Mit Battlefield 6 will DICE das Ruder herumreißen. Nach dem durchwachsenen Start von Battlefield 2042 ist die Erwartungshaltung hoch. Die Open Beta gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das, was uns im fertigen Spiel erwartet, und hinterlässt den Eindruck, dass die Serie tatsächlich zu ihren Stärken zurückfinden könnte. Gleichzeitig zeigen sich aber auch Schwächen, die bis zum Release dringend adressiert werden sollten.
Technik & Performance, ein solides Fundament
Gespielt wurde auf der regulären PlayStation 5, nicht auf der Pro-Variante. Im Balanced Mode liefert das Spiel eine dynamische 4K-Auflösung bei stabilen 60 Bildern pro Sekunde. Der Performance Mode erhöht die Bildrate auf etwa 80 bis 90 FPS mit gelegentlichen Spitzen in den dreistelligen Bereich, vorausgesetzt, das Display unterstützt hohe Refresh-Raten. Die Stabilität ist bemerkenswert, vor allem im Vergleich zum technischen Zustand von Battlefield 2042 zum Launch. Screen Tearing ist selten, Ladezeiten sind kurz, und HDR sorgt für ein kontrastreiches, klares und scharfes Bild.
Visuell präsentiert sich Battlefield 6 bereits in Bestform, ja, auch auf der Base-PS5. Detailreiche Umgebungen, glaubwürdige Beleuchtung und eine deutliche Verbesserung der Weitsicht, egal wohin man schaut. Auch die Partikeleffekte – Staub, Rauch, Trümmer – wirken natürlicher als in den Vorgängern und tragen spürbar zur Immersion bei. EA und DICE legen auf der PS5 Pro erwartungsgemäß eine Schippe drauf. Das kann ich persönlich allerdings nicht überprüfen.
Dichter, vertikaler, fokussierter
Eine der größten Veränderungen fällt in dieser Open Beta sofort ins Auge. Die Karten sind kompakter. Statt weitläufiger, oft leer wirkender Flächen setzt DICE auf engere Areale mit mehr Deckung, klaren Sichtlinien und mehreren Ebenen. Dieses neue Layout sorgt für höhere Kampfintensität und kürzere Wege zwischen den Gefechten. Lange Laufwege ohne Feindkontakt, wie sie in Battlefield 2042 häufig kritisiert wurden, gehören aktuell weitgehend der Vergangenheit an – wenn auch unter dem Wissen, dass dies auch ein Markenzeichen der Serie ist.
Das hat jedoch auch Auswirkungen auf die Fahrzeugnutzung. Panzer, Jets und Helikopter sind seltener im Spielgeschehen präsent, was das klassische „Battlefield-Gefühl“ für manche Spieler einschränken könnte. Auf diesen kleineren Karten rücken Infanteriegefechte klar in den Vordergrund. Ob spätere Maps mehr Raum für großflächige Vehikel-Schlachten bieten, bleibt abzuwarten.

Positiv fällt das überarbeitete Zerstörungssystem auf. Gebäude reagieren realistischer auf Beschuss, Mauern brechen glaubwürdig ein, und Schutt bleibt länger liegen. Visuell ist das jedes Mal ein echtes Highlight. Das verstärkt das Gefühl, tatsächlich Einfluss auf das Schlachtfeld zu nehmen, eine Stärke, die in den letzten Teilen zu oft vernachlässigt wurde.
Spielmodi, solide Basis mit Balance-Bedarf
In der Battlefield Open Beta habe ich vor allem die klassischen Modi Conquest und Breakthrough gespielt, sowie den nostalgischen Portal-Modus. Letzterer erlaubt die Rückkehr zu Karten und Szenarien vergangener Battlefield-Teile, was insbesondere Veteranen freuen dürfte. Zusätzlich wird ein kostenloser Battle-Royale-Ableger geboten, der sich jedoch noch in einem frühen Stadium befindet und stark von der Akzeptanz der Community abhängen wird.
Der größte Balance-Kritikpunkt betrifft Breakthrough. In zahlreichen Matches gelang es dem angreifenden Team nicht, eine einzige Runde zu gewinnen. Die Karten scheinen für diesen Modus noch nicht optimal ausbalanciert zu sein, was Frust erzeugt. Auch das aktuelle Sniper-Glare-System sorgt für Diskussionen: Zu viele blendende Reflexionen erschweren das Gameplay und führen in manchen Situationen zu absurden „Lichtshows“.
Gameplay & Spielgefühl – evolutionär, nicht revolutionär
Das Grundgerüst von Battlefield 6 basiert erkennbar auf der Engine und den Mechaniken von Battlefield 2042. Das ist nicht zwingend negativ, denn das Gunplay fühlt sich präzise an, die Animationen sind flüssig, und die Steuerung reagiert direkt. Neu ist unter anderem die Möglichkeit, gefallene Teamkameraden an einen sicheren Ort zu ziehen, bevor man sie wiederbelebt. Diese kleine, aber wirkungsvolle Ergänzung stärkt das Squad-orientierte Spielgefühl.
Die Bewegungsmechanik profitiert vom überarbeiteten Kinesthetic Combat System: Bewegungen sind dynamisch, ohne ins Arcadehafte abzurutschen. Das Schießen aus der Bewegung heraus bleibt präzise, Deckungssysteme funktionieren zuverlässig, und die Soundkulisse – von Waffenknallen bis zu entfernten Explosionen – trägt enorm zur Atmosphäre bei.
Kritische Punkte & offene Fragen
Trotz vieler Fortschritte bleiben einige Fragezeichen:
- Map-Vielfalt: Wenn das kompakte Design Standard bleibt, könnte die Abwechslung für Fans großer, offener Schlachten zu kurz kommen.
- Balance: Breakthrough braucht dringend Anpassungen, sonst droht der Modus schon vor dem Release an Popularität zu verlieren.
- Langzeitmotivation: Wie regelmäßig DICE neue Inhalte liefert, wird entscheidend dafür sein, ob Battlefield 6 langfristig Spieler bindet, ein Bereich, in dem 2042 schwächelte.

Vorläufiger Eindruck
Die Open Beta von Battlefield 6 vermittelt den Eindruck, dass DICE aus den Fehlern der jüngeren Vergangenheit gelernt hat. Technisch solide, atmosphärisch dicht und spielerisch fokussiert – so lässt sich der aktuelle Stand zusammenfassen. Der Rückgriff auf kompakteres Leveldesign und glaubwürdige Zerstörung bringt der Serie ein Stück ihrer Identität zurück.
Gleichzeitig bleibt die Beta ein Zwischenstand, kein fertiges Produkt. Balancing-Probleme, eingeschränkte Fahrzeugvielfalt und die Frage nach der Langzeitmotivation sind Punkte, die DICE noch lösen muss. Gelingt das, könnte Battlefield 6 tatsächlich der Titel werden, den Fans seit Jahren fordern: ein modernes Battlefield, das seine Wurzeln nicht vergisst.
Das Interesse an dem Spiel und der Open Beta, die an diesem ersten Wochenende einen Rekord nach dem anderen aufstellt, ist ungebrochen. Teilweise müssen längere Wartezeiten in Kauf genommen werden, um überhaupt auf die Server zu kommen. Das spricht bereits für einen beachtlichen Erfolg.


Ich finds einfach nur geil
Ja, das Game hat Potential, aber diese Sniper. Sie zerstören wirklich nahezu jede Runde und wie im Artikel treffend beschrieben, führen sie „in manchen Situationen zu absurden Lichtshows“.
Könnte man nicht einfach nur eine begrenzte Anzahl an Sniper im Spiel zulassen? Und schon wäre das Problem beseitigt, oder?
Ich war nach einem Abend gleich wieder raus. Das Trefferfeedback ist zu schwach und zu wenig „belohnend“ und alles schon wieder voll mit Sniper. Grafik, Sound, Zerstörung, usw. sind erstklassig – bringt mir nur nichts, wenn aufgrund genannten kein Spielspaß aufkommt.