil, Story, Gameplay und sogar das Marketing so ähnlich, dass manche Spieler dachten, es handele sich um einen neuen Teil der Reihe.

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Store-Seite auf Diät gesetzt

Seit dieser Woche wirkt die Steam-Seite von Light of Motiram wie eine entschärfte Version ihres früheren Ichs, wie The Game Post festgestelt hat. Die alte Beschreibung klang fast wie aus einem Horizon-Pitch: „Erkunde in einer von kolossalen Maschinen überrannten Welt … trainiere Mechanimals …“ Jetzt steht da nur noch ein austauschbarer Survival-Text: „Nutze alles um dich herum geschickt, um am Leben zu bleiben …“

Auch die Bilder hat es erwischt. Weg sind die weiten Landschaften mit Roboterwesen und Sci-Fi-Tribal-Vibes. Stattdessen neutrale Open-World-Szenen ohne den offensichtlichen Horizon-Faktor und alles deutlich verjüngt, als wolle man ein ganz anderes Publikum ansprechen. Das Key Art zeigt nun zwei Tierwesen, ein Pinguin-Ding und einen Hund, statt der rothaarigen Protagonistin, die zuvor unübersehbar nach Aloy aussah.

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Neues Release-Fenster, keine neue Stellungnahme

Neben den kosmetischen Anpassungen gab es ein erstes Veröffentlichungsfenster: viertes Quartal 2027. Bisher stand da nur „Noch nicht bekannt gegeben“. Laut SteamDB wurden außerdem mehrere Videos entfernt, die mit der ursprünglichen Präsentation verknüpft waren. Ob diese Änderungen Teil einer rechtlichen Einigung oder nur Schadensbegrenzung sind, ist unklar. Sonys Klage läuft sicherlich weiter, und Tencent schweigt bislang.

Das alles riecht nach einer Mischung aus PR-Schadensbegrenzung und juristischer Vorsicht, auch wenn dies nach den ersten Vorwürfen recht spät geschieht. Selbst wenn das Gameplay noch genauso aussieht wie vorher – die öffentliche Wahrnehmung formt sich zu einem „Kids’-Version-von-Horizon“-Narrativ. Und das ist für ein AAA-Projekt, das erst 2027 erscheinen soll, kein idealer Start.

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