Nach dem kompletten Server-Stopp folgt nun der vorsichtige Neustart. Ubisoft hat damit begonnen, Rainbow Six Siege schrittweise wieder online zu bringen. Der Ausfall war kein gewöhnlicher Wartungsfall, sondern die Folge eines tiefgreifenden Backend-Vorfalls, der Accounts, Wirtschaftssysteme und Sperrmechaniken in den vergangenen Tagen durcheinandergewirbelt hat.
Rainbow Six Siege: Rollback statt Schnellschuss
Ubisoft bestätigt, dass aktuell ein umfassender Rollback der Spielerdaten läuft. Ziel ist es, die Zustände vor dem Vorfall wiederherzustellen, inklusive Inventaren, Währungen und Account-Status. Der Publisher spricht von einem sensiblen Prozess mit zusätzlichen Qualitätssicherungen. Ein fixer Zeitplan fehlt allerdings weiterhin, und der Marktplatz bleibt vorerst geschlossen.
Zum jetzigen Stand können Spieler wieder auf die Server zugreifen, müssen aber mit Einschränkungen rechnen. Ubisoft warnt offen davor, dass gekaufte oder erspielte Inhalte vorübergehend fehlen können. Diese Abweichungen sollen innerhalb der kommenden zwei Wochen geprüft und korrigiert werden. Keine elegante Lösung, aber realistisch, denn ein sauberer Datenabgleich benötigt Zeit.
Was beim Backend-Breach schiefgelaufen ist
Der Vorfall begann am frühen Samstagmorgen. Spieler meldeten plötzlich Milliarden an R6 Credits auf ihren Accounts, dazu kosmetische Items, die selbst Entwicklern vorbehalten sind. Parallel dazu kam es zu willkürlichen Bans sowie zu seltsamen Systemmeldungen im öffentlichen Bann-Feed.
Das deutet nicht auf simples Cheating hin, sondern auf einen Zugriff auf zentrale Backend-Systeme. Ubisoft vermeidet weiterhin das Wort „Hack“, spricht aber von einem großflächigen Missbrauch interner Systeme. Persönliche Daten sollen nach aktuellem Kenntnisstand nicht betroffen sein, endgültig bestätigt ist das allerdings nur indirekt. Von einem größeren Hack des Publishers ist, wie aus verschiedenen Richtungen zu hören ist, nicht auszugehen.
Serverstatus: Online, aber nicht stabil
Offiziell gilt der Ausfall weiterhin als ungeplante Störung. Der Service wird laut Statusseite schrittweise hochgefahren. Manche Regionen oder Plattformen laufen stabil, andere hängen noch hinterher. Wer aktuell einsteigt, sollte mit inkonsistenten Daten rechnen und größere Änderungen am Account vermeiden.
Ubisoft hat mit dem kontrollierten Wiederhochfahren von Rainbow Six Siege die richtige Entscheidung getroffen. Ein übereilter Neustart hätte vermutlich mehr Schaden angerichtet als Nutzen gebracht. Ein umfassendes Statement zu dem Vorfall wird in den kommenden Tagen erwartet.

