In der sonst leakfreudigen Gaming-Welt ist es fast schon eine Seltenheit, wenn größere Tests geheim bleiben. Beim Extraction-Shooter Marathon von Bungie scheint jedoch genau das zu passieren – zumindest fast. Trotz NDA und rechtlicher Drohkulisse hat ein Nutzer namens @itsrocksiza auf X neue Informationen zur laufenden Alpha veröffentlicht. Die dazugehörigen Screenshots wurden zwar inzwischen gelöscht, doch die Details sprechen für sich: Marathon scheint sich seit dem letzten Testlauf deutlich weiterentwickelt zu haben.
Sichtbare Fortschritte bei Grafik, Gameplay und Balance
Der wohl auffälligste Punkt sind die technischen Verbesserungen. Die neuen Bilder zeigen deutlich dichter gestaltete Areale mit überarbeiteter Beleuchtung und deutlich mehr Feinschliff – ein klarer Sprung im Vergleich zur vorherigen Alpha-Version. Auch Details wie das „blaue Blut“, das sich nach dem Ableben eines Spielers im Wasser sammelt, tragen zur Atmosphäre bei. Zudem scheint Bungie auf Spielerfeedback zu reagieren: Gegner verschwinden nach dem Tod nicht mehr spurlos, sondern hinterlassen nun physisch sichtbare Leichen – inklusive Seesack.
Spielmechanisch hat sich laut dem Leak ebenfalls einiges getan. Ein neues Scharfschützengewehr – das V99 Channel Rifle – wurde gesichtet. Es verwendet spezielle Voltzellen-Munition und erinnert in seiner Handhabung an das TF2-Äquivalent. Zudem wurde der Schwarzmarkt überarbeitet: Spieler können jetzt höherwertige Materialien gegen schwächere eintauschen – ein simples, aber effektives Ressourcenmanagement.
Mehr Teamplay, weniger Hektik
Besonders auffällig wird die neue Medic-Klasse beschrieben, die offenbar stark an Lifeline aus Apex Legends erinnert. Zwei aktive Fähigkeiten stehen zur Verfügung: eine Heildrohne, die einem Spieler folgt und kontinuierlich heilt, sowie das Abwerfen von Medikits. Hinweise auf eine passive Fähigkeit gibt es bislang nicht, doch die grundsätzliche Richtung ist klar: Marathon will kooperatives Spiel gezielter fördern.
In diesem Zusammenhang wurden auch die Wiederbelebungstimer deutlich verlängert – ein klarer Schritt hin zu mehr taktischer Tiefe und einem überlegteren Spielrhythmus. Auch kleinere UI-Anpassungen, etwa bei der Kartenlegende, sprechen für eine verbesserte Spielbarkeit: Markierungen wie „Boss“ oder „Anomalie“ sind nun deutlich erkennbar.
Bungies Kurskorrektur – mit offenem Ende
Ob Bungie mit dieser internen Alpha gezielt testen oder auch Image-Schäden der letzten Monate ausgleichen will, lässt sich nicht abschließend sagen. Der Leak zeigt aber offenbar eine Version von Marathon, die sich klar weiterentwickelt hat – sowohl technisch als auch spielmechanisch. Auch die Kommunikation rund um den Leak – höfliche Bitten statt juristischer Drohungen – könnte Teil einer bewussteren PR-Strategie sein.
Ein konkreter Release-Termin fehlt weiterhin. Bungie spricht von einem Release „auf unbestimmte Zeit“, vermutlich aber noch vor Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2026. Ob bis dahin weitere öffentliche Tests folgen, ist offen. Denkbar ist eine Mischung aus geschlossenen und offenen Phasen – je nach Entwicklung und Feedback.
Die jüngsten Leaks zur Marathon-Alpha zeichnen das Bild eines Projekts, das aus Kritik gelernt hat – und das durchaus Potenzial zeigt. Noch ist nicht klar, wie Bungie die verbleibende Entwicklungszeit nutzen wird. Aber eines scheint sicher: Marathon ist noch nicht abgeschrieben
