Für die kommende PlayStation-Generation (PS6) arbeitet Sony verstärkt an einer KI-gestützten Frame-Interpolation, um die Bildrate durch Zwischenbildberechnung nativ auf Systemebene zu steigern. Das ergeben jüngste Hinweise aus Entwicklerangaben.
Dass die nächste PlayStation-Konsole weiterhin massiv auf Machine Learning setzen wird, um die visuelle Performance über die reine Hardware-Rohleistung hinaus zu optimieren, ist kein Geheimnis. Aktuelle Informationen aus Kreisen von Sony Interactive Entertainment deuten darauf hin, dass die Forschung an einer Pipeline für Frame Interpolation – also die Generierung künstlicher Zwischenbilder – bereits im vollen Gange ist. Dies wäre die logische Evolution der mit der PS5 Pro eingeführten PSSR-Technologie.
Fokus auf Frame Interpolation für die nächste Generation
Ein Senior Research Scientist bei PlayStation gab über sein LinkedIn-Profil Einblicke in aktuelle Projekte. Demnach wird die Forschung an einer „Frame Interpolation Pipeline“ speziell für die „Next-Generation PlayStation Platform“ vorangetrieben. Während PSSR bei der PS5 Pro primär für das Upscaling der Auflösung zuständig ist, zielt Frame Interpolation darauf ab, den gefühlten Flow des Spielgefühls zu verdoppeln, indem zwischen zwei berechneten Bildern ein KI-generiertes Bild eingefügt wird.
Interessant ist hierbei der methodische Ansatz. In der Forschung kommen Tools wie Nvidias CUDA und TensorRT zum Einsatz. Da die kommende Hardware-Architektur von Sony aber auf AMD-Chips basieren wird, deutet die Nutzung von Nvidia-Tools darauf hin, dass Sony den Industriestandard DLSS 3/4 als direkten Benchmark nutzt, um eine vergleichbare proprietäre Lösung für die eigenen Konsolen zu entwickeln.
PSSR als Fundament der PS6-Architektur
Die PS5 Pro hat mit dem dedizierten KI-Beschleuniger für PSSR den Grundstein gelegt. Für die PS6 ist davon auszugehen, dass diese Hardware-Einheiten deutlich potenter ausfallen werden.
- Skalierbarkeit: Sony verfolgt das Ziel, Hardware-Limitierungen durch Software-Intelligenz zu umgehen.
- Wettbewerb: Mit AMDs FSR 4 und Nvidias DLSS-Vorsprung steht Sony unter Druck, eine integrierte Lösung zu bieten, die unabhängig von Drittanbietern funktioniert.
- Abwärtskompatibilität: Eine systemweite Frame Interpolation könnte theoretisch auch ältere PS5-Titel ohne aufwendige Patches auf höhere Bildraten hieven, sofern die Hardware dies unterstützt.
Die Spekulationen über Frame Interpolation zeigen deutlich, wohin die Reise geht. Native 4K-Auflösungen mit 60 oder 120 FPS werden auch in der nächsten Generation nicht allein durch enorme Rechenleistung (TFLOPS) erreicht, sondern durch intelligente Rekonstruktion. Spiele, die intern nur mit 30 oder 60 FPS laufen, könnten durch die KI-Pipeline flüssiger dargestellt werden.
Allerdings bringt Frame Interpolation systembedingt Input-Lag mit sich. Sony muss also parallel dazu an einer Technologie zur Latenzreduzierung arbeiten, ähnlich wie Nvidias „Reflex” oder AMDs „Anti-Lag”. Die Qualität der Zwischenbilder muss hoch genug sein, um Artefakte bei schnellen Bewegungen zu vermeiden – eine Disziplin, in der KI-Modelle durch Training stetig besser werden.
Dass Sony an Frame Interpolation forscht, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Die PS5 Pro hat gezeigt, dass PSSR im Hinblick auf Bildruhe bereits nah an DLSS herankommt. Für die PS6 wird die KI-Integration kein Bonus-Feature mehr sein, sondern der Kern der Grafik-Pipeline. Wer auf native 8K-Auflösungen ohne KI-Tricks hofft, wird enttäuscht werden; die Zukunft gehört der effizienten Bildmanipulation durch Machine Learning.