Neuer Xbox-Spot zeigt: Physische Spiele sind am Ende, ob man will oder nicht

Ein Xbox-Werbespot erklärt Disc-Games für überholt und preist den Game Pass als Zukunft. Doch Fans sehen darin eher das Ende einer Ära.

Niklas Bender
Niklas ist seit 2023 als Freelancer und Editor-in-Chief bei PlayFront.de aktiv. Er liebt die PS5, schreibt pointiert, bissig und mit klarer Meinung – egal ob zu...

Microsoft hat einen neuen Werbespot für den Xbox Game Pass veröffentlicht, und trifft damit einen wunden Punkt. In dem Clip sitzt ein sichtlich gelangweilter Mann in einer alten Videothekbox und wartet darauf, dass jemand ein Spiel zurückbringt. „Das war damals“, heißt es, bevor der Spot ins Jetzt springt: Der gleiche Mann startet zu Hause ein Spiel aus der Game-Pass-Bibliothek – auf dem PC wohlgemerkt. „Neue Spiele kommen ständig hinzu“, lautet die Botschaft.

Auf dem Papier ist das cleveres Marketing: Der Game Pass mit seinen über 800 Titeln soll zeigen, dass Wartezeiten und physische Medien der Vergangenheit angehören. Doch online sieht das Publikum das anders. Unter dem Video finden sich hunderte Kommentare, die weniger Nostalgie, sondern blankes Unverständnis zeigen.

„Back then“ war wohl die bessere Zeit

Das war damals“ – ein Satz, der laut vielen Nutzern alles sagt. Unter den meistgelikten Kommentaren liest man Dinge wie: „‚Back then‘ war die beste Zeit des Gamings“ oder „Ich spiele lieber in dieser kleinen Box als Game Pass zu unterstützen.“ Ein anderer Nutzer bringt es auf den Punkt: „Das ist der beste Werbespot, um sich eine PS5 zu kaufen.“

Tatsächlich wirkt der Spot fast wie eine unbeabsichtigte Parodie auf Microsofts eigene Strategie. Denn während man in der Werbung das bequeme digitale Spielen feiert, verschwinden gleichzeitig immer mehr Titel aus dem Abo. So verlässt Stalker 2 Mitte November den Game Pass, just in dem Monat, in dem es auch für PS5 erscheint.

Wenn Marketing die Realität vergisst

Dass Microsoft den Game Pass als modernes Nonstop-Erlebnis verkauft, ist nachvollziehbar. Doch das Timing sorgt für Kopfschütteln: Preiserhöhungen, Studio-Schließungen und fehlende Neuankündigungen lassen das Abo-Angebot derzeit alles andere als glänzen. Dass der Spot zudem ausgerechnet einen PC statt eine Xbox-Konsole zeigt, entging der Community natürlich nicht, und wurde prompt als Symbol für die schwindende Identität der Marke interpretiert.

Die Werbebotschaft „Neue Spiele kommen ständig hinzu“ wirkt angesichts der stagnierenden Abozahlen daher eher wie ein Running Gag. Oder wie ein YouTube-Kommentar es sarkastisch formuliert: „Xbox Game Pass: New Games Removed All The Time.“

Der Game Pass bleibt ein starkes Angebot, keine Frage. Doch mit jeder Kampagne, die physische Spiele als Relikt darstellt, entfernt sich Xbox ein Stück weiter von den Spielern, die das Medium lieben. Vielleicht sollte Microsoft weniger erklären, wie wir heute „spielen sollen“, und wieder mehr daran arbeiten, warum man auf Xbox überhaupt noch spielen will.

Ps5 Sale 25
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Marc Schmidt
1 Monat zuvor

Disc ist schon lange Tod hab meine letzte disc vor 6 Jahren gekauft. Laut Statik verkauft Xbox und auch ander Konsolen mittlerweile über 70 bis 80% rein digital am PC sind es mittlerweile fast 100%. Dei einziegen dummen die noch an CD glauben sind die deutschen Kunden, die eh keine Rolle Spielen im weltweiten Markt. Die nächste Konsolengeneration wir eh alles komplett digital kommen ohne Laufwerke auch bei Sony die ja eh schon jetzt auch das Laufwerk raus nehmen oder als Zubehör verkaufen.

Jim My
1 Monat zuvor

Mach die das schon wieder. Das die nicht gelernt haben das dies nach hinten los geht

Marco Pöppel
1 Monat zuvor

Sony denkt doch das gleiche, PS5 Pro standardmäßig ohne Laufwerk, dann jetzt Crossbuy Gerüchte für ihre Games, das gibt es dann auch nur für Digitale Games. Dann das die PS Portal extra für Cloudgaming ohne PS5 erweitert wird, das geht auch nur mit einigen PS+ Games oder allen Digital gekauften Games.

X8BL
1 Monat zuvor

Das ist echt witzig. Erst heute haben wieder u.a. zwei größere Titel den Gamepass verlassen und rein kamen win halbes Dutzend No-Names.

So einen Spot zu bringen ist schon fast Selbstsabotage.

Jan Wolfrum
1 Monat zuvor

Microsoft denkt so einiges…auch das sie eine Chance gegen PlayStation haben…so kann man sich täuschen

Godzilla
1 Monat zuvor

Microsoft ist sowieso der letzte Laden, bei dem ich was kaufen würde. Und wenn physische Spiele weg sind, bin ich es auch (listen Sony).
Denn diese Multi-Plattform-Strategie und all das andere wird dazu führen, daß sich alle sagen: OK, dann eben GOG und Steam.
Aber wahrscheinlich wollen die das so.
Freu mich schon auf die Retrokonsolen.

miles
1 Monat zuvor

Xbox wird wohl noch vor den physischen Spielen am Ende sein.

Lucien Noctus
1 Monat zuvor

Im eigenen Ökosystem mag das bereits stimmen. Wenn man bedenkt, dass immer mehr Händler Xbox-Spiele aus dem Regal nehmen oder das Sortiment stark reduzieren, wirkt es eher wie der Versuch, daraus eine Entwicklung zur „Zukunft“ umzudeuten. Auf lange Sicht wird es aber nicht nur Microsoft treffen. Der Markt steuert generell auf rein digitale Vertriebsmodelle zu.

Der entscheidende Punkt dabei:
– Der Gebrauchtmarkt fällt weg.
– Preisverfall durch Einzelhandel und Restposten verschwindet.
– Der Hersteller kontrolliert dauerhaft die Preise und Verfügbarkeit.
– Verbraucher verlieren Besitzrechte und Weiterverkaufsmöglichkeit.

Das Ergebnis ist ein geschlossenes digitales Ökosystem, in dem man Spiele zwar „besitzt“, aber effektiv nur mietet – zu Konditionen, die vollständig vom Anbieter diktiert werden. Und sehr lange auf Vollpreis stehen bleiben werden.

Godzilla
1 Monat zuvor
Reply to  Lucien Noctus

Exakt!
Die Spiele werden teuer und bleiben es. Sieht man ja in den Stores. Null Konkurrenz.

Marc Schmidt
1 Monat zuvor
Reply to  Lucien Noctus

Lucien Noctus das Spiele lange digital Vollpreis bleiben ist stimmt nicht im Gegenteil aktuell verfallen die Games digital schneller als in Handel. Im Handel gibt’s eh fast nichts mehr Müller hat Games rausgenommen, Kaufland auch bei MM und Saturn wird es auch immer weniger in der CD Abteilung und auch sonst gibt es fast keine Händler mehr die wirklich Games verkaufen nur noch Onlineshops die sich auf CD Games konzentrieren aber auch die Sterben aus. Bei 80 bis 90% digital Verkauf wie bei Xbox auch kein Wunder und PC sind es fast 100% mittlerweile durch Steam und Co.

Lucien Noctus
1 Monat zuvor
Reply to  Marc Schmidt

Marc Schmidt Ich frage mich ernsthaft, ob du hier einfach provozieren willst oder ob du unter kognitive Probleme leidest und deshalb eine verzerrte Wahrnehmung hast. Deine Aussage, digitale Spiele würden schneller im Preis fallen als Retail, steht in keinerlei Beziehung zur Realität. Das kann man in jedem Markt, jedem Store und jedem Preisverlauf nachvollziehen.

Digital bleibt in der Regel monatelang bis jahrelang auf Vollpreis.
Retail fällt schneller, weil Händler Lagerflächen räumen müssen.
Das ist kein „Meinungsding“, das ist Marktmechanik.

Nintendo: Bleibt digital notorisch jahrelang auf 59–69 Euro. Das ist einer der am besten dokumentierten Fälle in der gesamten Branche.

Playstation: Digitale First-Party-Titel fallen frühestens nach einigen Monaten. Retail geht je nach Händler nach 6–10 Wochen in den Abverkauf.

Xbox: Gleiche Logik. Digitale Preise sind stabil, Absenkungen erfolgen planmäßig in Sales, nicht automatisch.

Das hat einen einfachen Grund:
Digitaler Vertrieb hat keine Lagerkosten, keinen Regaldruck und keinen Händler, der Platz freimachen muss.
Der Preis bleibt, bis die Plattform entscheidet, ihn zu senken.

Genauso falsch ist deine Darstellung des Handels. Deine Händlersicht ist komplett verzerrt. Wenn du normale Elektrofachmärkte betrachtest – Müller, MediaMarkt, Saturn –, dann sind dort nach wie vor volle Regale mit Playstation- und Nintendo-Titeln präsent. Das hat sich grundsätzlich nicht geändert. Lediglich bei Xbox ist die Fläche spürbar reduziert. Das ist aber ein Xbox-spezifisches Problem und keine allgemeine Marktrealität. Wenn du stattdessen Kaufland als Beispiel anführst, ist das schlicht nicht seriös. Kaufland war nie ein relevanter Händler für Gaming-Hardware oder Software. Das als „Beleg“ zu verwenden, um daraus eine allgemeine Entwicklung ableiten zu wollen, ist nicht belastbar und wirkt eher wie ein Versuch, eine vorher gefasste Meinung zu stützen, die nicht durch Fakten gedeckt ist.

Kurz gesagt: Deine Preisbehauptung stimmt nicht, deine Einschätzung zum Handel stimmt ebenfalls nicht. Wer den Markt auch nur oberflächlich beobachtet, sieht die Unterschiede sofort. Hier wird Ursache und Wirkung vertauscht, um eine Argumentation zu retten, die von Anfang an auf falschen Annahmen basiert. Also wie immer, all deine Behauptung treffen auf keine Substanz.

Marc Schmidt
1 Monat zuvor
Reply to  Marc Schmidt

Lucien Noctus Aha darum hat unser Müller Überhaupt keine Spiele mehr du Held Und nein die Preise fallen auch digital vor allem bei Steam und co zudem ist alles irgendwo im Abo mittlerweile und digital kann man auch bei Key Händlern kaufen die auch die Preise drücken da gibt die digitalen Games teilweise für 40€ zum Start aber ja du hast wie immer mal nicht wirklich Ahnung aber viel Meinung.

Lissa Jenan
1 Monat zuvor
Reply to  Marc Schmidt

Mediamarkt hat allgemein kaum cd spiele, da die dafür mehr Technik verkaufen. Du kannst es immer noch online bestellen in den Shop CDs als Spiele. Nur ich zahl nicht so viel für ein Game, was es nicht wert ist. Da schau ich lieber bei Kleinanzeigen oder Vinted nach.

Lucien Noctus
1 Monat zuvor
Reply to  Marc Schmidt

Marc Schmidt Also dein „Beweis“ für den gesamten Markt ist, dass eure Müller-Filiale keine Spiele mehr hat. Das ist keine Argumentation, das ist „Mein Laden hat’s nicht, also ist es überall so“.
So reden Leute, die keinen Plan haben.
Und dann noch Steam und Key-Reseller als Beispiel für Konsolenpreise heranziehen?
Das ist inhaltlich ungefähr so sauber wie „Benzin ist teuer, aber meine Oma fährt Fahrrad, also kostet Autofahren nix“.
Steam = PC-Ökosystem
Key-Shops = Zweitmarkt / Graumarkt teils sehr unseriöse Machenschaften.
Beides hat 0 Aussagekraft für PlayStation/Xbox/Nintendo UVP-Preisgestaltung.
Gar keine.
Null.
Nicht mal ein bisschen.

Dein Kommentar besteht aus:
– Einzelhandels-Anekdote („Bei uns im Müller“)
– anderen Plattformsystemen (Steam)
– Graumarkt-Anbietern (Key-Shops)

und dann am Ende „du hast keine Ahnung“, weil dir nichts mehr einfällt.
Das ist einfach Dummschwätzen mit Lautstärke, aber ohne Fundament.

Wenn du irgendetwas widerlegen willst:

Nenn einen Punkt von mir,
und zeig, warum er falsch ist.

Bis dahin bleibt es: viel Geräusch, null Inhalt.

Dirk Meletzky
1 Monat zuvor

ich kaufe schön lange nur noch digitale versionen.. je weniger gelumpe habe ich zuhause rumliegen

Michael Schöls
1 Monat zuvor

Ich erkläre die Xbox für tot !

René Brummund
1 Monat zuvor

Michael Schöls sind sie seit der Series schon angefangen hat es zu der one und ich sag’s dir die nächste Xbox wird noch weniger gekauft und das wahr es Dan endgültig

Maik Köhler
1 Monat zuvor
Reply to  René Brummund

René Brummund die Entwicklen ja auch nur eine neue Xbox weil sie noch einen Vertrag mit AMD haben. Ansonsten hätten sie die Marke schon abgesägt

René Brummund
1 Monat zuvor
Reply to  René Brummund

Maik Köhler ah ok das mit dem Vertrag wusste ich tatsächlich nicht klingt aber logisch

La Blazes
1 Monat zuvor
Reply to  René Brummund

Maik Köhler der Vertrag wurde für die nächste Generation abgeschlossen! Nichts da von wegen bestehender Vertrag.

Angelo Scapin
1 Monat zuvor

Michael Schöls das glaubst du selber nicht. Aber Disc wird sterben.

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