Speicherkrise trifft Nintendo mit voller Wucht: 14-Milliarden-Crash setzt die Switch 2 unter Druck

Nintendo verliert Milliarden durch steigende Speicherchip-Preise. Switch-2-Kosten steigen, Zubehör wird teurer. Warum die Krise 2026 noch schlimmer werden könnte.

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Nintendo steht im Dezember unter ungewöhnlich starkem Druck. Der Aktienkurs ist in wenigen Tagen um rund 14 Milliarden Dollar an Marktwert gefallen, ein klares Zeichen dafür, dass die anhaltende Speicherchip-Knappheit inzwischen die ersten Schwergewichte der Branche erreicht hat. Die Kosten für zentrale Komponenten der Nintendo Switch 2 steigen schneller, als das Unternehmen sie abfedern kann.

Laut aktuellen Branchenanalysen muss Nintendo mittlerweile rund 41 Prozent mehr für die 12-GB-RAM-Module zahlen, die im Switch 2-Modell verbaut werden. Auch die Preise für NAND-Flash-Kapazitäten ziehen an, zuletzt um knapp acht Prozent. Für ein Unternehmen, das traditionell konservativ kalkuliert und seine Hardware bewusst günstig hält, ist diese Entwicklung mehr als nur eine Fußnote. Sie trifft exakt in die Phase, in der die Nintendo Switch 2 weltweit Fahrt aufnehmen sollte.

Zubehör wird zum stillen Preistreiber

Der Effekt ist bereits sichtbar: Analysten beobachten, dass Nintendo zunehmend Kosten über Umwege an die Nutzer weitergibt. Express-microSD-Karten – auf die viele Spieler wegen wachsender Spieldaten angewiesen sind – liegen inzwischen bei knapp 90 Euro für 256 GB. Offiziell verkauft Nintendo keine Speicherchips, aber für jeden, der die interne Kapazität rasch sprengt, ist die Botschaft klar: Zubehör wird zum versteckten Preiserhöher.

Die Lage verschärft sich dadurch, dass microSD-Express-Karten parallel zur Preisexplosion auch knapper werden. Wer heute seinen Speicher erweitern will, hat zunehmend Mühe, überhaupt verfügbare Ware zu finden, ganz zu schweigen davon, diese zu einem vernünftigen Preis zu kaufen. Die Speicherkrise trifft Nintendo also auf zwei Ebenen: gestiegene Produktionskosten und endverbraucherseitige Zusatzkosten.

Branchenkenner wunderten sich zudem über die frühzeitigen Switch 2-Bundles am Black Friday, inklusive Preisnachlass. Für gewöhnlich hält Nintendo solche Aktionen bis kurz vor das Jahresende zurück, doch diesmal deutet vieles darauf hin, dass Lagerbestände schneller in den Umlauf gebracht werden mussten, bevor die kommenden Lieferkettenprobleme voll durchschlagen.

Steigende Speicherpreise treffen Nintendo im Kern

Kurzfristig versucht Nintendo, die Situation zu beruhigen. Präsident Shuntaro Furukawa erklärte erst vor wenigen Wochen, der Preis der Nintendo Switch 2 solle „stabil bleiben“. Das klingt beruhigend, aber am Markt glaubt kaum jemand, dass diese Stabilität weit in das Jahr 2026 hineinreichen wird, und sie könnte womöglich auch Sony und Microsoft bei ihren Plänen zur PS6 und Xbox Next treffen. Denn wenn die Kosten weiter steigen, ist eher die Frage, wann Nintendo reagieren muss, nicht ob.

Für Spieler bedeutet das: Wer über eine Nintendo Switch 2 nachdenkt, könnte in den kommenden Monaten stärker auf Verfügbarkeiten und Zubehörpreise achten müssen. Die Speicherkrise hat das erste große Opfer bereits gefunden, und der Rest der Branche steht erst am Anfang derselben Entwicklung.

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