Sony schiebt der physischen Gaming-Ära in Japan mit dem digitalen Brecheisen den Riegel vor. Wer dort heute noch eine Disc in seine PS5 schieben will, zahlt keinen Aufpreis, sondern eine Strafsteuer – eine Entwicklung, die uns im Westen als mahnendes Beispiel für Sonys neue Hardware-Linie dienen sollte.
Die aktuellen Verkaufszahlen aus Japan lesen sich auf den ersten Blick wie ein Nachruf: Nur 558 verkaufte Einheiten der Standard-PS5 mit Laufwerk in der Woche nach der Preiserhöhung am 2. April. Wer hier aber den Untergang der Marke PlayStation in Fernost herbeischreibt, übersieht das Offensichtliche.
Headlines wie „PS5-Verkäufe in Japan kollabiert“ sind billiges Copy-Paste-Futter für News-Seiten, die lediglich die erste Zeile des Famitsu-Berichts verdaut haben. Wir erleben hier keinen Einbruch durch Desinteresse, sondern eine knallharte, bewusste Marktmanipulation. Es ist kein Kollaps, sondern eine gezielte Vertreibung der physischen Kundschaft durch Sony selbst.
Sony hat den Preis für das Disc-Modell auf fast 98.000 Yen (rund 610 EUR) hochgepeitscht und damit ein Produkt geschaffen, das im japanischen Markt schlichtweg nicht mehr existieren soll. Es ist kein Einbruch durch Desinteresse, sondern eine gezielte Marktverschiebung durch Preistreiberei.
Das digitale Exil als Rettungsanker
Der eigentliche Star der aktuellen Famitsu-Zahlen ist die Digital Edition, die mit 12.141 verkauften Einheiten das System am Leben hält. Warum? Weil Sony hier ein Japan-exklusives Budget-Modell für etwa 340 EUR (55.000 Yen) anbietet, das fast schon aggressiv subventioniert wirkt.
Dieser massive Preisunterschied von fast 300 EUR zwischen Disc- und Digital-Version ist kein Zufall. Sony nutzt Japan als Testlabor für ein zweigeteiltes Ökosystem. Wer günstig spielen will, muss auf das Laufwerk verzichten und landet damit direkt im PlayStation Store, wo Sony an jedem verkauften Spiel kräftig mitverdient. Die 500 Einheiten des Basis-Modells sind also kein Zeichen für ein Scheitern, sondern der Beweis, dass die Abschreckungstaktik funktioniert.
| Modell | Preis (Yen / ca. Euro) | Verkäufe (Woche nach Erhöhung) |
|---|---|---|
| PS5 (Disc) | 98.000 ¥ (~610 €) | 558 |
| PS5 Pro | 150.000 ¥ (~930 €) | 840 |
| PS5 Digital | 55.000 ¥ (~340 €) | 12.141 |
| Switch 2 | ca. 50.000 ¥ (~310 €) | ~60.000 |
Warum wir im Westen leer ausgehen
Jetzt stellt man sich als Spieler in Europa natürlich die Frage: Wenn Sony eine PS5 für 340 EUR anbieten kann, warum zahlen wir dann 600 EUR für das gleiche Stück Plastik? Es wäre zu einfach, Sony hier nur Boshaftigkeit zu unterstellen. Die Wahrheit ist: In Japan herrscht Krieg. Die Nintendo Switch 2 pflügt mit fast 60.000 Einheiten pro Woche durch den Markt und lässt die PS5 wie einen schwerfälligen Giganten aus einer anderen Ära wirken. Sony musste preislich reagieren, um nicht komplett in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Die 340-Euro-Konsole ist kein Geschenk, sondern eine strategische Notwendigkeit.
Sony kann die Konsole natürlich nicht verschenken, erst recht nicht in Zeiten explodierender Chip-Preise. Wirtschaftlich ist dieser Japan-Preis ein Kamikaze-Manöver – ein hochgradig subventioniertes Experiment, um die Hardware-Basis gegen Nintendo überhaupt stabil zu halten. Das Problem für uns? Wir im Westen fungieren als der Goldesel, der diese Party im Osten mit seinen 600-Euro-Scheinen querfinanziert.
Damit dieser Plan aufgeht, hat Sony das japanische Budget-Modell systemseitig verriegelt. Ein rigoroser Language-Lock und die Pflicht für einen japanischen PSN-Account dienen als digitale Mauer, um Re-Importe zu verhindern. Sony schützt damit nicht uns, sondern ihre eigene Marge im Westen vor ihrem eigenen Überlebenskampf im Osten. Dort, wo die Konkurrenz durch Nintendo weniger erdrückend ist als in Japan, nimmt Sony die maximale Marge mit. Sony kann es sich schlicht nicht leisten, den Anschluss komplett zu verlieren, und subventioniert sich daher die Marktanteile über das Digital-Modell zurück.
Ein gefährliches Spiel mit der Hardware
Dass die PS5 Pro bei einem Preis von 900 EUR ebenfalls auf 840 Einheiten abgestürzt ist, zeigt deutlich: Die Schmerzgrenze ist erreicht. Sony testet aus, wie weit sie den Bogen spannen können. Japan zeigt uns gerade die Zukunft des Gamings, und die sieht verdammt teuer aus – es sei denn, man ist bereit, seine physische Sammlung aufzugeben und sich komplett an Sonys digitalen Store zu binden. In diesem Fall zahlt man halt langfristig und immer wieder ein.
Die Strategie in Japan ist kein Zeichen von Stärke, sondern eine Defensivmaßnahme gegen Nintendo. Während das Budget-Modell die Zahlen stabilisiert, zeigt der Absturz der Disc- und Pro-Modelle, dass die PS5 als Premium-Produkt in Japan kaum noch eine Chance hat. Für uns im Westen bleibt der bittere Beigeschmack, dass wir die günstigen Preise in Japan indirekt mitfinanzieren.
Wärt ihr bereit, auf das Laufwerk und eure Spracheinstellungen zu verzichten, wenn die Konsole dafür nur noch die Hälfte kosten würde?
Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider. Er soll eine kritische Perspektive auf die aktuellen Marktentwicklungen bieten und euch dazu einladen, das Thema kontrovers in der Community zu diskutieren.
Etwas sehr reißerisch! Die PS5 gibt es hierzulande bereits ab 459€, nicht erst ab 600. Dazu kann Sony auch nichts dafür das in Deutschland die Mehrwertsteuer 90% höher ist als in Japan. Netto sind wir dann bei 309€ zu 385€, aber dann bluten wir natürlich nicht so stark. 🤦
Konsolen ohne Disks – ohne mich! Ich habe noch ein paar alte Games auf Disks, Filme auf DVD und Blu Ray, dir möchte ich schauen und ich möchte mit keine zig Geräte mit zig Fernsteuerungen und Wohnzimmer stellen und vor lauter Kabel hinterm TV nicht mehr wissen, was wozu gehört. Sonst mein Gaming PC hat immer noch ein BluRay Laufwerk, auch wenn ich mir neue Spiele meistens digital kaufe, möchte ich dennoch auf meine alten Disks und Cover nicht verzichten. Da bin ich dann raus.
Physische Spiele (und dann auch Sammlereditionen) werden auf jeden Fall abgeschafft. Die Frage ist nicht OB sondern WANN. Spätestens aber mit der PS7.
Die Switch 2 Game Key Cards sind ja schon ein Vorgeschmack. Bald gibt’s dann nur noch Code in a Box oder gar nichts mehr im Regal.
„Pay Big, own nothing“
Es geht nichts über physische Datenträger. Gerade im Bereich gebrauchte PS Spiele, ich hole mir immer die Spiele bei eBay für’n Zehner. Da ist das Geld für das Laufwerk an der PS5 Pro in 2 Monaten schon raus …
Außerdem ist der Markt für die NS2 doch ein ganz anderer als der für die PS5.
Für die Switch gibt es überwiegend „Kinderspiele“, Sony hat ganz andere Kunden siehe RDR2 GTA, TLOU, GOT, GOW etc
Ach Leute was ist das wieder für eine reißerische Meldung… Das Laufwerk kann man in Japan für 12000¥ kaufen (65 Euro) und zahlt dann halt ca. 400 Euro für die Slim mit Laufwerk ist doch OK und der Käufer hat die Wahl. Verboten oder gekillt wurde das Laufwerk auch nicht. Das digital die Zukunft ist (siehe PC und da schreit auch keiner mehr) ist klar. Sicherlich ist der Gebrauchtmarkt an Games jedem ein Dorn im Auge aber von vielen wird das noch geschätzt und genutzt. Vielleicht ist es ja einmal möglich Lizenzen zu verkaufen und erhält damit den „Gebrauchtmarkt“ am Leben?!
Ich hoffe es. 2026 braucht sicher keiner mehr ein Laufwerk. Außer die Bambus Leitung Nutzer 😅😅
Die Konsole ist mein einziger Disk Spieler im gesamten Haushalt. CD, DVD, alles wird über die Konsole im Wohnzimmer abgespielt für Musik, Film an TV und daran angeschlossen Verstärker mit Lautsprechern. Ich habe keinen Platz für 2, 3 oder 4 Abspielgeräte unter dem Fernseher.
Daher wird es bei mir immer eine Konsole mit Disklaufwerk am TV sein mit, als Alles in Einem-Abspieler für Musik, Filme und Spiele.
Viel Wind um nix
ohne laufwerk werden die preise im store hochschnellen
Die Zukunft ist digital geplant
Alles Währungen kommen auch in 20-40jahre
Dran
Ja klingt komisch ist aber so geplant