Manchmal wirkt Sonys Hardware-Strategie wie ein überambitioniertes Kunstprojekt mit Marketingbudget. PlayStation Portal, dieser optisch schicke, aber lange völlig unterforderte PS5-Handheld, war für viele eher ein Gag: hübsch, teuer und nutzlos. Doch mit dem Firmware-Update 6.0.0 liefert Sony tatsächlich das Feature, das alle seit Tag eins fordern – Cloud-Gaming für digital gekaufte Spiele.
Klingt banal, ist aber ein echter Gamechanger. Du kannst jetzt also deine eigenen PS5-Games direkt aus der Cloud streamen, ohne dass deine Konsole daheim röhrend aufwacht. PlayStation Portal darf endlich das tun, wofür es eigentlich gedacht war. Und plötzlich fühlt er sich nicht mehr wie ein teures Remote-Play-Spielzeug an, sondern wie ein echtes Stück Zukunft.
Von Beta zu „endlich brauchbar“
Das neue Menü ist übersichtlich: Remote Play links, Cloud-Streaming in der Mitte, Suchfunktion rechts. Das klingt unspektakulär, ist aber Sonys Version von „Wir haben verstanden“. Endlich kann man seine Bibliothek vernünftig durchsuchen, eigene Spiele streamen und sogar unterwegs zocken, sofern das WLAN stabil bleibt.
Und das Beste: Es funktioniert. In Tests liefen Titel wie Ghost of Yōtei oder Days Gone Remastered überraschend flüssig. Kein Input-Lag, keine Ruckler, kein Grund mehr, das Gerät genervt ins Regal zu legen. Natürlich, wer Forza Horizon 5 spielt, merkt bei all dem Schlamm und Chaos leichte Kompressionsartefakte, aber bitte, das ist Cloud-Gaming, kein Blu-ray-Abend.
Das Ganze ist auch optisch besser aufbereitet als der frühere Streaming-Beta-Mist. Das UI wirkt durchdachter, die Ladezeiten kürzer, und die Suchfunktion ist tatsächlich nützlich, ein echter Sprung nach vorn im PlayStation-Kosmos.

2.800+ Spiele, aber viel Pixelmüll
Sony wirft mit Zahlen um sich: Rund 2.800 Spiele sollen aktuell via Cloud spielbar sein. Klingt beeindruckend, bis man merkt, dass gefühlt die Hälfte davon von Indie-Resterampe stammt. Da tauchen Titel auf, die klingen wie der erste GameJam-Versuch, aber so was muss es wohl auch geben. Immerhin läuft’s technisch rund. Spielerisch – naja, reden wir nicht drüber.
Schlimmer ist, dass viele große Namen noch fehlen. Battlefield oder Assassin’s Creed Shadows, alles Fehlanzeige. Das lässt die „2.800 Games“-Ansage dann doch ein bisschen hohl klingen. Und ja, das Feature ist PlayStation Plus Premium-exklusiv, also dem teuersten Abo-Tier. Wer nur „Extra“ hat, darf weiter neidisch aus der Ferne streamen. Die vollständige Liste aller unterstützten Spiele gibt es unter diesem Link.
Latenz? Ja. Aber nur ein Thema, wenn du eSport-Champion bist
Dank der neuen Netzwerkdiagnose-Funktion lässt sich nun genau prüfen, wie’s um die Verbindung steht. Mein Test ergab stabile 1080p, eine Latenz von etwa 20–35 Millisekunden und null Paketverlust. Für Singleplayer-Spiele oder gemütliche Sessions absolut unproblematisch.
Wer reflexlastige Shooter spielt, wird das Delay natürlich bemerken. Aber mal ehrlich: Wer Apex Legends auf einem Handheld streamt, den sollte man ohnehin erstmal fragen, ob er vielleicht ein bisschen Freizeit über hat.
Was fehlt, ist ein Regler für die Bitrate. Gerade bei schnellen Spielen wirkt das Bild etwas verwaschen, ein einstellbares Qualitätsprofil wäre hier Gold wert. Vielleicht kommt das ja mit Update 6.1, wenn Sony wieder merkt, dass man Dinge auch anpassen kann.

Kleine Features, große Wirkung
Neben dem Cloud-Gaming liefert das Update noch einige nette Extras:
- 3D-Audio-Unterstützung für Pulse Elite und Explorer Earbuds – endlich kabellos mit ordentlichem Klang.
- Passcode-Schutz, damit Fremde dein Portal nicht missbrauchen, wenn du’s mal im Rucksack lässt.
- Accessibility-Einstellungen für Textgröße und Screen Reader, was den Portal endlich etwas inklusiver macht.
Klingt unspektakulär, aber genau solche Details sorgen dafür, dass sich das Gerät erstmals wie ein richtiges Produkt anfühlt, und nicht mehr wie ein technisches Experiment, das Sony vergessen hat, zu beenden.
SONY PlayStation Portal™ Cloud-Gaming
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Und hey, auch das UI-Update verdient Lob: Einfach auf den PlayStation-Button drücken und schon öffnet sich das Seitenmenü – schnell, klar, logisch. Eigentlich hätte das alles schon bei Release drin sein müssen. Aber gut, Sony hat’s ja nicht so mit „fertig ausgelieferten Dingen“.
Vom Meme zum „Vielleicht doch ganz cool“-Gadget
Es hat fast 2 Jahre gedauert, aber PlayStation Portal fühlt sich endlich wie ein sinnvolles Gerät an. Das Cloud-Gaming-Feature macht aus dem hübschen, aber nutzlosen Remote-Display tatsächlich ein kleines, mobiles PS5-Erlebnis.
Klar, die Limitierungen bleiben. Es gibt kein Bluetooth, nur den PlayStation Link-Zwang, keinen Offline-Modus, kein Zugriff ohne Premium-Abo. Aber wer mit diesen Einschränkungen leben kann und vor allem eine gute Internetleitung hat, bekommt endlich das, was Sony beim Launch mehr oder weniger angedeutet hat.
Das Update 6.0.0 macht aus PlayStation Portal kein neues Gerät, aber ein neues Gefühl. Statt „Warum hab ich das gekauft?“ denkt man plötzlich: „Ah, dafür also.“ Und das ist für Sony-Verhältnisse schon fast ein Wunder.
PlayStation Portal ist jetzt kein Pflichtkauf, aber auch kein Fehlkauf mehr. Eher so ein „Luxus-Gadget für Leute, die gern über ihre eigene Technik lächeln“. Und ganz ehrlich: Genau dafür lieben wir ihn jetzt ein bisschen.



Ja super test,Features die must have seine müssen damit es für mich brauchbar ist
-Alle titel die sich in der Bibliothek befinden streambar ist mir egal wie nischig der titel auch sein mag aus sony sicht, beispiel irgendein pepa wutz spiel ist Streamer aber spiele wie the order nicht? Finde den fehler
-erstellen von eigene playlist
-Kennzeichnung ob es sich um eine ps4 oder ps5 version handelt
-bluetooth
-native psn store Anbindung und nicht über Smartphone
-günstiges tier das nur streaming und cloud safes beinhaltet
Dann wäre es brauchbar für mich aber wenn man schon stream für alleine seine spiele nicht hinbekommt wie soll das mit de abwärtskompatibilität beim ps6 handheld sein? Da sind pc hanhelds besser kompatibel zu sony spielen durch Emulation oder generelle Verfügbarkeit auf steam als die ps Hardware selber