PS5 & XSX – HDMI 2.1 Bug verhindert korrekte Wiedergabe im Performance Mode

In den vergangenen Tagen sorgte ein Bericht im Internet für Furore, der einen „schwerwiegenden“ Bug im kommenden HDMI 2.1 Standard offen legt, der insbesondere die Xbox Series X und neuen Nvidia Grafikkarten betrifft. Die PS5 ist davon womöglich auch betroffen, obwohl hier entsprechende Tests noch fehlen.

Der Bug tritt dann auf, wenn man seine XSX oder Nvidia Grafikkarte über einen aktuellen AVR / AVC von Denon, Marantz oder Yamaha mit dem TV verbindet und einen hohen Performance Mode wählt (4K/120fps, 8K/60fps). Diese setzen beim HDMI 2.1 Anschluss auf einen Chipset von Panasonic, was zur Folge hat, dass das Bild dann einfach schwarz bleibt und auch kein Ton ausgegeben wird. Verbindet man die Konsole oder Grafikkarte direkt mit dem TV, funktioniert alles wie gehabt. Das Problem liegt womöglich also im HDMI 2.1 Chipset der AVRs und AVCs.

Hersteller suchen nach Lösung

Die Hersteller hinter den AVRs und AVCs, Sound United und Yamaha, bestätigen das Problem und suchen derzeit nach einer dauerhaften Lösung. In einem Statement erklärt Sound United dazu:

„Einige neue Gaming-Quellgeräte, die 4K / 120Hz-Output unterstützen, funktionieren möglicherweise nicht vollständig mit 8K-AVRs von Denon (oder Marantz). Möglicherweise stellt man dieses Inkompatibilitätsproblem aufgrund einer Nichtübereinstimmung des HDMI-Chipsatzes zwischen den Geräten fest. Wenn das betroffene System über einen 8K-HDMI-Eingang mit dem AVR verbunden und auf 4K / 120Hz eingestellt ist und die Option 4K-Signalformat des AVR auf „8K Enhanced“ eingestellt ist, wird das Quellvideo des Systems möglicherweise nicht auf dem Display angezeigt und die vom AVR verarbeitete Audioquelle des Systems nicht ausgegeben. Dieses Problem tritt nur auf, wenn ein Display verwendet wird, das 4K / 120Hz unterstützt.“

Dies dürfte also so ziemlich alle Modelle des aktuellen Jahres betreffen, die erstmals auf HDMI 2.1 setzen. Das Problem wird derzeit von den Herstellern untersucht, die bis dahin einen Workaround anbieten. Laut diesem soll man die XSX / PS5 etc. direkt mit dem TV verbinden und den Sound via eArc an den AVR / AVC zurückgeben. Ein weiterer Workaround empfiehlt, sich zunächst auf maximal 4K und 60fps zu beschränken.

Ob sich dieser Fehler per Software-Update beheben lässt, ist derzeit unklar. Vermutet wird, ob letztendlich nicht sogar ein Austauch des kompletten Chipset notwendig wird, wozu jeder seinen AVR / AVC zum Hersteller einschicken müsste.

Wie erwähnt, konnte man das Problem derzeit nur mit der Xbox Series X und Nvidia Grafikkarten reproduzieren. Ob die PS5 ebenfalls Probleme in der Hinsicht hat, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.

Update: User im HiFi-Forum diskutieren die Sache derzeit schon eifrig und bringen etwas Licht in das Ganze. PS5 User könnten demnach Glück haben. So liegt das Problem wohl im neuen Übertragungsverfahren FRL (Fixed Rate Link), das von der Xbox Series X und den neuen Nvidia-Grafikkarten in unkomprimierter Form verwendet wird. Sony setzt hingegen wohl auf ein komprimiertes Verfahren und ist daher womöglich auch nicht betroffen, was allerdings erst noch getestet werden muss.

Weitere Probleme soll es auf der Xbox auch mit VRR und ALLM geben, das nicht korrekt in Verbindung mit einer hohen Auflösung der Framerate richtig funktioniert.

Sollte der Fehler tatsächlich darauf zurückzuführen sein, glaubt man hier ebenfalls nicht, dass sich dies durch ein Software-Update beheben lässt und man eine kurzfristige Lösung somit für ausgeschlossen hält.

Update: In einem aktuellen Statement von Yamaha bestätigen diese, dass die eigenen Modelle ebenfalls davon betroffen sind, darunter der RX-V6A, RX-V4A, TSR-700 und der TSR-400. Wann man eine Lösung dafür anbieten kann, ist nicht bekannt.

Allerdings bezweifelt man auch hier, dass ein Firmware-Update ausreichen würde und vermutlich ein Hardwaretausch notwendig sein wird. Die PS5 wird laut Yamaha vermutlich jedoch nicht davon betroffen sein.

Sollte es am Ende tatsächlich nur die Xbox und Nvidia Grafikkarten treffen, wäre auch hier ein Umdenken auf ein komprimiertes Verfahren eine mögliche Lösung, die durchaus in den Spezifikationen von HDMI 2.1 zur Wahl steht.