ByteRockers’ Games übernimmt offiziell das Publishing für das ambitionierte Cyberpunk-Projekt „Neo Berlin 2087“ von Elysium Games. Die wichtigste Ansage des neuen Duos direkt vorweg: Das Ding wird kein riesiges Open-World-Rollenspiel, sondern ein fokussierter, linearer Detektiv-Thriller im kompakten Indie-Gewand.
Realitätscheck im Planetarium
Statt Geld für einen teuren, offiziellen Guinness-Weltrekord auszugeben, zockte das Team das hauseigene Weltraumspiel Exovia kurzerhand illegal-genial auf der riesigen Planetariumskuppel in Berlin – und steckte das gesparte Budget lieber in ein ordentliches Catering für die anwesende Community und die Entwicklerfamilien. ByteRockers-Chef Maik lief passend dazu im echten Raumanzug auf. Sympathische Aktion.
Der eigentliche Star des Abends war jedoch der neue Blick auf „Neo Berlin 2087“. Und dieser Auftritt war vor allem eins: eine dringend notwendige Kurskorrektur. Frühere, extrem cineastische Trailer hatten in der Community die Erwartung geweckt, hier braue sich das nächste gigantische Triple-A-Cyberpunk-Epos zusammen.
Das war ein kolossales Missverständnis. Jetzt ziehen die Entwickler die Reißleine und stutzen die Erwartungen auf ein realistisches Maß zurück.
Ermittlung statt endloser Sandbox
Keine endlose Open-World, kein Grind. „Neo Berlin 2087“ setzt stattdessen auf handgemachte, lineare Levels und eine straffe, spannungsgeladene Thriller-Story. Ihr schlüpft in die Rolle eines Detektivs und entscheidet selbst, ob ihr lautlos durch die Schatten schleicht oder die Knarren sprechen lasst. Der Wechsel zwischen First- und Third-Person-Perspektive läuft dabei nahtlos ab.
Das klingt verdammt vernünftig. Eine gut polierte, emotionale Indie-Erfahrung ist uns tausendmal lieber als eine seelenlose, unfertige Riesen-Sandbox, an der sich ein kleines Studio ohnehin nur verheben würde. Diese schonungslose Ehrlichkeit tut dem Projekt extrem gut. Der Verzicht auf den Open-World-Stempel nimmt massiven Druck vom Studio und lässt hoffen, dass wir hier ein atmosphärisches, spielerisch rundes Detektivabenteuer in den Straßen eines futuristischen Berlins bekommen. Wer die Entwickler direkt löchern und selbst Hand anlegen will, kann dies auf der kommenden Gamescom tun.
Hand aufs Herz: Seid ihr froh über den Fokus auf eine lineare Story oder hättet ihr euch trotz des Indie-Budgets eine frei begehbare Berliner Cyberpunk-Welt gewünscht?

So wie das game aussieht ist es zu schön um wahr zu sein