PS VR2 hat endgültig ausgedient. Die Gaming-Industrie hat Virtual Reality vielleicht noch nicht für tot erklärt, aber sie hat sie in den Keller gesperrt – dahin, wo einstige Zukunftstechnologien darauf warten, irgendwann wieder modern zu werden.
Wer das Summer Game Fest 2026 und die begleitenden Streams verfolgt hat, sah vieles: altbackene Fortsetzungen, CGI-Nebelkerzen und den x-ten Versuch, den x-ten Helden-Shooter zu etablieren. Was fehlte, war VR. Kein einziges nennenswertes Lebenszeichen auf den Hauptbühnen, kein Trailer zwischen den millionenschweren Blockbustern der etablierten Publisher. Die Abwesenheit war absolut.
Die Kapitulation der First-Party-Zusagen
Sonys Schweigen während des State of Play ist kein Zufall, sondern die eiskalte Strategie des Vergessens. PS VR2 erfährt von ihrem Schöpfer exakt die Behandlung, die damals der PlayStation Vita das Genick brach: schleichender Entzug der Lebenshaltungskräfte. Wenn die hauseigene Hardware bei der wichtigsten PR-Messe des Sommers mit keinem einzigen Wort erwähnt wird, ist die Botschaft an die Käufer eindeutig. Ihr habt ein teures Peripheriegerät erworben, das bereits auf dem Abstellgleis steht.
Die ewige Leier der Community, die gebetsmühlenartig „Gran Turismo 7“ oder „Resident Evil 4 VR“ als Referenzen anführt, demaskiert das Problem perfekt. Diese Titel stammen aus der Vergangenheit. Es folgt nichts Substanzielles nach. Ein lieblos hingeworfenes „The Boys: Trigger Warning“ dient vielleicht als letzter Hoffnungsschimmer, dass PS VR2 noch eine Relevanz hat, taugt bei Weitem aber nicht als Zugpferd. Publisher verwalten hier nur noch den Abgesang. Die Hardware verstaubt, während die Führungsetagen das Budget umschichten.
Gewinn schlägt Experimentierfreude
Hinter vorgehaltener Hand regiert in den Studios längst das Spardiktat. Die fetten Jahre des unkontrollierten Wachstums sind vorbei, die Branche gesundet sich schmerzhaft gesund. In dieser Phase der Konsolidierung hat ein Nischenprodukt mit minimaler Hardware-Basis schlicht keine Existenzberechtigung bei den Vorständen. Die Entwicklungskosten für vollwertige VR-Produktionen stehen in keinem rationalen Verhältnis zum potenziellen Ertrag. Risiko-Minimierung ist das neue Credo.
Das Resultat dieser Verweigerung ist eine ironische Trendumkehr. Anstatt dass herkömmliche Spiele eine VR-Anbindung erhalten, werden ehemalige VR-Exklusivtitel wie „Arizona Sunshine“ nachträglich für den klassischen Bildschirm flachgeklopft. Die Entwickler flüchten aus der selbst gewählten Isolation zurück in den Massenmarkt, um überhaupt noch Umsatz zu generieren. Die Brille wird vom primären Medium zum optionalen, teuren Gimmick degradiert. Ein reines Verlustgeschäft für die Pioniere der ersten Stunde.
Das UploadVR Showcase als Exil der Enthusiasten
Virtual Reality ist nicht gestorben, sie wurde lediglich aus dem Mainstream geschoben. Formate wie das UploadVR Showcase existieren weiter, finden aber unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit statt. Hier trifft sich die verbliebene Echokammer, um Indie-Projekte und Portierungen zu feiern. Aber wird es den Markt retten? Eher nicht, zumindest nicht auf PlayStation. Meine Wette geht in Richtung Steam Frame als zentrale Plattform des Showcase.
Das ist am Ende maximal ein nettes Zugeständnis für die Hardcore-Fans, für die wirtschaftliche Relevanz der Technologie jedoch bedeutungslos. Die große Vision von der immersiven Zukunft ist geplatzt. Übrig bleibt ein teures Hobby für eine überschaubare Minderheit, die bald nur noch auf ein Stück Elektroschrott blicken wird. Mehr nicht.
Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind die persönliche Meinung des Autors. Sie müssen nicht jedermanns Sichtweise entsprechen – und sollen zum Diskutieren anregen.

Ich liebe diesen Satz: „Die fetten Jahre des unkontrollierten Wachstums sind vorbei, die Branche gesundet sich schmerzhaft gesund.“ Dann macht mal (:
So wie überall und in jeder Branche (: Abgezockt und Waren mit 500% Gewinn weiterverkaufen sind vorbei. Klar, bei manchen Dingen klappts noch aber im großen und Ganzen ist die Gierige Epoche vorbei. Ubisoft auch ein gutes Beispiel. Alte weiße Männer an der Spitze, jedes Spiel die gleiche Mechanik und da wird jetzt auch alles eingestampft 🤷♂️
Joa pech gehabt. Wird Zeit die Tausenden Nischenjobs zu streichen und keine halbfertigen Spiele mehr rausbringen und vielleicht zählt dann bald wieder Qualität statt Quantität. Solange dürfen sie gerne alle pleite gehen.
Hatte die erste war immer ganz cool, na dann kann es ja jetzt gerne bei der Zweiten nen Preissturz geben😜
Ich liebte meine PSVR2, etwa drei Monate, dann kaufte Ich mir eine Quest 2… und blickte nie mehr zurück.
GT7 ist trotzdem immer noch toll.
Synapse war genial.
Horizon und RE Village auch sehr gut.
Aber der Q2 folgte ein PC und eine Q3❤️
Alleine für GT7 absolut Pflicht. Da auch keine Probleme mit Motion Sickness. Leider aber bei Hitman und Resident Evil nach 20 Minuten richtig krank. 🤮
Was für ein schwachsinniger Artikel. Das letzte halbe Jahr strotzte nur so vor guter PSVR2 Games. Allem voran sogar der MS Flugsimulator!
Und wo genau soll diese Titelflut hergekommen sein? Werfen wir doch mal einen ungeschönten Blick auf das sogenannte ‚Line-up‘ des letzten halben Jahres.
Was kam denn da tatsächlich für die PS VR2? Myst und Riven. Das sind die Remakes von uralten Adventure-Klassikern. Nett für Nostalgiker, aber kein AAA-Futter. Oder Wrath: Aeon of Ruin – ein Retro-Shooter, der auf einer 25 Jahre alten Grafik-Engine basiert. Dazu kommen ein paar solide Nischen-Erfahrungen wie Virtual Hunter. Wenn das für dich eine Plattform ist, die ‚nur so vor guten Games strotzt‘, dann hast du schlicht die Definition eines Blockbusters komplett aus den Augen verloren.
Selten so einen, an Tatsachen orientierten, guten Beitrag von einem Mod hier gelesen. 🙂
Danke.
Von der Preis Leistung ist die PS VR Brille sehr gut, die meisten wollen mit so etwas aber nicht zocken, deswegen hat das vorerst keine Zukunft, egal von welchen Hersteller.
PS VR2 ist mit abstand das beste PCVR headset. Perfekt für simulationen (was meiner meinung auch die einzig richtige anwendungs gebiet ist). Mainstream gwhört nicht auf die VR brille, das gehört auf den Screen. Nur wusste das Sony nicht und wird es mit ihren verblendeten Geschäftspraktiken auch nie verstehen.
Ja, meine liegt auch seit November ungenutzt in der Ecke.
Kurzweilig lustig, aber für mich eher ein Fehlkauf.
Marc Schmidt das beantwortet meine frage nicht! das wirst du doch wohl definieren können?
Nur hier liegt ja das Problem, es wird nichts mehr verbessert. Das Thema ist durch.
Ich kann den Frust der Leute verstehen, die sich die VR2 gekauft haben und zum Schluss enttäuscht wurden. Aber wann lernt ihr es mal? Genau so tickt die Firma Sony. Läuft etwas nicht, wird es eingestellt und der Kunde ist mal wieder der Dumme.
Bei der PS Vita und der VR1 hat Sony die Hardware auch einfach fallen lassen, weil deren Erwartungen am Anfang zu hoch waren und dann wurden einfach keine hochwertigen Games mehr geliefert. Ich musste bei beiden Geräten leider die Erfahrung machen und habe die VR2 kurz vor der Lieferung wieder abbestellt. Weil ich eben wieder diese Befürchtung hatte und sie sich bewahrheitet hat. Traurig aber wahr.
„It
s not a trick, its a Sony“ 😉Das läuft bei jeder Firma so oder was denkst du warum es kein windows phone oder google stadia mehr gibt?
Ich sage nur Marktübersättigung bei Smartphones und völlig überzogene Preispolitik bei Google Stedia und somit fehlende Akzeptanz?! Kann somit nicht miteinander verglichen werden. Was beide gemeinsam hatten, war der Mangel an exklusiven Spielen.
Was ich ursprünglich sagen wollte, war der Déjà-vu – Effekt bei der VR2 zur VR1. War doch genau das gleiche Problem. Nur gab es im Verhältnis etwas mehr Tech-Demos für die VR1 und das sagt doch alles. Sony hat zu viel falsch gemacht bei der VR2. Zu hoher Verkaufspreis bei zu hoher Kastration im Anwendernutzen. VR lebt vom Gaming und von Entertainment, letzteres wurde erst gar nicht geliefert. Und wie viele gute VR – Spiele gibt es denn für die VR2, die den hohen VK-Preis rechtfertigen?