Bloober Team bringt mit „SAW: Genesis“ ein asymmetrisches 3v1-Multiplayer-Projekt auf den Markt, das uns direkt in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wirft. Ein Spieler übernimmt die Rolle des Richters, während drei Angeklagte um ihr Überleben kämpfen.
Tödliche Urteile aus dem Schatten
Das Studio verzichtet auf das typische Gameplay-Muster des Genres. Der Richter ist kein übermächtiger Slasher, der seine Opfer einfach niedermäht, er ist physisch verwundbar. Seine Stärke liegt in der Manipulation aus dem Verborgenen, in Perks und präzise platzierten Fallen. Das zwingt zu strategischem Denken.
Auf der anderen Seite steht die Kooperation der drei Angeklagten. Ihr sammelt Schlüssel, knackt Rätsel und kämpft gegen die unerbittlich tickende Uhr. Der Clou liegt im sinkenden Willen der Spielfiguren. Sinkt dieser Wert zu tief, landet ihr in den berüchtigten Rehabilitations-Traps.
Schmerzhafte Konsequenzen
Hier zeigt das Spiel seine fiese Fratze. Wer in einer Falle sitzt, muss sich entscheiden. Entweder man opfert ein eigenes Körperteil für den schnellen Ausweg oder man wartet auf Rettung durch das Team. Jede Entscheidung hinterlässt bleibende Schäden für den Rest der Runde. Ein verletzter Arm erschwert das Lösen von Rätseln, ein kaputtes Bein macht euch zur lahmenden Ente.
Entwickelt wird „SAW: Genesis“ gemeinsam von Anshar Studios und Broken Mirror Games. Bisher ist das Projekt nur für den PC angekündigt. Ob eine Konsolenumsetzung folgt, bleibt unklar. Bei einem reinen Multiplayer-Titel ist das aber extrem wahrscheinlich, denn ohne Crossplay stirbt die Spielerbasis heute einfach zu schnell.
Das Konzept klingt ziemlich unverbraucht. Die spielerischen Konsequenzen durch Verstümmelungen könnten eine taktische Tiefe bringen, die „Dead by Daylight“ oder „Texas Chainsaw Massacre“ abgeht. Ob die Balance zwischen dem verwundbaren Richter und den Opfern aufgeht, muss sich aber erst zeigen.
