PSSR und CPU-Boost: Crimson Desert verspricht das Ende der Konsolen-Kompromisse

Pearl Abyss bestätigt PSSR und CPU-Boost für Crimson Desert auf PS5 Pro. Warum das Studio lieber über Technik spricht als Gameplay zu zeigen.

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Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Pearl Abyss bündelt zwei Wochen vor Release die technischen Eckdaten für die PS5 Pro-Version von Crimson Desert. Während Skeptiker die Abwesenheit von echtem Konsolen-Gameplay kritisieren, verspricht das Studio eine Ausreizung der PS5 Pro-Features inklusive PSSR und CPU-Boost. Der südkoreanische Entwickler setzt darauf, dass die Zusatzleistung der 800-Euro-Konsole die ambitionierte Open World bändigt.

Die Hardware als Sicherheitsnetz für die Engine

Pearl Abyss nutzt die PS5 Pro nicht für grafische Spielereien, sondern als notwendiges Fundament für die eigene Engine. Die Entwickler bestätigen den Einsatz des High CPU Frequency Mode, um das Reisen durch die Welt von Pywel ohne Ruckler zu ermöglichen. Die SSD soll dabei als Fließband fungieren, das Daten in Echtzeit nachschiebt.

Dass Pearl Abyss explizit „Geometry Shader Oversubscription“ und „NGG Culling“ erwähnt, klingt nach technischer Tiefe, beschreibt aber primär den Versuch, die enorme Detaildichte der Welt zu verwalten, ohne dass die Bildrate in den Keller rutscht. Man versucht hier, eine visuelle Opulenz zu halten, die auf dem Standard-Modell der Konsole vermutlich zu schmerzhaften Kompromissen führen wird.

PSSR soll die 4K-Lücke schließen

Das Marketing-Versprechen lautet: 4K-Auflösung bei gleichzeitig hohen Bildraten. Die Realität dahinter heißt PSSR oder sogar PSSR 2.0. Crimson Desert nutzt das KI-Upscaling der PS5 Pro, um ein intern niedriger aufgelöstes Bild aufzuhübschen. Das ist kein Bonus, sondern mittlerweile die Standardantwort der Branche, um Raytracing und flüssige Bewegungen gleichzeitig auf den Schirm zu hieven. Ohne diese algorithmische Nachhilfe bliebe von der Pracht bei 60 FPS wohl nur noch Pixelsuppe übrig.

Zusätzlich kommen die üblichen DualSense-Spielereien zum Einsatz. Haptisches Feedback beim Parieren und Widerstand in den Triggern beim Bogenschießen gehören mittlerweile zum guten Ton für jeden größeren PS5-Titel. Es ist das Minimum an Immersion, das Spieler heute erwarten dürfen, wenn sie den Vollpreis bezahlen.

Marketing-Verteidigung statt echter Bilder

Hinter den Kulissen brodelt es derweil. Dass Pearl Abyss bisher primär PC-Material zeigte, sorgt für Unruhe in der Community. Man füttert bisher nur die Presse mit technischen Begriffen, um das Vertrauen der Vorbesteller zu halten, während man das echte Konsolenmaterial bis kurz vor knapp zurückhält.

Marketing-Sprecher Will Powers reagierte auf X dünnhäutig auf den Vorwurf, man verstecke die Konsolen-Version. Sein Appell, man solle das Team „kochen lassen“, ist die freundliche Umschreibung dafür, dass die Optimierung vermutlich bis zur letzten Sekunde vor der Pressung der Discs läuft. Die Spieler werden also erst am 19. März erfahren, ob die Hardware der PS5 Pro tatsächlich ausreicht oder ob das Spiel unter seiner eigenen Last zusammenbricht.

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