MindsEye – Gelingt das Cyberpunk-Comeback oder ist der Schaden zu groß?

Nach dem katastrophalen Launch von MindsEye glauben Ex-Entwickler nicht mehr an ein Comeback. Der Schaden durch Entlassungen sei irreparabel.

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Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Cyberpunk 2077 hat’s vorgemacht: Vom Debakel zum Erfolg. MindsEye wollte genau das Gleiche schaffen, doch laut ehemaligen Entwicklern ist der Zug längst abgefahren. Eine Zusammenfassung der BBC liefert ein katastrophales Bild.

Als Build A Rocket Boy, das Studio um Ex-Rockstar-Chef Leslie Benzies, MindsEye veröffentlichte, schien alles angerichtet für den nächsten großen Wurf: ehemalige GTA-Entwickler, futuristisches Setting, ehrgeizige Technik. Doch statt Applaus gab’s Hohn und Spott. Der Launch war eine Katastrophe – unfertige Systeme, kaputte Missionen, Performance-Probleme auf allen Plattformen. Das Spiel wurde schnell zum Synonym für überzogene Ambitionen und schlechte Führung.

300 Entlassungen – und ein zerstörtes Vertrauen

Der BBC-Bericht bringt nun Licht ins Dunkel. Ehemalige Mitarbeitende berichten von Crunch, chaotischer Leitung und kreativen Konflikten zwischen Entwicklern und Management. Nach dem Debakel folgte der Kahlschlag: Rund 300 Angestellte mussten gehen, laut Insidern das Todesurteil für das Projekt.

Während Studio-CEO Benzies öffentlich von „Sabotage“ sprach und versprach, MindsEye irgendwann neu zu veröffentlichen, halten Ex-Mitarbeiter das für illusorisch. Das Vertrauen sei zerstört, die Kernteams zerschlagen, die Infrastruktur zu instabil für einen echten Reboot.

Ein zweites Cyberpunk 2077? Eher nicht

Der Vergleich mit Cyberpunk 2077 liegt nahe – aber hinkt. CD Projekt RED hatte nach dem Fehlstart ein stabiles Fundament, ein eingespieltes Team und die nötigen Ressourcen. Build A Rocket Boy dagegen steht nach dem Flop personell und finanziell am Abgrund. Die Hoffnung auf ein „Comeback of the Year“ klingt romantisch, ist aber kaum realistisch, wenn laut Insidern nicht einmal mehr eine klare Vision existiert.

MindsEye war ein Spiel mit Potenzial, aber kein Projekt mit Plan. Was als ambitioniertes Debüt gedacht war, endete als Mahnung: Größe allein reicht nicht. Ohne Struktur, Vertrauen und klare Führung wird kein Studio ein Cyberpunk-Comeback erleben. Vielleicht ist das größte Learning von MindsEye, dass nicht jedes Scheitern eine zweite Chance verdient.

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X8BL
20. Oktober 2025 10:11

Finde es, wie erwartet, recht solide. Als ich die schäumenden Münder auf YT etc. sah, wusste ich, dass das wieder so eine künstliche Polarisierung war, die vor allem der Aufmerksamkeitssucht solcher Leute diente.

Mich stören auch ein paar Dinge. Bis auf die detaillierten Gesichter ist die Grafik nicht gut genug, um die Framerate-Probleme auf einer PS5 zu rechtfertigen. Die Geschichte hat im Ansatz eine Tiefe, die zumindest soweit (bin etwa durch 2/3 des Spiels) aber nicht richtig ausgeschöpft wird.

Es macht aber auch vieles gut. Der Flow ist schön, die meisten Gameplay-Elemente machen Spaß, keine Samnelorgien, SciFi-Setting ist glaubwürdig und immersiv, Rücksetzpunkte fair, Charaktere interessant, dezent eingestreuter Humor lockert das kalte Setting hier und da etwas auf und es balanciert Faszination und Kritik am technologischen Zeitgeist unserer Gegenwart mit Analogien und Einsichten in Visionen und Denke der Tech-Branche gut aus.

Ich sehe es qualitativ etwa auf der Stufe wo Watch Dogs 1 für seine Zeit war. Solides Spiel was man zwischen größeren Blockbustern gut zocken kann. Vor allen Dingen eine bessere Alternative zu dem komplett durchgeknallten letzten Watch Dogs Ableger und für Leute, die mit FPS-Gameplay partout nichts anfangen können, ein kleiner Cyberpunk 2077 Ersatz.

Was es nicht ist- und vielleicht der Grund warum es u.a. so polarisierte – ist ein Titel, der mit der Qualität und dem Umfang eines GTA konkurrieren kann. Da wurden falsche Erwartungen geweckt.

Kurz gesagt: Der klassische 70% AA-Titel, auf den Liebhaber von 3rd-Person Story Games mit Deckungsshooter-Mechanik nochmal 5% drauflegen können.

Rick-72
20. Oktober 2025 16:06
Reply to  X8BL

„Der klassische 70% AA-Titel, auf den Liebhaber von 3rd-Person Story Games mit Deckungsshooter-Mechanik nochmal 5% drauflegen können.“

Genauso sehe ich das auch.
und, ich bereue den kauf nicht.