PlayStation Store räumt auf: Sony entfernt Shovelware-Publisher ThiGames komplett

Sony zieht Konsequenzen im PlayStation Store: Shovelware-Publisher ThiGames wurde komplett entfernt. Ein Signal gegen Trophäen-Müll und Asset-Flips.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Sony Interactive Entertainment hat im PlayStation Store sämtliche Titel des Publishers ThiGames entfernt. Der Publisher verfügte über den viertgrößten Spielekatalog auf PSN, von dem nichts mehr auffindbar ist. Ein offizielles Statement von Sony gibt es bislang nicht, aber der Schritt war längst überfällig.

Der Vorgang ist deshalb wichtig, weil ThiGames exemplarisch für ein Problem steht, das den PlayStation Store seit Jahren belastet: massenhaft veröffentlichte Billigspiele, oft technisch belanglos, inhaltlich austauschbar und primär auf schnelle Trophäen ausgelegt.

Rundumschlag gegen Shovelware

Alle Spiele von ThiGames wurden aus dem PlayStation Store delistet und auch die Publisher-Seite ist verschwunden. Was noch fehlt, ist eine öffentliche Begründung, wobei diese wohl nicht zu erwarten ist.
Spekulation legen jedoch nahe, dass Sony kürzlich neue Sicherheits- und Qualitätsrichtlinien eingeführt hat, die gezielt gegen sogenannte Shovelware und KI-generierten Content ohne Mehrwert vorgehen sollen.

Auffällig ist zudem, dass ThiGames seine Titel offen als schnelle Trophäen-Quelle beworben hat. Genau diese Praxis steht seit Jahren in der Kritik, weil sie Ranglisten, Sichtbarkeit und Store-Suchen verzerrt.

Warum der PlayStation Store ein echtes Problem hat

Ein Blick in den PlayStation Store zeigt, dass ThiGames kein Einzelfall war. Asset-Flips, Minimalspiele und Varianten desselben Inhalts sind weiterhin leicht zu finden. Spieler sehen sich hier mit massenhaft Müll konfrontiert, einer schlechteren Auffindbarkeit guter Spiele und einem Store, der an Vertrauen verliert.

Sony kennt dieses Problem längst. Bereits mehrfach warnte das Unternehmen Entwickler offiziell davor, den Store mit redundanten Inhalten zu überfluten. Damals stellte Sony klar, dass nicht nur einzelne Spiele, sondern auch ganze Entwicklerkonten gesperrt oder entfernt werden können. Der Fall von ThiGames scheint nun die konsequente Umsetzung dieser Ankündigung – spät, aber deutlich.

Die Entfernung eines großen Shovelware-Publishers war überfällig. Der PlayStation Store wird dadurch zwar nicht automatisch sauberer, denn solange ähnliche Kataloge anderer Anbieter weiter online sind, bleibt der Eindruck halbherzig.

Sony hat richtig gehandelt, jetzt muss der Konzern dranbleiben – transparent, konsequent und nachvollziehbar. Qualitätssicherung darf kein einmaliger PR-Moment sein, sondern muss Teil der Plattform-DNA werden. Spieler merken sehr genau, ob aufgeräumt wird, oder mal wieder nur kurz gefegt.

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