Sony möchte die PS5 noch einmal groß rausbringen und plant zunächst die Veröffentlichung von „Marvel’s Wolverine“ für den 15. September 2026. Gleichzeitig treiben die Japaner eine massive Expansion ihres globalen Software-Portfolios mit über 120 finanzierten Projekten voran.
Greg Svensson, Head of Global Third Party Relations, unterstreicht im Interview mit The Game Business die langfristige Strategie mit dem Hinweis auf eine enorme Sichtbarkeit der Pipeline für die nächsten drei bis fünf Jahre: „The trajectory of content is unbelievably positive.“
Marvel’s Wolverine als Fixpunkt
„Marvel’s Wolverine“ ist die konkreteste Aussage zur First-Party-Planung. Das Spiel von Insomniac Games dient intern als Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der aktuellen Hardware-Revisionen. Da der Termin im September liegt, besetzt Sony erneut das strategisch wichtige Vorweihnachtsgeschäft mit einer zugkräftigen Marvel-Lizenz. Es ist davon auszugehen, dass dieser Titel die Messlatte für Features wie PSSR und Raytracing-Integration erneut verschieben soll.
Abseits der großen Blockbuster investiert Sony umfassend in die Breite. Laut offiziellen Angaben wurden in dieser Konsolengeneration bereits mehr als 120 Projekte vollständig oder teilweise finanziert. Diese Zahl umfasst ausschließlich Second- und Third-Party-Deals. Projekte aus den sogenannten Hero-Programmen sind hier noch gar nicht eingerechnet. „We have funded either wholly or partially more than 120 projects this generation. And that’s not counting Hero projects“, so Svensson.
Diese Strategie dient der Risikominimierung. Während First-Party-Produktionen immer teurer werden und längere Entwicklungszyklen beanspruchen, sichern die externen Deals den kontinuierlichen Software-Nachschub. Für Spieler bedeutet das eine höhere Dichte an Exklusivtiteln, die nicht zwingend aus den bekannten PlayStation Studios stammen.
Fokus auf Asien und globale Expansion
Ein signifikanter Teil der künftigen Inhalte wird aus China und Südkorea stammen. Das India Hero Project hat mit „Fishbowl“ bereits das erste marktreife Produkt geliefert, während für das China Hero Project bereits die vierte Welle an Spielen vorbereitet wird. Sony sieht in diesen Regionen eine enorme Geschwindigkeit bei der Entwicklung. Svensson betont: „The pace at which I’m seeing teams in China and South Korea move are astonishing.“ Die dort entstehenden Inhalte sollen sich zudem stilistisch deutlich von bisherigen PlayStation-Titeln abheben.
Kleine Produktionen bleiben ebenfalls ein fester Bestandteil der Plattform-Strategie. Sony plant weiterhin vier bis sechs gezielte Indie-Kooperationen pro Jahr, die oft direkt in den Dienst PlayStation Plus integriert oder prominent in State of Play-Präsentationen platziert werden. Das Ziel ist hierbei, Indies auf derselben Bühne wie große AAA-Partner zu präsentieren, um die Vielfalt des Portfolios zu demonstrieren.
Die Strategie ist die notwendige Flucht nach vorn, nachdem die Live-Service-Offensive krachend gescheitert ist. Sony reagiert auf die Kritik an zu dünnen Release-Plänen mit hohen Investition in externe Partner. Für PS5-Spieler bedeutet dies:
- Planungssicherheit: Mit Marvel’s Wolverine steht der nächste große Blockbuster terminlich fest.
- Diversität: Durch die Fokusverschiebung nach Asien (China/Korea) wird das Portfolio weniger westlich-zentriert.
- Abo-Mehrwert: Die Bestätigung der Indie-Offensive sichert den kontinuierlichen Nachschub für PlayStation Plus-Mitglieder ab.
Wer auf eine reine First-Party-Dominanz hofft, muss sich umstellen. Die Zukunft der PlayStation wird maßgeblich von den 120+ finanzierten Partnerprojekten und der globalen Expansion geprägt.
PS und PC, sind halt die zukunft, kein platz für ne Box