Splinter Cell Remake: Der aktuelle Stand – und warum Fans trotzdem weiter zittern müssen

Das Splinter Cell Remake lebt: Director kehrt zurück, Ubisoft ordnet das Projekt neu. Was das für Fans bedeutet – und warum die Wartezeit weiter bleibt.

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Es gibt Marken, die einfach nicht sterben dürfen. Splinter Cell gehört eindeutig dazu, auch wenn Ubisoft seit Jahren alles dafür tut, Sam Fisher in der Versenkung verschwinden zu lassen. Vier Jahre ist es inzwischen her, dass Ubisoft in einem unscheinbaren Blogpost das Splinter Cell Remake angekündigt hat.

Viel gab es seitdem nicht. Keine große Bühne, kein Trailer, nur drei Konzeptgrafiken und die Aussage: „Wir bauen das Original neu.“ Seitdem? Funkstille. Für eine Marke, die einmal als technologischer Benchmark für Stealth galt, ist das schon fast ironisch: Der perfekte Schattenläufer, so gut versteckt, dass ihn selbst Ubisoft nicht mehr findet.

Hoffnungsschimmer oder typischer Ubisoft-Neustart?

Doch jetzt gibt es tatsächlich wieder ein Lebenszeichen. Und zwar ein echtes – kein Mobile-Spin-off, kein Cameo-Auftritt in Ghost Recon oder Rainbow Six. David Grivel (oft fälschlich als „Gil“ in der Gerüchteküche geführt), der ursprüngliche Director des Remakes, kehrt zu Ubisoft Toronto zurück und übernimmt exakt die Rolle, die er 2021 innehatte. Der Mann war zuvor Game Designer bei Splinter Cell: Blacklist, also dem letzten wirklich guten Splinter Cell. Genau der richtige Typ für den Job, zumindest auf dem Papier.

Dass Grivel zurückkommt, ist gleich doppelt bemerkenswert. Erstens, weil er Ubisoft 2022 verlassen hat und zwischenzeitlich an EAs Battlefield 6-Kampagne arbeitete, bevor das Studio Ridgeline Games überraschend dichtgemacht wurde. Zweitens, weil intern aus unterschiedlichen Richtungen zu hören war, dass das Remake-Projekt in der Schwebe hing, ohne klare Vision, ohne stabile Führung. Ein klassischer Ubisoft-Move: Erst ankündigen, dann jahrelang treiben lassen. Beyond Good & Evil 2 lässt grüßen.

Warum das Remake so lange im Dunkeln blieb

Seine Rückkehr könnte also tatsächlich bedeuten, dass das Projekt stabilisiert wurde, oder Ubisoft schlicht gemerkt hat, dass ohne einen erfahrenen Splinter Cell-Designer gar nichts geht. Trotzdem bleibt die Frage: Warum dauert das alles so unglaublich lange? Vier Jahre ohne sichtbaren Fortschritt sind selbst für Ubisoft ungewöhnlich. Dass das Remake komplett neu auf Snowdrop entsteht und die Story modernisiert wird, klingt ambitioniert, aber auch nach einem klassischen Problemfall, bei dem man sich verzettelt.

Die Story des Originals soll „authentischer und glaubwürdiger“ für ein heutiges Publikum werden. Klingt gut, aber genau hier hat Ubisoft in den vergangenen Jahren oft bewiesen, dass politische Aktualisierung schnell zur Banalität werden kann. Splinter Cell braucht kein Weltrettungs-Grundsatzmanifest, es braucht Spannung, Präzision und glaubwürdige Spionage-Atmosphäre. Der Rest ist Beiwerk.

Wichtiger für Fans ist ohnehin die Frage: Kommt Michael Ironside zurück? Die Antwort: Niemand weiß es. Ironside ist inzwischen 75. Ein Comeback wäre ein Traum, aber nicht garantiert. Falls nicht, wäre Liev Schreiber (der Sam in der Netflix-Serie spricht) eine logische Alternative, und eine deutlich bessere als der glattgebügelte Sam aus Blacklist.

Unterm Strich steht: Ja, das Splinter Cell Remake lebt noch. Ja, die Rückkehr des Directors macht Hoffnung. Nein, das heißt noch lange nicht, dass wir das Spiel in absehbarer Zeit sehen. Nach vier Jahren ohne Trailer gilt für die Fans dasselbe wie für Sam Fisher im Scheinwerferkegel. Nicht bewegen. Nicht auffallen. Und hoffen, dass Ubisoft den nächsten Schritt nicht wieder vermasselt.

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