Für viele PlayStation-Besitzer, insbesondere mit Launch-Modellen der PS5, wächst derzeit die Sorge: Systemabstürze, Überhitzung und Hardwareversagen – Ursache könnte ein schleichendes Problem mit der „innovativen“ Flüssigmetall-Kühlung sein.
Die Situation erinnert einige an den berüchtigten Red Ring of Death (RROD), der Microsofts Xbox 360 kurz nach ihrem Marktstart schwer belastete und in einem aktuellen Interview mit dem damaligen Xbox-Boss, Peter Moore, wieder ins Gedächtnis gerufen wird. Doch auch wenn auf den ersten Blick Parallelen bestehen, offenbart der Vergleich bei genauerer Betrachtung fundamentale Unterschiede – sowohl im Ausmaß des Problems als auch in der Reaktion der Unternehmen.
Xbox 360 – Eine junge Marke am Abgrund
Die Xbox 360 war für Microsoft ein strategisches Großprojekt – doch das RROD-Problem entwickelte sich bereits wenige Monate nach dem Launch 2005 zu einer existenziellen Krise. Konsolen fielen massenhaft aus, Händler meldeten Rücklaufquoten im zweistelligen Prozentbereich. Das Problem wurde immer sichtbarer: Drei rot leuchtende LEDs signalisierten den Hardwareschaden unmissverständlich.
Microsoft reagierte damals laut Moore radikal und investierte über 1,15 Milliarden US-Dollar in ein weltweites Rückruf- und Austauschprogramm. Kunden bekamen binnen 24 Stunden Versandmaterialien, schickten die defekten Geräte kostenlos zurück und erhielten ebenso zügig ein Ersatzgerät. Die Garantie wurde pauschal auf drei Jahre verlängert. Für damalige Verhältnisse war das ein beispielloses Zeichen von Kundenorientierung – aber auch eine Notwendigkeit. Xbox war eine junge Marke. Wäre das Vertrauen nachhaltig beschädigt worden, hätte Microsoft womöglich komplett aus dem Konsolengeschäft aussteigen müssen.
PS5 – Flüssigmetall, Abschaltungen und eine stille Krise
Ganz anders die Lage bei der PS5. Hier berichten Entwickler und Nutzer seit einigen Monaten von spontanen Systemabschaltungen. Laut Aussagen des Entwicklers Matthew Cassells (Alderon Games) liegt die Ursache sehr wahrscheinlich im eingesetzten Flüssigmetall-Kühlmittel, das sich in vertikal stehenden Konsolen mit der Zeit verschiebt. Es entstehen sogenannte „Dry Spots“ auf der APU, die zu thermischen Problemen führen können.
Zwar ist die Fehlerquote mit geschätzten 2–3 % allein beim eigenen Spiel vergleichsweise gering – doch angesichts von über 77 Millionen verkauften PS5-Konsolen weltweit betrifft das dennoch eine relevante Nutzergruppe. Anders als beim RROD gibt es aber keine klar sichtbare Fehlermeldung, keine systematische Erkennung. Das Problem bleibt unsichtbar – und wird deshalb von vielen nicht als Serienfehler erkannt.
Hinzu kommt, dass die meisten Launch-Konsolen inzwischen außerhalb der Garantie sind. Sony hat das Problem bislang auch weder offiziell bestätigt noch sonst sich dazu geäußert. In späteren Modellen wie der PS5 Slim oder PS5 Pro wurden aber nachweislich Designänderungen an der PS5-Kühlung vorgenommen, die ein Abfließen des Kühlmittels verhindern sollen. Für betroffene Nutzer bedeutet das jedoch: Keine Garantie, keine Transparenz – und auch keine Kulanz, zumindest bislang nicht öffentlich kommuniziert.
Warum der Vergleich trotzdem mit dem RROD schwer ist
So ähnlich sich beide Fälle im ersten Moment anfühlen mögen – sie unterscheiden sich grundlegend:
- Zeitpunkt des Auftretens: Beim RROD traten Fehler schon 6–7 Monate nach Launch auf – also mitten in der Garantiezeit. Bei der PS5 wird das Problem nach über vier Jahren sichtbar.
- Marktstellung: Microsoft war 2005 Herausforderer mit Imageproblemen. Sony 2025 ist etablierter Marktführer mit loyaler Fanbasis.
- Sichtbarkeit des Defekts: RROD war offensichtlich. Das PS5-Problem bleibt oft unbemerkt oder wird anderen Ursachen zugeschrieben.
- Unternehmensstrategie: Microsoft agierte offensiv, weil es musste. Sony kann sich heute – zumindest aus wirtschaftlicher Sicht – Zurückhaltung leisten.
Eine stille Gefahr – aber keine Existenzkrise
Das Flüssigmetall-Problem der PS5 ist real, aber nicht mit dem historischen RROD-Versagen der Xbox 360 vergleichbar. Weder in Ausmaß noch in technischer Klarheit noch in marktwirtschaftlicher Dringlichkeit. Dennoch zeigt der Fall: Auch etablierte Marken wie PlayStation sollten technische Schwächen transparent kommunizieren – und betroffenen Nutzern mehr als bloß stille Nachbesserungen anbieten.
Hast du Erfahrungen mit Flüssigmetallproblemen bei der PS5? Wurde deine Konsole schon mal heiß oder hat sich unerwartet abgeschaltet? Schreib es in die Kommentare.
Als ob’s heraufbeschwört wäre,
heute Abend hat Death Stranding 2 durch immer noch ausstehenden Hotfix meine PS5 Pro gekillt.
Jetzt geht das Rumgeärgere mit dem Sony Service los mit anschließenden wochenlangen Warten.
Geil.
Hab ne Standard PS5. Vertikal. Zocke bis die Lüfter glühen, jeden Tag. Keine Probleme, keine Abstürze…nüscht. läuft wie am ersten Tag.
Jan Vollenbröker bei mir das selbe null Probleme.
Ich hatte mit keiner PS jemals Probleme gehabt, genau so wenig hatte ich jemals Probleme mit dem Stickdrift (ausser der Switch). Bei der 360 allerdings, hatte ich 2 Konsolen und beide sind an einer RROD gestorben. Beides mal reparieren lassen und nach der Reparatur verkauft. Deshalb habe ich die One X übersprungen und bin erst wieder mit der Series X am Start. Mittlerweile ist Sie nur noch ein Staubfänger und wird nur Eingeschalten für Exclusives im Gamepass.
Zur Zeit der X360 arbeitete ich noch im ehemaligen Beruf als Kaufmann an der Front und hatte somit schnellen Zugang zu getauschten bzw. gebrauchten Geräten, konnte somit meine insgesamt sechs (!!!) defekten Geräte auswechseln, bis ich letztlich zur Hardware Revision in (ich glaube das war) 2012 übergegangen bin. Die Situation damals war, gemessen an den Verkaufszahlen im Vergleich zur Playstation, gelinde gesagt eine Vollkatastrophe, trotz richtig guter Ansätze & vorhandener Games durch das Team XBox.
Wenn man das mit dem heute scheinbar vorherrschenden Problem der Flüssigmetallkühlung der aktuellen Playstation vergleicht, auch hier wieder den Unterschied zur tatsächlichen Verkaufszahl XBox / Playstation beachten, ist das kein Vergleich mehr, eher eine Gegenüberstellung David vs. Goliath. Nie im Leben hat das Standard PS5 Modell das Ausmaß an Ausfallrate gegenüber der damaligen XBox und die PS5 Pro macht dahingehend ohnehin vieles, wenn nicht sogar alles, zumindest im technischen Bereich, auch der Architektur, besser als das Standardmodell der PS5.
Glücklicherweise hat sich die XBox Hardware in kommenden Generationen qualitativ in jeder Hinsicht + Features deutlich verbessert, auch wenn sie nicht mehr an die Glanzzeiten anknüpfen konnte, hier betreten gänzlich andere selbstgemachte Probleme & getroffene Entscheidungen die Bühne, die seitens des Unternehmens heute eine traurige & tragende Rolle spielen.