Der Launch von MindsEye, dem ambitionierten AAA-Shooter von Build A Rocket Boy, hat sich schnell zum Alptraum entwickelt, und zwar nicht nur für Spieler. Über 250 Entwickler wurden bereits dieses Jahr entlassen, viele nach Monaten extremer Überstunden. Nun melden sich 90 aktuelle und ehemalige Mitarbeitende mit einem offenen Brief zu Wort und werfen Studioleitung und Gründer Leslie Benzies gravierende Fehlentscheidungen vor.
Crunch, Chaos und juristische Schritte
Laut dem Brief, organisiert von der britischen IWGB-Union, wurden Mitarbeiter in den vier Monaten vor dem Launch zu verpflichtendem Crunch gezwungen, oft ohne Aussicht auf Ausgleich oder Pausen. Die anschließenden Entlassungen seien “chaotisch” und teilweise rechtswidrig abgelaufen. Die Forderungen der Entwickler sind klar: eine öffentliche Entschuldigung, faire Abfindungsoptionen, externe Unterstützung bei künftigen Entlassungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.
“Viele talentierte Entwickler fühlten sich ausgenutzt und entsorgt, während das Studio öffentlich Fürsorge betonte,” sagt Isaac Hudd, Audioingenieur bei MindsEye. Ben Newbon, ehemaliger Lead Games Analyst, ergänzt: “Die Leitung weigert sich, Verantwortung für den Launch-Fehlschlag zu übernehmen und schiebt stattdessen Schuld auf ‘Saboteure’. Das ist einfach untragbar.”
Leslie Benzies unter Beschuss
Leslie Benzies, lange Jahre GTA-Produzent bei Rockstar Games, steht im Zentrum der Kritik. Trotz massiver Probleme beim Launch und hoher Fluktuation gab er laut Berichten internen und externen Saboteuren die Schuld am Fiasko. Das wirft ein fragwürdiges Licht auf das Management und die Unternehmenskultur bei Build A Rocket Boy.
MindsEye zeigt eindrucksvoll, wie ambitionierte Projekte durch schlechte Personalführung und übermäßigen Crunch scheitern können. Entwickler leiden körperlich und psychisch, Spieler erleben fehlerhafte Releases, und das Vertrauen in das Management bricht massiv. Wenn Build A Rocket Boy nicht schnell Transparenz und Verantwortung zeigt, könnte das Studio langfristig schwer beschädigt sein, unabhängig von der Qualität des Spiels.