Nach fast zwei Jahrzehnten in der Produktionshölle nimmt die Verfilmung von Metal Gear Solid endlich Form an. Sony hat Zach Lipovsky und Adam B. Stein offiziell als Regisseure verpflichtet. Damit rückt eine der meisterwarteten Spiele-Adaptionen der Geschichte in greifbare Nähe.
Der Metal Gear Solid-Film ist offiziell in trockenen Tüchern, da Sony Pictures das Regie-Duo Zach Lipovsky und Adam B. Stein (Final Destination: Bloodlines) im Rahmen eines umfangreichen „First-Look“-Deals unter Vertrag genommen hat.
Ein Ende der 20-jährigen Wartezeit
Hideo Kojimas Opus Magnum ist seit 2006 Gegenstand von Verfilmungsplänen, die immer wieder im Sande verliefen. Mit der jetzigen Ankündigung scheint Sony Ernst zu machen. Dass Lipovsky und Stein direkt unter dem Banner von Columbia Pictures agieren und von den erfahrenen Produzenten Avi und Ari Arad unterstützt werden, verleiht dem Projekt die nötige industrielle Substanz, die in den vergangenen Jahren fehlte.
Metal Gear Solid ist kein gewöhnlicher Shooter; es ist ein Stealth-Pionier mit einer extrem komplexen, oft philosophischen Narrative. Das Regie-Duo muss einen schwierigen Spagat meistern:
- Stealth vs. Action: Die Atmosphäre muss die Spannung des Anschleichens einfangen, ohne in generisches Action-Kino abzudriften.
- Charaktertiefe: Solid Snake ist eine Ikone. Die Besetzung (zuvor war Oscar Isaac im Gespräch) und die Darstellung seiner inneren Zerrissenheit sind entscheidend für die Fan-Akzeptanz.
- Cinematische Vorlage: Kojima hat das Spiel bereits extrem cineastisch inszeniert – ein Film muss also einen Mehrwert bieten, der über das Nachspielen der Zwischensequenzen hinausgeht.
Warum Lipovsky und Stein die richtige Wahl sein könnten
Die Entscheidung für Lipovsky und Stein überrascht auf den ersten Blick, da sie bisher eher im Horror- und Suspense-Bereich (Final Destination) tätig waren. Doch genau hier liegt die Chance: Metal Gear lebt von Hochspannung und fast schon klaustrophobischen Momenten in feindlichen Stützpunkten.
Die Fähigkeit der Regisseure, visuelle Spannung zu erzeugen, könnte dem taktischen Aspekt der Vorlage sehr entgegenkommen. Sony-Präsident Sanford Panitch bezeichnete sie nicht ohne Grund als „Meister des Visuellen und der Spannung“.
Die Nachricht ist ein massiver Meilenstein, aber der Weg ist noch weit. Dass Sony das Projekt mit einem exklusiven Deal verknüpft, zeigt, dass sie an das Franchise als langfristige Kinomarke glauben. Dennoch bleibt abzuwarten, wie viel von Kojimas speziellem Geist ohne seine direkte Beteiligung im Drehbuch landet. Der Fokus auf „charaktergetriebene, Genre-übergreifende Filme“ durch die neue Firma Wonderlab klingt zumindest nach dem richtigen Ansatz für Snake.
Glaubt ihr, dass Metal Gear Solid als Film funktioniert, ohne dass Hideo Kojima selbst im Regiestuhl sitzt?