Remedy Entertainment hat ein hartes Quartal hinter sich. Nach dem kommerziellen Reinfall von FBC: Firebreak rutschten Umsatz und Gewinn tief in den roten Bereich. Laut dem aktuellen Finanzbericht für Q3 2025 sank der Umsatz um 32 Prozent auf 12,2 Millionen Euro. Der operative Verlust lag bei satten –16,4 Millionen Euro, eine bittere Zahl für ein Studio, das gerade erst sein 30-jähriges Bestehen gefeiert hat.
Dass CEO Tero Virtala kurz vor Veröffentlichung der Zahlen zurücktrat, dürfte kein Zufall gewesen sein. Interim-Chef Markus Mäki, eines der Remedy-Urgesteine, übernahm das Steuer, und gibt sich demonstrativ gelassen.
Fokus auf Control, Alan Wake und Max Payne
Mäki betont, dass trotz des Fehlschlags an mehreren starken Projekten gearbeitet werde. Control 2 und das Max Payne 1 & 2 Remake seien in vollem Gange, zusätzlich befinde sich ein neues Spiel in einer frühen Konzeptphase.
Remedy verfolgt dabei eine klare Linie: Das sogenannte „Remedy Connected Universe“ – also die Verbindung zwischen Alan Wake und Control – soll weiter ausgebaut werden. Neue Spiele sollen nicht nur finanziell, sondern auch erzählerisch auf diesem Fundament aufbauen.
Die internen Ziele sind ambitioniert: Bis 2027 will Remedy den Umsatz im Vergleich zu 2024 verdoppeln und eine EBITDA-Marge von mindestens 30 Prozent erreichen. Auf dem Papier klingt das solide, in der Praxis steht allerdings viel Arbeit bevor, und die Branche verzeiht kaum noch Fehltritte.
Vertrauen trotz Krise
Das Vertrauen in die eigenen Marken ist bei Remedy ungebrochen. Mäki spricht von „signifikantem kommerziellem Erfolg bis 2030“. Klingt optimistisch, und vielleicht ist genau das nötig, um nach einem herben Misserfolg wieder Fahrt aufzunehmen.
Die Stärken des Studios liegen unbestritten im Storytelling und in der markanten Atmosphäre ihrer Spiele. Doch um finanziell wieder auf Kurs zu kommen, muss Remedy zeigen, dass sich diese Qualitäten auch in stabile Verkaufszahlen übersetzen lassen.
Remedy steht an einem Scheideweg: kreativ stark, wirtschaftlich angeschlagen. Der Weg zur Profitabilität wird kein Selbstläufer, selbst mit großen Namen wie Control 2 oder Max Payne. Trotzdem ist es gut, dass das Studio realistische Ziele formuliert und nicht in PR-Phrasen flüchtet. Wenn die nächsten Spiele liefern, kann Remedy seine Identität als innovativer Entwickler bewahren, ohne sich finanziell selbst zu gefährden.

