Die PlayStation Spectral Super Resolution-Technologie (PSSR) ist kein bloßer Abklatsch von PC-Upscalern, sondern spezifisch auf die Sehgewohnheiten von Konsolenspielern und deren Sitzabstand zum Fernseher trainiert.
In einem technischen Tiefenlauf mit Digital Foundry legte Systemarchitekt Mark Cerny offen, dass Sony bei der Entwicklung von PSSR 2 einen entscheidenden Faktor priorisiert: die physische Distanz zwischen Spieler und Bildschirm. Während die Industrie lange Zeit versuchte, universelle Algorithmen für alle Bildschirme zu finden, rückt Sony nun die psychovisuelle Wahrnehmung im Wohnzimmer-Kontext in den Mittelpunkt der KI-Optimierung.
Distanz entscheidet über die Fehlerwahrnehmung
Die technische Herausforderung beim Upscaling – also dem Hochrechnen einer niedrigen internen Auflösung auf 4K – liegt in der Vermeidung von Bildfehlern (Artefakten). Cerny betont, dass die Bewertung dieser Fehler massiv davon abhängt, ob man 60 Zentimeter vor einem Monitor oder drei Meter entfernt auf der Couch sitzt.
Ein klassischer PC-Spieler bemerkt sofort feinste Unschärfen in Texturen oder Aliasing an harten Kanten. Auf die Distanz eines typischen Konsolenspielers treten diese Details in den Hintergrund. Stattdessen werden hier temporale Artefakte zum Immersionskiller: Das gefürchtete Flimmern von Stromleitungen, Vegetation oder feinen Gitternetzen in der Ferne fällt auf einem großen TV-Panel bei Bewegung extrem störend auf.
Gezieltes KI-Training statt „One Size Fits All“
Cerny stellt die berechtigte Frage, ob Machine-Learning-Modelle unterschiedlich trainiert werden müssen, wenn das Zielgerät ein Fernseher ist. Die Antwort scheint ein klares Ja zu sein. Durch den Fokus auf das Konsolen-Szenario ergeben sich für PSSR klare technische Schwerpunkte:
- Stabilität vor Schärfe: PSSR soll vor allem die Bildruhe in der Bewegung garantieren. Ein stabiles Bild ohne Pixelflimmern wirkt aus der Distanz hochwertiger als ein überschärftes Bild mit Artefakten.
- Rekonstruktion für große Flächen: Auf 65-Zoll-Displays und größer müssen Upscaler anders mit dem Füllen von Lücken umgehen, um ein homogenes Gesamtbild zu erzeugen.
- Effizienz der Rechenleistung: Wenn die KI „weiß“, welche Details das menschliche Auge auf drei Meter Entfernung ohnehin nicht mehr auflösen kann, lässt sich die Rechenpower der GPU gezielter einsetzen.
Im direkten Vergleich zu Nvidias DLSS, das eine enorme Bandbreite von Notebook-Displays bis hin zu Ultrawide-Monitoren abdecken muss, kann Sony PSSR wesentlich spitzer auf das geschlossene Ökosystem der PS5 Pro zuschneiden.
Für Käufer der PS5 Pro ist diese Nachricht ausschlaggebend. Es bedeutet, dass PSSR nicht zwangsläufig versuchen wird, in Standbild-Vergleichen gegen PC-Enthusiasten-Setups zu gewinnen. Stattdessen wird die Bildqualität darauf optimiert, wie wir Spiele tatsächlich konsumieren: entspannt auf dem Sofa.
Der Mehrwert liegt in der visuellen Konsistenz. Wer bisher von flimmernden Kanten in Titeln wie Silent Hill oder „Star Wars Outlaws“ genervt war, bekommt mit PSSR 2 eine Lösung, die genau dieses „Bildrauschen“ eliminiert. Sony nutzt die KI hier nicht für pure Benchmark-Zahlen, sondern für ein ruhigeres, filmischeres Erlebnis im Wohnzimmer.
God of war Ragnarök ist auf einem 83“ LG OLED eine absolute Augenweide. Muss man einfach mal selbst gesehen haben.
Hat nix mit Grösse zu tun, eher mit der Qualität deines OLEDs. Grösse Abstand Verhältniss kannste anpassen!