Build A Rocket Boy trennt sich von IO Interactive, übernimmt das Publishing von „MindsEye“ selbst und plant einen umfassenden Relaunch des Titels, um den laut CEO Leslie Benzies „schlimmsten Launch der Geschichte“ zu korrigieren.
„MindsEye“ soll durch eine Preissenkung, neue Missionen und ein Multiplayer-Update stabilisiert werden, nachdem technische Mängel und ein massiver Stellenabbau das Projekt an den Rand des Scheiterns brachten. Das stellt Mark Gerhard im Interview mit GamesBeat in Aussicht.
Unabhängigkeit als Reaktion auf technischen Fehlstart
Laut Gerhard ist dies der notwendige Schritt, um die volle Kontrolle über Preisgestaltung und Community-Kommunikation zurückzuerlangen. Gerhard räumt dabei unumwunden ein, dass der ursprüngliche Release aufgrund massiver Bugs und Performance-Probleme katastrophal verlief. Die Verantwortung für die technischen Defizite, die zu häufigen Abstürzen führten, übernimmt das Studio explizit selbst.
In einem ungewöhnlich scharfen Statement behauptet die Studioleitung, dass die negative Wahrnehmung des Spiels teilweise durch „organisierte Sabotage“ befeuert wurde. Laut ihm liegen Beweise für eine gezielte Kampagne vor, die aktuell von Behörden in den USA und Großbritannien untersucht werden.
Gleichzeitig versucht das Studio, Gerüchte über Rekord-Rückgabequoten zu entkräften. Mit offiziellen Refund-Zahlen von 2,2 % auf Xbox und 3,2 % auf PlayStation bewegt sich „MindsEye“ laut Gerhard im branchenüblichen Rahmen, was den Narrativen eines „meist zurückgegebenen Spiels“ widerspreche.
Massiver Stellenabbau und Fokus auf Arcadia-Tools
Die wirtschaftliche Realität hinter den Kulissen bleibt trotz der Relaunch-Pläne prekär. Das Studio hat eine drastische Schrumpfung hinter sich:
- Personalentwicklung: Von ehemals über 800 Mitarbeitern sind aktuell noch rund 240 beschäftigt; das Ziel liegt bei lediglich 100 verbleibenden Angestellten.
- Rechtliche Hürden: Gewerkschaftsklagen wegen unrechtmäßiger Kündigungen und unbezahlter Überstunden belasten das Image zusätzlich.
Der Rettungsplan sieht vor, das Spiel durch User-Generated-Content (UGC) am Leben zu erhalten. Über die sogenannten Arcadia-Tools soll die Community langfristig eigene Inhalte erstellen können, was die Last der Content-Produktion vom stark dezimierten Team weg verschieben würde.
Die Strategie erinnert an die Rettungsversuche von „Cyberpunk 2077“ oder „No Man’s Sky“, allerdings unter deutlich schwierigeren Vorzeichen. Während CD Projekt Red über enorme Ressourcen verfügte, schrumpft Build A Rocket Boy auf die Größe eines Indie-Entwicklers zusammen.
Der Relaunch ist nun die letzte Patrone. Ob die Technik-Basis nach dem Bruch mit dem Publisher stabil genug für die versprochenen Multiplayer-Inhalte ist, bleibt bei einer Reduzierung des Teams um fast 90 % eine Herausforderung. Dennoch ist „MindsEye“ schon jetzt ein viel besseres Spiels als noch vor einem Jahr, wie in unserem Special festgehalten.
„Das Spiel ist gar nicht schlecht“
Dieser Meinung bin ich auch.
Ich bereue den kauf nicht.
Den kauf von Code Violet, den bereue ich.
Das Spiel ist gar nicht schlecht. Ein 7/10 Kandidat knapp. Aber „Kampagne“ hin oder her – super isses halt auch nicht. Vor allem wenn das Zeiug mit den Drohnen losgeht. Das ist mir zuviel Multitasking und macht keinen Spaß mehr.