Der neue Steam Controller war zum Verkaufsstart am heutigen Montag innerhalb von nur 30 Minuten vollständig vergriffen und legte dabei zeitweise die Store-Infrastruktur von Valve lahm. Ein Vorbote auf den potenziellen Erfolg der Steam Machine?
Valve unterschätzte den Ansturm auf die Hardware-Neuauflage massiv. Punkt 19:00 Uhr deutscher Zeit schnellten die Fehlermeldungen bei Downdetector und innerhalb des Steam-Clients in die Höhe. Nutzer scheiterten primär an der Initialisierung der Transaktionen. Wer es durch die Warteschlange schaffte, sah die Lieferzeiten innerhalb von Minuten von drei auf zehn Werktage springen, bevor der „In den Warenkorb“-Button endgültig verschwand.
Kurzzeitig flackerte die Verfügbarkeit erneut auf, was sich jedoch als technischer Fehler im Backend herausstellte. Aktuell ist das Gerät offiziell als „ausverkauft“ gelistet.
Hardware-Hype bricht die Infrastruktur
Der Ansturm erinnert technisch an den Launch des Steam Decks im Jahr 2022. Die schiere Last der gleichzeitigen Kaufanfragen führte dazu, dass selbst Nutzer, die keine Hardware kaufen wollten, Probleme beim Zugriff auf ihre Spielebibliothek oder den Shop hatten. Valve hat aus den vergangenen Jahren offenbar wenig über die Skalierung ihrer Payment-Server bei Hardware-Releases gelernt.
Auffällig ist die preisliche Entwicklung. Während Valve ursprünglich versuchte, Hardware günstig in den Markt zu drücken – man erinnere sich an den Abverkauf des Vorgängers –, positioniert sich das neue Modell im Premium-Segment. Trotz gestiegener Preise und der anhaltenden RAM-Knappheit, die laut Valve bereits die Produktion der geplanten „Steam Frame“- und „Steam Machine“-Geräte verzögert, bleibt die Nachfrage ungebrochen.
It's here! Steam Controller has officially arrived. Made for you to play all your games on Steam, however you like to play them.Buy now on @steampowered.com store.steampowered.com/hardware/ste…
— Valve (@valvesoftware.com) 2026-05-04T17:05:04.052Z
Strategischer Wechsel bei Valve
Der Erfolg markiert eine Trendwende für Valve. Der erste Steam Controller scheiterte noch an seinem eigenwilligen Konzept und der billigen Haptik. Seit dem Erfolg des Steam Decks hat Valve jedoch das Image eines ernstzunehmenden Hardware-Herstellers gefestigt. Hardware ist bei Valve kein Experiment mehr, sondern ein Event.
Wer heute leer ausgegangen ist, muss sich auf dem Zweitmarkt vermutlich auf horrende Scalper-Preise einstellen. Es ist davon auszugehen, dass Valve erst in mehreren Monaten wieder nennenswerte Bestände liefern kann. Geduld ist hier die einzige vernünftige Strategie, da die aufgerufenen Reseller-Preise in keinem Verhältnis zum Nutzwert stehen.