Paramount Skydance fusioniert seine bisherigen Entwicklungsstudios Skydance Interactive und Skydance New Media mit sofortiger Wirkung zur neuen internen Publisher- und Entwicklungs-Einheit „Paramount Games Studio“.
Die Neugründung soll die hauseigenen Film- und TV-Lizenzen enger mit der Spieleentwicklung verzahnen, statt sie wie bisher primär extern zu lizenzieren. Als erste Großprojekte wurden das für 2026 geplante Action-Adventure „Marvel 1943: Rise of Hydra“ sowie ein noch unbenanntes Star Wars-Spiel unter der Leitung von Creative Director Amy Hennig für die neue Struktur bestätigt.
Die Ankündigung erfolgt strategisch exakt im Rahmen des Summer Game Fest 2026, auf dem noch heute der erste gänzlich neue AAA-Titel der Spieleschmiede enthüllt werden soll.
Epic-Expertise an der Spitze
Die personelle Aufstellung zeigt, dass Paramount Skydance den Gaming-Sektor nicht mehr als reines Lizenzgeschäft, sondern als internes Kerngeschäft begreift. Den Posten des Studio-Präsidenten übernimmt Tony Driscoll. Driscoll bringt weitreichende Branchenerfahrung mit, unter anderem durch den Aufbau des erfolgreichen IP-Partner-Programms bei Epic Games, das maßgeblich für die Integration globaler Marken in Fortnite verantwortlich war.
Unterstützt wird er von Dan Prigg, dem ehemaligen Chef von Skydance Interactive, der als Executive Vice President and Head of Games agiert, sowie Shawn Kittelson als Senior Vice President of Creative and Production. Während Co-Präsident Julian Beak das Unternehmen verlässt, wechselt die Uncharted-Veteranin Amy Hennig komplett in die Rolle des Studio Creative Directors für das gesamte Paramount Games Studio.
Interessant ist das Timing auf Unternehmensebene. Driscoll behält parallel seine Rolle als EVP of Corporate Strategy und leitet dort die laufende Integration der Megafusion zwischen Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery. Sobald dieser Deal im dritten Quartal 2026 abgeschlossen ist, wandert die gesamte Gaming-Sparte von Warner Bros. – inklusive Top-Studios wie Rocksteady (Batman: Arkham), NetherRealm (Mortal Kombat) und Avalanche Software (Hogwarts Legacy) – unter das gleiche Konzerndach. Paramount baut hier im Hintergrund ein gigantisches Spiele-Netzwerk auf. Punkt.
Was wird aus Hennigs Projekten?
Für PC- und Konsolenspieler ist die wichtigste Nachricht, dass die turbulenten Umstrukturierungen im Medienkonzern die ambitionierten Singleplayer-Projekte nicht gefährdet haben. Sowohl das im Zweiten Weltkrieg angesiedelte „Marvel 1943: Rise of Hydra“ als auch das Lucasfilm-Projekt sind weiterhin aktiv in Arbeit.
Die Konsolidierung birgt jedoch Risiken. Medienkonzerne neigen traditionell dazu, Spieleentwickler als reine Content-Zulieferer für ihre Entertainment-Plattformen zu betrachten. Driscoll betonte in ersten Statements bereits den Fokus auf die „Creator Economy“ nach dem Vorbild von Fortnite und Roblox sowie den Einsatz von KI-Tools.
Für Verfechter klassischer, cineastischer AAA-Erlebnisse im Stile eines alten Naughty-Dog-Spiels ist das ein klares Warnsignal. Bleibt zu hoffen, dass Hennig genug kreativen Freiraum behält, um ihre Spiele ohne aufgezwungene Live-Service-Korsette über die Ziellinie zu bringen. Seit ihrem Weggang von Naughty Dog hat die renommierte Autorin kein großes Projekt mehr final auf den Markt gebracht.
Der Zusammenschluss ist aus Business-Sicht logisch, für uns Spieler aber vorerst ein Versprechen auf die Zukunft. Die Bestätigung, dass „Marvel 1943“ und das Star Wars-Spiel die Studio-Rochaden überlebt haben, bringt dringend nötige Planungssicherheit.
Ob das Studio jedoch die Qualität liefert, die der Name Amy Hennig verspricht, oder ob die Games unter der kommenden Warner-Bros.-Discovery-Fusion im Live-Service-Sumpf versinken, müssen die ersten Gameplay-Präsentationen zeigen. Die heutige Ankündigung auf dem Summer Game Fest wird der erste Gradmesser dafür, wie ernst es Paramount mit erstklassigem Gaming wirklich meint.

Ja, sieht man immer wieder, dass Allstar Entwickler oder Manager ihre starken Teams verlassen und nie wieder was auf die Beine stellen…
Die Branche ist leider nicht fähig zu reflektieren, denke wir brauchen noch drastischere Zeiten um ein Umdenken zu erzwingen