Steam Frame – Valve präsentiert neue Steam-Konsole und VR-Headset

Valve kündigt mit Steam Machine, Steam Controller und Steam Frame drei neue Hardware-Produkte an – ein klarer Angriff auf Konsolen und VR-Markt zugleich.

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Valve versucht es noch einmal. Nach dem Erfolg des Steam Deck stellt das Unternehmen nun drei neue Hardware-Produkte vor: die Steam Machine, den Steam Controller und das Steam Frame VR-Headset. Alle drei sollen ab Anfang 2026 in denselben Regionen erscheinen, in denen auch das Steam Deck verfügbar ist.

Die Steam Machine – PC-Power fürs Wohnzimmer

Die neue Steam Machine ist kein nostalgischer Rückfall in alte Fehler, sondern Valves Versuch, das PC-Gaming endgültig salonfähig zu machen. Das sechs Zoll große, würfelförmige Gerät bietet laut Valveüber sechsmal so viel Leistung wie das Steam Deck“ und ist für 4K-Gaming bei 60 FPS ausgelegt.

Technisch setzt die Steam Machine auf eine semi-custom AMD Zen 4 CPU (6 Kerne, 12 Threads, bis zu 4,8 GHz) und eine RDNA3-GPU mit 28 Compute Units. Dazu kommen 16 GB DDR5-RAM plus 8 GB GDDR6 VRAM. Zwei Modelle mit 512 GB oder 2 TB SSD sollen zum Start erhältlich sein.

Mit HDMI 2.0, DisplayPort 1.4, Gigabit-Ethernet und vier USB-A-Ports richtet sich das Gerät klar an Spieler, die ihren Steam-Katalog lieber am TV genießen. Ein interner Stromanschluss ohne klobiges Netzteil wirkt fast luxuriös. Die Steam Machine kann Spiele an andere Geräte streamen, etwa ans Steam Deck, an den neuen Steam Frame oder jedes andere Gerät mit Steam Link.

Ein neues Label namens „Steam Machine Verified“ soll zudem klar zeigen, welche Titel optimal laufen – ähnlich wie beim Steam Deck.

Der neue Steam Controller – präziser, modular, hybrid

Der überarbeitete Steam Controller kombiniert bekannte Layouts von Xbox und PlayStation, ergänzt um Valves typische Eigenheiten. Die Analogsticks sitzen unten wie bei einem DualSense, während zwei große Trackpads für Maussteuerung in PC-Spielen sorgen.

Neu ist das Feature Grip Sense – wer den Controller fester greift, aktiviert Gyro-Zielsteuerung. Die verbauten magnetischen TMR-Sticks sollen präziser und langlebiger sein als klassische Modelle. Vier programmierbare Rücktasten, kapazitive Touch-Erkennung und Infrarot-LEDs runden das Paket ab. Mit dem beiliegenden Steam Controller Puck – einer Mischung aus Ladebasis und Wireless-Dongle – lässt sich das Pad kabellos verbinden und magnetisch laden.

Ironisch betrachtet: Valve hat diesmal alles richtig gemacht, was beim ersten Steam Controller (2015) noch wie ein Prototyp wirkte.

Steam Frame – Valves Einstieg in kabelloses VR

Das dritte neue Gerät ist das Steam Frame, ein kabelloses VR-Headset, das primär fürs Streaming ausgelegt ist. Es arbeitet mit einem mitgelieferten 6-GHz-Wireless-Adapter, der laut Valve „eine schnelle, stabile Verbindung“ für VR- und Nicht-VR-Inhalte ermöglicht.

Im Inneren steckt ein Snapdragon 8 Gen 3 Prozessor mit 16 GB LPDDR5X-RAM. Der Fokus liegt auf sogenanntem Foveated Streaming – dank Eye-Tracking wird nur der Bildbereich in voller Schärfe übertragen, auf den der Spieler tatsächlich blickt. Das reduziert Bandbreite und verbessert die Bildqualität.

Das Headset selbst wiegt 440 Gramm (mit Headstrap) und bietet LCDs mit 2160×2160 Pixeln pro Auge, bis zu 144 Hz, Pancake-Optiken und ein Sichtfeld von rund 110 Grad. Dazu kommen neue Steam Frame Controller mit präzisem Fingertracking und magnetischen Sticks.

Valve betont, dass das Steam Frame zwar primär zum Streamen gedacht ist, aber als vollwertiger Mini-PC mit SteamOS auch leichte Spiele standalone ausführen kann.

Die Rückkehr der Steam Machines, diesmal mit Plan

Die neue Steam Machine ist nicht Valves erster Versuch, das Wohnzimmer zu erobern. Bereits 2015 wollte man mit einem ähnlichen Konzept punkten, damals allerdings ohne einheitliche Hardware, dafür mit überteuerten Partner-PCs und verwirrender Kommunikation. Das Ergebnis: kaum Verkäufe, viel Spott.

Diesmal ist alles zentralisiert, aus einer Hand, und vor allem mit dem Erfolg des Steam Deck im Rücken. Valve hat sich über die Jahre ein funktionierendes Ökosystem aus SteamOS, Proton-Kompatibilität und Cloud-Saves geschaffen – und das könnte der entscheidende Unterschied sein.

Ob die Steam Machine zur echten Konsolenalternative wird, hängt aber weniger von der Hardware als von der Software ab. Wenn Entwickler ihre Spiele für SteamOS optimieren und das System wie beim Deck stabil läuft, könnte Valve der erste Hersteller sein, der PC-Gaming wirklich ins Wohnzimmer bringt – ohne Bastelaufwand.

Ein Hardware-Trio mit Ambitionen

Valve will die neuen Geräte ab Anfang 2026 ausliefern, Preise stehen noch aus. Die Strategie wirkt diesmal klarer: SteamOS ist das Fundament, das alle Geräte verbindet, vom Handheld bis zum VR-Headset.

Ein kompletter Neustart also? Vielleicht. Aber einer, der zeigt: Valve hat aus seinen Fehlern gelernt. Und wer Gabe Newell kennt, weiß – wenn er von „super happy“ spricht, ist das selten nur PR.

Share This Article
What do you think?
Leave a comment.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
Checkbox
14 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Godzilla
2 Monate zuvor

Das… könnte interessant sein…
Endlich meine Steam Bib am TV zocken…

OmniGamer
2 Monate zuvor
Reply to  Godzilla

Was hält dich davon ab, dein PC mit HDMI Kabel zu verbinden mit deinem TV ?

Crydog
2 Monate zuvor
Reply to  OmniGamer

Laut ps fanboys soll das nicht funktionieren,maus und Tastatur können nur per Kabel betrieben werden,es gibt kein controller Support,das ding hat kein hdmi 2.1 bzw. Es hat kein verbauten Screen. Es ist nicht plug and play

*diese kommentar kann Spuren von Sarkasmus enthalten*

OmniGamer
2 Monate zuvor

Ich brauch das Gerät nicht aber ich hätte Mega Bock auf das OS für meinen PC.

Crydog
2 Monate zuvor
Reply to  OmniGamer

Insteliere doch bazzite soll fast genauso sein wie steam os

Lucien Noctus
2 Monate zuvor

Ein direkter Konkurrent zur Xbox Next, welches gewiss noch Preisgünstiger sein wird. Es werden jetzt bereits viele Sagnagel für die Next bereitgestellt.

2 Monate zuvor
Reply to  Lucien Noctus

Konkurrenz? Das Ding ist auf PS5 Niveau. Ich sehe da erhlich keine Konkurrenz.Nach 6 Jahren hätte ich schon deutlich mehr erwartet. Wenn es aber 399€ kostet, geht das vollkommen in Ordnung.

Last edited 2 Monate zuvor by Karlos Johansson
Crydog
2 Monate zuvor

Also nochmal zum mit schreiben
-Ein kabelloses vr Headset
-Ein controller deren Akku länger hält als 4std
-Ein handheld was auch nativ spiele abspielen kann
-Ein konsolen Gehäuse das nicht nur klein ist sonder gerade kanten hat das man gut unterbringen kann und man braucht kein ständer extra zu kaufen

Rambazamba69
2 Monate zuvor
Reply to  Crydog

Also mein Ps5 Controller hält viel länger als deine angegebenen „4std“

Und du kannst die Ps5 auch ohne Ständer relativ stabil aufstellen kaufen MUSST du gar nichts wie du behauptest.

Crydog
2 Monate zuvor
Reply to  Rambazamba69

Naja mein dualsense hält auch auch 16std aber den Akku habe ich selbst eingebaut und trotzdem hält der og Akku kein 35std;)

insane85
2 Monate zuvor
Reply to  Crydog

Wer sagt den, dass der Contoller Akku 35 Std halten soll? Übrigens halten meine DualSense Controller 7 – 8h. Weiß ja nicht was du mit deinen Controller machst. Aber wenn du Ihn ständig vibrieren lässt ist es sogar ein ganz guter Wert.

Crydog
2 Monate zuvor
Reply to  insane85

Ich sage das je länger der Akku desto besser

Crydog
2 Monate zuvor
Reply to  Rambazamba69

Klar wenn man riskieren will das ding umkippt kannst du gerne machen aber die steam Maschine kann in vergleich zu ps5 umkippen weil es ein Würfel ist;)

insane85
2 Monate zuvor
Reply to  Crydog

Also umkippen wird die Steam Machine sicherlich nicht, außer du stößt sie um.

14
0
Dein Kommentar dazu interessiert uns!x