Als No Law bei den Game Awards 2025 erstmals gezeigt wurde, war der Vergleich zu Cyberpunk 2077 unvermeidlich. Cyberpunk-Setting, Ego-Perspektive, Open World, Shooter-RPG, die Parallelen liegen offen auf dem Tisch. Doch genau davon will Entwickler Neon Giant weg. Und das ist nicht nur so dahergesagt, sondern ein klares Designversprechen.
Statt größer, lauter, umfangreicher zu sein, will No Law etwas liefern, das Cyberpunk trotz aller Updates nie ganz geschafft hat: Nähe.
No Law setzt auf Dichte statt Größe
Cyberpunk 2077 war immer ein Spiel der Extreme: riesige Stadt, zahllose Systeme, endlose Nebenjobs. Beeindruckend, aber oft auch distanziert. No Law verfolgt laut den Entwicklern bewusst den gegenteiligen Ansatz. Die Spielwelt soll kleiner wirken, aber dichter. Weniger Kulisse, mehr Reaktion.
Das betrifft nicht nur das Leveldesign, sondern auch Mechaniken und Story. Entscheidungen sollen unmittelbarer spürbar sein, Situationen persönlicher reagieren. Keine anonyme Megacity, sondern ein Umfeld, das sich auf den Spieler konzentriert. Das ist kein Rückschritt, sondern eine klare Fokussierung, und ehrlich gesagt genau das, was viele Spieler inzwischen bevorzugen.
Ernst, aber nicht verbissen
Ein weiterer Unterschied liegt im Ton. No Law nimmt sich selbst ernst, aber nicht zu ernst. Neon Giant bleibt seiner Linie treu: leicht augenzwinkernd, inspiriert von 80er- und 90er-Actionfilmen, Hongkong-Kino sowie Manga- und Anime-Einflüssen. Das ist keine Comedy, sondern Stilbewusstsein.
Cyberpunk 2077 war oft schwer, düster und kompromisslos, auch wenn nicht nur. No Law erlaubt sich dagegen bewusst Momente, die kantig, überzeichnet oder einfach cool sind, ohne ins Alberne abzurutschen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten, denn der Humor in Cyberpunk wirkte vorwiegend subtiler.
Eine persönliche Geschichte statt Weltrettung
Auch narrativ geht No Law einen bodenständigeren Weg. Hauptfigur Grey Harker ist kein aufstrebender Söldner, sondern ein gebrochener Veteran, der der Gewalt eigentlich den Rücken kehren wollte. Bis sie ihn wieder einholt. Das erinnert eher an einen John Wick-Moment als an klassische Open-World-Eskalation.
Noch wissen wir wenig über Umfang, Systemtiefe oder spielerische Freiheit. Hier bleibt Skepsis angebracht. No Law muss erst beweisen, dass Intimität nicht mit Inhaltsschwäche verwechselt wird.
No Law soll kein Angriff auf Cyberpunk 2077 sein, sondern eine bewusste Korrektur bekannter Schwächen. Weniger Größe, mehr Kontrolle. Weniger Masse, mehr Bedeutung. Wenn Neon Giant dieses Versprechen einlöst, könnte genau das der Cyberpunk-Titel werden, den viele damals in Teilen vermisst haben, nur eben in kleiner, persönlicher und ehrlicher.


Sieht echt geil aus!
Bin gespannt. Bin nur kein Freund von Daueraction…