PS6 erst 2030? Dann spielt halt eure verdammten Backlogs durch

PS6 erst 2030? Gut so. Warum eine überteuerte Konsole niemand braucht, solange die PS5 läuft – und euer Backlog voll ist. Zeit für Vernunft statt Hype.

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Die PS6 soll später kommen, und wisst ihr was? Das ist vermutlich das Vernünftigste, was Sony seit Jahren tun kann. Nicht sexy, nicht hype-tauglich, aber rational. Während sich Teile der Community seit Monaten in imaginären 8K-Trailern und Raytracing-Träumen verlieren, schaut Sony derzeit vermutlich nüchtern auf Excel-Tabellen, und sagt sich: Warum hetzen, wenn die PS5 noch immer Geld druckt?

Die PS5 läuft – warum sollte Sony abbremsen?

Wir sind im sechsten Jahr der PS5, und entgegen aller Untergangsprophezeiungen verkauft sich die Konsole weiterhin stabil. First-Party-Spiele performen, Third-Party-Titel ebenfalls, und selbst Cross-Gen ist längst kein Schimpfwort mehr, sondern Geschäftsmodell.

Analysten rechnen deshalb mit einer verlängerten PS5-Generation – PS6 frühestens 2029 oder 2030 –, wie hier berichtet. Aus Konzernsicht ist das logisch, denn eine neue Konsole bedeutet Milliarden-Investitionen, Produktionsrisiken und am Ende womöglich eine Preisdebatte, die Sony gerade nicht führen will. Denn Hand aufs Herz: Wer glaubt ernsthaft, eine PS6 würde unter 600 Euro starten?

Technikträume treffen Kostenrealität

Der eigentliche Elefant im Raum heißt nicht Innovation, sondern Preis. RAM ist teuer, schnelle SSDs ebenso, Lieferketten sind fragil. Eine PS6 mit echtem Leistungssprung wäre entweder absurd teuer, oder technisch enttäuschend. Beides wäre Gift, denn Konsolen leben davon, „gut genug“ zu sein, nicht davon, PC-Enthusiasten glücklich zu machen. Sony weiß das, und Sony weiß auch, dass eine überhastete PS6 mit Kompromiss-Hardware schlimmer wäre als gar keine PS6.

Marketing würde das natürlich anders nennen. „Zugängliche Next-Gen-Erfahrung“. Übersetzung: Sparmaßnahmen mit Hochglanzfolie.

Handheld statt PS6? Gar nicht so abwegig

Spannender ist ein anderer Gedanke: Was, wenn Sony die Zeit nutzt, um zuerst einen neuen Handheld zu bringen? Die Gerüchte halten sich hartnäckig, und strategisch wäre das eine seltene Gelegenheit.

Ein Handheld als Testfeld für neue Architektur, neue OS-Strukturen, neue Ökosystem-Ideen – perfekt, um später einen sauber geplanten PS6-Launch hinzustellen, statt wieder mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Und ganz nebenbei bindet man Nutzer weiter ans PlayStation-Universum.

Der klassische Konsolenkrieg mit Xbox? Der ist ohnehin vorbei. Microsoft spielt Cloud-Schach, Sony Hardware-Poker. Beide tun nicht mehr so, als ginge es um Stückzahlen allein.

Stillstand oder Reifephase?

Natürlich kann man argumentieren, dass sich Gaming „alt“ anfühlt, wenn Hardware zu lange bleibt. Aber vielleicht liegt das Problem weniger an der PS5 als an unserer Erwartungshaltung, dass jede Generation ein Quantensprung sein muss. Die PS4 wird seit mittlerweile 6 Jahren mitgeschleift, kein Wunder also, dass sich die PS5 anfühlt, als käme sie gerade erst aus den Startlöchern. Sie wurde von ihrer eigenen Vorgängerin ausgebremst.

Am Ende ist die Rechnung simpel: Eine PS6 2027 wäre teuer, kompromissbehaftet und überflüssig. Eine PS6 2029 oder 2030? Das könnte tatsächlich ein Sprung sein, der den Namen verdient. Und bis dahin? Spielt halt die tausend PS5-Spiele, die ihr eh noch nicht durchhabt. Geduld ist unsexy, aber billiger als eine 700-Euro-Fehlgeburt.

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mischmasch77
19 Tage zuvor

Den Pile of Shame könnte man so natürlich gut verkleinern. Aber sind wir ehrlich: wir wollen alle diesen Stapel haben. Aber sollte man deswegen die kommende Konsole in die Zukunft verschieben?
Ich kann nachvollziehen, dass die Chippreise das Geschäft verhageln könnten. Aber das Thema wird sich garantiert wegen steigender Produktionen und reduzierter Nachfrage anderer IT-Produkte von selbst erledigen bzw. wird der Preisanstieg nicht so dramatisch sein, wie es gerade zu lesen ist..

Sunny Sebastian Nitschke
20 Tage zuvor

Die braucht auch keiner jetzt schon, da man die PS5 noch nicht mal ausgereizt hat.

Crydog
20 Tage zuvor

Welchen backlog? Die guten spiele kann man an eine Hand abzählen wenn es so weiter geht fang ich bald noch Fifa an zu spielen

OmniGamer
20 Tage zuvor
Reply to  Crydog

2025 war eines der krassesten Jahre was Indie, AA oder AAA angeht. Vielleicht ist Gaming einfach nicht mehr das richtige Hobby für dich und du solltest es nicht erzwingen. Probiere neue Dinge aus und werde dort glücklich,
ich spiele mit 100 Spiele pro Jahr durch und ich komme mit den Releases nicht hinterher und habe noch 100 Spiele mindestens im Backlog.

insane85
19 Tage zuvor
Reply to  Crydog

Genau das ist das was ich im anderen Chat gemeint habe. Nur weil du kein Backlog hast, heißt es doch nicht das die anderen keines haben.

Ich habe noch zig Spiele, welche ich noch spielen will aber nicht kann, da die nötige Zeit fehlt. Ich habe in meinem Spielekatalog über 1000 digitale Spiele (PS Plus und selbst gekaufte), welche sich seit der PS4 Ära angesammelt hat und es wären mehr wenn ich noch Zugriff auf meine PS3 Bibliothek hätte. Also meine Pille of Shame ist riesig und das nur auf der Playsie, wenn ich XBox und Switch dazunehmen würde, da wird mir ganz schwindelig.

Bin ich trotzdem scharf auf die PS6, aber sowas von! Habe ich es eilig, nein.

OmniGamer
19 Tage zuvor
Reply to  insane85

Vorallem kann man auch ältere Spiele die man mag immer wieder rausholen, z.b. ein Witcher 3 kannste andere Entscheidungen/ Wege gehen und mit dem next-gen Grafik Update schaut es auch heute noch mehr als gut aus.

Ich habe Nightreign deinstalliert, nicht weil es gameplay technisch mit das Beste ist, sondern weil ich darin viel zu viel Zeit verbringe und mal wieder mehr Zeit für den Backlog aufbringen muss.

Und wenn man täglich auf gg.deals schaut, dann wächst der Backlog sowieso automatisch , sogar der backlog hat ein backlog, nennt sich wishlist 😀

Fenste
20 Tage zuvor

Das sind die besten zwei Cent zu dem Thema, die ick neben einem Video von Linus Tech Tips zum fast gleichen Thema die Tage vernommen habe. Einfach mal weg vom Hype und in der klammen Zeit die man zum Zocken hat das Beste rausholen aus dem was gerade da ist. Danke!

Micki Kostić
20 Tage zuvor

Ne, ps6 kann noch warten!

Kosta Reisch
20 Tage zuvor

Eine ps6 wird locker 600 Euro aufwärts kosten wenn nicht sogar 800 Euro aufwärts. Das wird auch 100 pro so sein das wir auf ps6 locker 3-4 Jahre warten bis es angekündigt wird bzw. erscheint.

Jonas Bu
20 Tage zuvor

Wenn PSSR 2 den gewünschten Effekt bringt, dann nicht

Kosta Reisch
20 Tage zuvor
Reply to  Jonas Bu

Jonas Bu pssr 2 wird Schwung bringen so das man auf ps6 gedrost warten kann

Marvin Seitz
20 Tage zuvor

Die Diskussion ist lächerlich. Die ps6 kann gern noch 4 Jahre warten … dann möchte ich aber komplette Trennung zur ps5… alle neuen spiele hauptsächlich dann auch für die neue Konsole das sie sich auch lohnt

Peter Erlmeier
20 Tage zuvor

Es braucht noch keine PS6.

N7Dan
20 Tage zuvor

Richtig.

Ich kann nachvollziehen, dass es nicht jedem so ergeht wie mir bzw. einem nicht unerheblich großen Anteil der Community, ich habe mindestens 35+ ungespielte Games in meiner PS5 Pro bzw. Portal Bibliothek, die hervorragend für’s vorliegende System optimiert wurden und die kommenden Jahre nicht an Qualität verlieren werden. Ich spiele im Jahr zwischen ein & maximal drei Games durch, rein rechnerisch bin ich damit bis zur Ankündigung der PS6 Pro bzw. PS7 bestens versorgt und habe es somit nicht eilig.

Gemessen an vorliegenden Umständen haben Sony mit ihrer Strategie zugeschnitten auf meinen Bedarf alles richtig gemacht.

Ich kann warten & zocken.

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