Das Wochenende hätte entspannt werden können. Ein paar Runden Ranked, vielleicht ein letzter Push vor dem Wochenstart. Stattdessen loggen sich viele Spieler in Rainbow Six Siege ein, und finden einen Ban-Bildschirm vor.
7 Tage Sperre, angeblich wegen „Harassment“. Nur eine Zahl, die in der Community sofort Erinnerungen weckt: das 6-7-Meme. Und damit die Frage, die gerade überall gestellt wird: Wird Rainbow Six Siege schon wieder gehackt, nachdem es erst im Dezember zu einem größeren Zwischenfall kam?
67 Tage Sperre ohne Erklärung
Die Berichte häufen sich seit dem Wochenende. Spieler melden willkürlich vergebene 67-Tage-Bans, offiziell deklariert als Regelverstoß, praktisch aber ohne nachvollziehbaren Auslöser. Auch bekannte Content-Creator sind betroffen. Das verleiht dem Thema Gewicht, und nimmt Ubisoft die Möglichkeit, das Ganze als Einzelfälle abzutun.
Es gibt bislang jedoch keinen Beleg dafür, dass Spieler tatsächlich gegen Verhaltensregeln verstoßen haben. Ebenso wenig gibt es eine offizielle Erklärung, wie es zu dieser spezifischen Dauer der Sperren kommt. Alles deutet darauf hin, dass hier nicht reguläre Moderation greift, sondern ein externes oder systemisches Problem vorliegt.
Rainbow Six Siege kämpft parallel mit Serverproblemen
Ein Blick auf Ubisofts eigene Statusseite verschärft den Eindruck. Matchmaking, Ingame-Store und Authentifizierung sind auf allen Plattformen als gestört markiert, die Serververbindung läuft nur eingeschränkt stabil. Ubisoft spricht von „untersuchten Problemen“, mehr nicht.
Parallel dazu explodiert das Community-Portal. Über tausend Meldungen zum gleichen Ban-Problem, eingestuft als „kritisch“. Und es trifft ein Spiel, das erst vor wenigen Tagen einen massiven Sicherheitsvorfall verdauen musste.
Nach dem letzten Vorfall ist Geduld ein rares Gut
Erst Ende Dezember wurde Rainbow Six Siege Ziel eines gravierenden Angriffs: Milliarden an Credits, manipulierte Logs und willkürliche Bans, die erst durch ein Rollback wiederhergestellt werden konnten. Ubisoft reagierte dort umgehend und transparent.
Noch ist unklar, ob es sich um einen erneuten Hack, einen Fehler in internen Systemen oder eine Verkettung mehrerer Probleme handelt. Diese Unsicherheit ist das eigentliche Problem. Denn Vertrauen ist in Live-Service-Spielen keine Selbstverständlichkeit, es muss gepflegt werden.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Ubisoft das Problem löst. Sondern wie schnell und wie offen. Wie oft kann sich Rainbow Six Siege solche Ausfälle noch leisten, bevor Spieler endgültig das Gefühl verlieren, dass ihre Accounts sicher sind?

