Die nächste Konsolengeneration nimmt langsam Kontur an – nicht offiziell, aber hinter den Kulissen. Erste Schätzungen zur PS6 und Xbox Project Helix kursieren bereits. Und eine Behauptung sticht besonders heraus: Die PS6 könnte mit der RTX 4090 gleichziehen – also mit der derzeit stärksten Gaming-Grafikkarte von Nvidia.
Das klingt zunächst nach Luftschloss, doch wer genauer hinhört, erkennt, dass die Aussage nicht von einem YouTube-Kommentator, sondern von Moore’s Law is Dead kommt. Und der ist in der Szene dafür bekannt, frühzeitig Zugang zu Insiderinformationen zu haben, unter anderem direkt aus Kreisen von AMD, Sony und Board-Partnern.
Was über die PS6 gesagt wurde
In einer aktuellen Podcast-Folge erklärt der Insider, dass man bei der PS6-Planung derzeit realistisch von einer Verdopplung der PS5 Pro-Leistung ausgehe. Die PS5 Pro, so der aktuelle Konsens, soll sich bei etwa der Leistung einer Radeon RX 6800 XT einpendeln. Eine Verdopplung dieses Niveaus würde die PS6 in Reichweite der RTX 4090 bringen, zumindest, wenn man rein auf Rohleistung schaut.
Das klingt zunächst gewagt, ist aber nachvollziehbar, wenn man die Entwicklungszyklen betrachtet. Denn die PS6 wird frühestens 2028 erscheinen, und bis dahin sind neue Fertigungsverfahren wie 3 nm oder darunter längst etabliert. Gleichzeitig erwartet man GPU-Architekturen wie RDNA 5 oder gar „UDNA“, bei denen AMD laut Insiderberichten auf deutlich höhere Effizienz und Taktfrequenzen setzt. All das zusammengenommen lässt den 4090-Vergleich plötzlich gar nicht mehr so unrealistisch wirken.
Architektur, Strategie, Preis
Ein Punkt, der in der Diskussion oft übersehen wird, ist, dass Sony und Microsoft nicht ins Blaue hinein entwickeln. Sie kalkulieren mit zukünftigen Fertigungskosten, Preiszielen und der Notwendigkeit zur Abwärtskompatibilität. Laut Moore’s Law is Dead gibt es Überlegungen, zwei PS6-Modelle auf den Markt zu bringen – ein günstigeres Einstiegsmodell mit starker CPU, aber reduzierter GPU-Leistung – gedacht für die PS4-User, die bisher nicht gewechselt haben. Und ein leistungsstärkeres Modell für Enthusiasten, das tatsächlich auf dem Niveau oder knapp über der 4090 liegen könnte. Damit hätte man allerdings eine ähnliche Situation wie jetzt mit der Xbox Series X|S, von der Sony bislang nicht so viel hielt.
Ein solches Gerät müsste mindestens 60 Compute Units bieten, um volle Abwärtskompatibilität zur PS5 Pro zu gewährleisten. Mit einer flexiblen CU-Konfiguration könnte man so theoretisch alle Generationen von PS4 bis PS6 nativ unterstützen und gleichzeitig skalieren, je nachdem ob gerade ein Remaster oder ein neues Exklusivspiel läuft.
Auch der Arbeitsspeicher dürfte ein entscheidender Faktor sein. In Bezug auf die kommende Zen-6-Architektur betont man, dass DDR5-RAM mit Taktraten über 8000 MHz zunehmend erschwinglich wird. Schon heute lassen sich 32 GB DDR5-8000 für unter 160 Dollar finden. Kombiniert mit neuen Bridge-Dies und überarbeiteten Speichercontrollern wäre auch ein 24-Kern-Zen-6- oder Zen-7-Design denkbar – mit akzeptabler Bandbreite selbst bei klassischen Dual-Channel-Systemen.
Konsolen werden zu High-End-PCs
Ob man sich an der RTX 4090 messen muss, ist letztlich Ansichtssache. Was feststeht ist, dass die nächste Generation an Konsolen deutlich performanter, moderner und flexibler wird. Nicht nur bei Grafik, sondern auch bei Themen wie AI-Upscaling, Latenzoptimierung oder Hardware-basierter Raytracing-Beschleunigung. Moore’s Law is Dead beschreibt die Entwicklung treffend: „Sony wird liefern. Nicht morgen, nicht nächstes Jahr – aber bis 2028 ist 4090-Leistung nicht mehr utopisch.“
Wer nun erwartet, dass PC-Gamer ihre Karten einmotten können, liegt trotzdem daneben. Bis zur Veröffentlichung der PS6 wird Nvidia wohl längst die RTX 6080 oder gar 7090 ins Rennen schicken. Und auch AMD dürfte bis dahin mit neuen Designs kontern. Der Vorsprung, den Konsolen mit einem neuen Generationssprung erzielen, ist traditionell zeitlich begrenzt.
Die Aussage, die PS6 könne mit einer RTX 4090 mithalten, ist provokant, aber nicht aus der Luft gegriffen. Dank künftiger Fertigungsprozesse, effizienteren Architekturen und neuen Speicherlösungen ist dieses Ziel realistisch. Was daraus folgt, ist klar. Die PS6 und die Xbox Project Helix werden mehr sein als reine Upgrades. Sie könnten ein neues technisches Niveau setzen, zumindest kurzzeitig.
Entscheidend bleibt jedoch, wie Sony und Microsoft diese Leistung nutzen. Für beeindruckende Spiele braucht es nicht nur Teraflops, sondern auch gute Engines, sinnvolle Skalierung – und Entwickler, die mit der Hardware umgehen können.



