PlayStation-Monopol: Sony droht Milliardenzahlung vor britischem Gericht

Sony vor Gericht: 12,2 Mio. UK-Spieler könnten Entschädigung für überhöhte PS Store-Preise erhalten. Droht das Ende der günstigen Konsolen-Hardware?

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Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Sony steht in London vor einer Sammelklage in Höhe von 2 Milliarden Pfund (ca. 2,7 Milliarden US-Dollar). Der Vorwurf: Das Unternehmen missbrauche seine marktbeherrschende Stellung, um über den PlayStation Store überhöhte Preise für digitale Spiele und In-Game-Inhalte zu diktieren.

Rund 12,2 Millionen PlayStation-Nutzer im Vereinigten Königreich könnten direkt von dem Verfahren betroffen sein. Die Kläger argumentieren, dass Sony durch die Schließung seines Ökosystems – insbesondere durch das Verbot von Download-Gutscheinen bei Drittanbietern vor einigen Jahren – einen „gefangenen Kundenstamm“ geschaffen habe. Während im physischen Handel Wettbewerb herrsche, gäbe es im digitalen Bereich für PS5-Besitzer keine Alternative zum hauseigenen Store.

Sicherheit und Subventionierung als Verteidigung?

Sony weist die Vorwürfe zurück und führt primär zwei Argumente an. Erstens stelle die Öffnung für alternative Storefronts ein erhebliches Sicherheits- und Datenschutzrisiko für die Nutzer dar. Zweitens rechtfertigt der Konzern sein Modell mit der Hardware-Kalkulation.

Konsolen werden oft mit sehr geringen Margen verkauft. Die Provisionen aus dem digitalen Store seien essenziell, um die Hardware-Entwicklung und den niedrigen Einstiegspreis der Konsolen überhaupt zu finanzieren.

Der „Helix“-Faktor: Ein teurer Ausblick auf die Konkurrenz

Die Debatte gewinnt durch Microsofts Strategiewechsel an Brisanz. Gerüchte um die kommende Konsole „Xbox Project Helix“ deuten auf ein offenes System hin, das alternative Stores wie Steam unterstützen könnte. Dieser Verzicht auf das geschlossene Monopol hat jedoch seinen Preis. Ohne die garantierten Einnahmen aus dem Store-Monopol wird für die neue Xbox-Hardware ein Preis von 1.200 US-Dollar oder mehr spekuliert.

Sony steht mit diesem Problem nicht allein da. Auch Apple und Valve sehen sich derzeit ähnlichen rechtlichen Prüfungen ihrer Store-Praktiken gegenüber. Sollte Sony unterliegen, müssten schätzungsweise 12,2 Millionen britische Spieler mit einer Entschädigung von etwa 162 Pfund (~217 US-Dollar) pro Person rechnen.

Ein Blick auf die Prozessakte des Competition Appeal Tribunal (CAT) zeigt: Im Gegensatz zu früheren, oft informellen Vorstößen hat dieser Fall alle Hürden der Vorverhandlung genommen. Sony scheiterte 2024 und 2025 mit mehreren Anträgen, das Verfahren vorzeitig zu stoppen. Seit dem 10. März 2026 läuft die auf zehn Wochen angesetzte Hauptverhandlung. Damit ist die Phase der „einfachen Abweisungen“ offiziell beendet – der Fall wird nun in der Beweisaufnahme final entschieden.

Das Verfahren rüttelt am Fundament der Konsolenfinanzierung. Sollte das Gericht das Store-Monopol kippen, ist das Ende der subventionierten Hardware besiegelt. Nutzer müssten dann zwar nicht mehr 30 % „Plattform-Steuer“ auf jedes digitale Spiel zahlen, dafür aber beim Hardware-Kauf tief in die Tasche greifen – wie es die Gerüchte um die 1.200-Dollar-Xbox bereits andeuten.

SOURCES:BBC
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usp
11. März 2026 08:37

Das interessante ist das alle Stores die es gibt ~30% Gebühr von den Entwicklern verlangen nicht nur das PSN, trotzdem versuch man es immer so zu drehen als ob es nur beim PSN so wäre auch die Spielpreise sind überall ähnlich, Steam ist etwas günstiger, das war bei PC Spielen schon immer so aber der xbox Store auf Konsole hat die selben Preise, Nintendo ist teilweise noch teurer, die Preise unterscheiden sich nur abwechselnd durch Angebote.

Käse
11. März 2026 07:30

Die Klage gibts jedes Jahr.
Wurde jedesmal abgewiesen.

Crydog
11. März 2026 06:26

Als ob das einen Einfluss hätte die werden die Hardware so oder so teuer machen Begründung werden sie schon finden. Wenn man schon ein pro für 800€ verkauft warum sollte die ps6 bei besseren leistung günstiger sein?!?

usp
11. März 2026 08:33
Reply to  Crydog

Weil die PS6 erst in mehreren Jahren erscheint wenn die PS5 pro vielleicht noch 400 bis 500€ kostet, ganz einfach o. O
Die PS5 pro bekommt man ja jetzt schon um die 600€.

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