Multi-Studio-Power: Wie CD Projekt zur globalen Produktionsmaschine wird

CD Projekt baut sein Multi-Studio-Modell aus: Boston, Vancouver und Warschau arbeiten parallel an Cyberpunk 2, The Witcher 4 und Sirius. Das bedeutet die Expansion.

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

CD Projekt baut seine Struktur radikal um, und schafft damit die Grundlage, mehrere AAA-Produktionen gleichzeitig stemmen zu können. Der Kern dieser Entwicklung liegt in der globalen Expansion und der Stärkung der eigenen Infrastruktur. Spieler profitieren, weil Großprojekte künftig weniger voneinander abhängig sein sollen.

Der Boston Hub als Schlüsselstück

Vor zwei Jahren eröffnete CD Projekt den Boston Hub, heute ist er das Fundament für Cyberpunk 2. Das Team vor Ort zählt mittlerweile über 80 Mitglieder, mehr als 90 Prozent davon mit Senior-Level-Erfahrung. Die erste Aufbauphase ist abgeschlossen, nun wächst das Studio um Mid- und Entry-Rollen, um die Pre-Production zu beschleunigen.

In den kommenden zwei Jahren soll das Team in Boston verdoppelt werden, parallel wachsen Vancouver und Warschau. Ziel ist ein 50/50-Split zwischen dem US-Standort und den Teams in Kanada und Polen. Das ist ambitioniert, aber strategisch logisch.

Zwei AAA-Projekte parallel: Der neue Normalzustand bei CD Projekt

Durch den Ausbau in Boston gelingt CD Projekt erstmals, zwei große AAA-Games gleichzeitig zu entwickeln. Neben Cyberpunk 2 entstehen The Witcher 4 und Sirius parallel, unterstützt durch klare Standortaufteilungen.
Die Entwicklungsausgaben unterstreichen den Wandel: 847 Millionen Złoty stecken derzeit in Projekten in Arbeit, der Großteil davon in den drei Kernproduktionen. Die Investitionen steigen, was das Vertrauen des Studios in den wirtschaftlichen Erfolg der Projekte signalisiert.

Der Ausbau endet nicht bei neuen Teams. In Warschau wurde ein neues Bürogebäude fertiggestellt, in dem seit Juni das The Witcher 4-Team arbeitet. Ziel ist es, die neue Trilogie in einem Rhythmus von jeweils 2 Jahren zu veröffentlichen. Zusätzlich entsteht ein Performance-Capture-Studio mit zwei Bühnen. Damit will CD Projekt künftig schneller und effizienter produzieren, ein klarer Seitenhieb auf alte Zeiten, in denen einzelne Produktionen den gesamten Output blockierten.

Rasanter Wachstum voraus

CD Projekt entwickelt sich vom einzelprojektfixierten Entwickler zum Multi-Studio-Netzwerk mit globaler Arbeitsteilung. Für Spieler heißt das weniger Abhängigkeit von einzelnen Release-Zyklen, potenziell kürzere Entwicklungsabstände und stabilere Planbarkeit.

Für die Branche zeigt der Schritt, wie europäische Studios US-Strukturen adaptieren, ohne ihre Identität zu verlieren. Wenn ein Studio nach Cyberpunk 2077 gelernt hat, Pipelines derart sauberer aufzusetzen, dann ist es vermutlich dieses.

Entscheidend wird sein, wie gut CD Projekt die parallelen Teams synchronisiert. Doch die Weichen sind gestellt: Drei große Marken, drei moderne Standorte, klare Rollenverteilung. Das Multi-Studio-Modell ist keine Vision mehr, es ist Realität.

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Godzilla
1 Monat zuvor

Naja, abwarten. Wenn die auch nur einen Concord-Vorfall haben, sind sie weg vom Fenster. Und was da teilweise AIF Zwitscher los war…
Ich mochte Witcher 3 und liebe Cyberpunk, gerade CP is schwer zu toppen. Vor allem, wenn man sich wirklich mit zwei Städten verbrennt und dann wieder Ressourcen knapp werden für wichtige Spielinhalte.

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