SEGA schmeißt Yakuza 0 aus den Stores – Fans sprechen von „Downgrade“

SEGA ersetzt Yakuza 0 durch eine Director’s Cut-Version, inklusive Downgrade-Vorwürfen, Delistings und Fan-Frust. Was sich ändert und warum die Community sauer ist.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Zum 20. Jubiläum der Like a Dragon- und Yakuza-Reihe fährt SEGA große Geschütze auf. Neue PS5-, Xbox- und Steam-Versionen von Yakuza 0, Yakuza Kiwami und Kiwami 2, teils stark rabattierte Upgrades und zusätzliche Inhalte. Klingt nach einem netten Dankeschön an die Fans, wäre da nicht der Teil, der gerade für ordentlich Zündstoff sorgt: Die alte Version von Yakuza 0 wird am 8. Dezember komplett aus den Stores entfernt.

Kein „Classic“-Schalter, keine Wahlfreiheit. Wer die PS4-, Xbox-One- oder Steam-Fassung rechtzeitig besitzt, kann sie weiter herunterladen, neu kaufen geht aber nicht mehr. Stattdessen gibt es nur noch den neuen Yakuza 0 Director’s Cut, und genau dieser sorgt für einige erhobene Augenbrauen.

Warum beim Yakuza 0 Director’s Cut viele Spieler genervt reagieren

Der Director’s Cut bringt neue Cutscenes, mehr Sprachen, einen Online-Koop-Modus und erstmals eine englische Sprachausgabe. Klingt erstmal nach solider Mehrwertpflege. Das Problem: Die zusätzlichen Szenen kommen in der Community überhaupt nicht gut an. Mehrere Fans bezeichnen sie als unnötige Retcons, die ursprüngliche Charakterdynamiken verwässern. Ein User fasst es so zusammen: „nicht einfach Filler – sie machen die Geschichte aktiv schlechter.“

Auch das Recasting-Thema kocht wieder hoch. In Kiwami 3 bleibt laut Community weiterhin ein Sprecher dabei, dem problematische Vorwürfe nachhängen, während SEGA in der Vergangenheit schon Schauspieler wegen deutlich geringerer Vergehen ersetzt hat. Diese doppelte Standardlage sorgt aktuell für viel Kopfschütteln.

Dazu kommt der DRM-Frust: SEGA setzt beim neuen PC-Release wieder auf Denuvo, während die alten Fassungen ohne auskamen. Für manche ist das der eigentliche Grund, warum das „gute Original“ verschwinden muss.

Die Upgrade-Deals – von fair bis fragwürdig

  • Yakuza 0 Director’s Cut: Upgrade von PS4/Xbox One/Steam für 14,99 Euro. Ersparnis ist real, aber Savegames lassen sich nicht übertragen.
  • Yakuza Kiwami: Upgrade für 1,99 Euro – fairer geht kaum.
  • Yakuza Kiwami 2: Upgrade kostenlos – das wirkt fast wie der Gegenpol zu allen Kritikpunkten.

Die Abo-Versionen zählen hier nicht, physische Spiele ebenso wenig. Viele Fans fühlen sich damit ausgeschlossen, obwohl sie die Reihe seit Jahren unterstützen.

SEGA hat eigentlich das richtige Ziel, die Serie zu modernisieren und für die nächsten Jahre einheitlich aufzustellen. Das Problem ist die Umsetzung. Delistings + fragwürdige Zusatzinhalte + DRM + unklare Kommunikation = perfektes Rezept für Fan-Frust.

Die Upgrades selbst sind fair bepreist, aber am Ende bleibt ein schaler Nachgeschmack, weil SEGA den Spielerinnen und Spielern die Wahl nimmt. Und das ist in einer Serie, die von Loyalität predigt, besonders bitter.

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