Manche Ankündigungen wirken erst im Nachhall. Stupid Never Dies war bei den Game Awards 2025 genau so ein Fall. Kein bombastisches Story-Gewitter, kein Gameplay-Overkill, stattdessen ein Teaser, der mehr über Haltung als über Systeme erzählt.
Musikvideo-Ästhetik, Pop-Punk-Sound, ein Zombie als Held. Das wirkt zunächst schräg, bleibt aber auffallend klar in seiner Aussage. Dieses Spiel will nicht jedem gefallen, sondern ein eigenes Tempo vorgeben.
Entwickelt wird Stupid Never Dies von GPTRACK50 Inc., einem NetEase-Studio unter der Leitung von Hiroyuki Kobayashi. Der Name ist kein Zufallstreffer: Kobayashi war maßgeblich an Serien wie Devil May Cry, Dragon’s Dogma und Resident Evil beteiligt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, und entsprechend vorsichtig sollte man sie auch formulieren.
Stupid Never Dies: Stil vor Erklärung
Der Teaser stellt zwei Figuren in den Mittelpunkt: den Zombie Davy und die menschliche Begleiterin Julia. Beide performen zur Titelmusik, nicht kämpfend, nicht erklärend, sondern charakterisierend. Man bekommt ein Gefühl für ihre Dynamik, ohne dass sie ausgesprochen wird. Das ist mutig, und angenehm unaufdringlich.
Inhaltlich bleibt vieles offen. Klar ist nur der grobe Rahmen. Davy landet in einer fremden Welt, trifft Verbündete und stellt sich Gegnern wie Werwölfen, Echsenwesen und Skeletten. Klassische Fantasy-Motive also, aber bewusst kontrastiert durch den modernen, fast anarchischen Tonfall des Spiels.
Action-RPG mit Wachstumsdrang
GPTRACK50 spricht von einem eigenen Ansatz namens „Blazing Fast Growth“. Das klingt nach schneller Progression, kurzen Feedback-Schleifen und einem Kampfsystem, das weniger auf Zurückhaltung als auf Vorwärtsdrang setzt. Wer Kobayashis Vergangenheit kennt, denkt automatisch an präzise Action, klare Treffer-Logik und ein System, das Können belohnt, ohne zu überfrachten. Noch ist unklar, wie tief dieses Konzept tatsächlich geht, denn es gibt kein Gameplay, keine Zahlen, keine Versprechen. Stupid Never Dies präsentiert sich aktuell eher als Statement denn als Produkt.
Was bedeutet das für Spieler? Vor allem: Geduld. Der erste Eindruck ist stark, aber bewusst vage. Wenn GPTRACK50 es schafft, Stil und Substanz zusammenzuführen, könnte hier ein Action-RPG entstehen, das sich spürbar von der Masse absetzt. Wenn nicht, bleibt zumindest ein Teaser in Erinnerung, der mehr Haltung gezeigt hat als viele fertige Trailer.
Die Frage ist nicht, ob Stupid Never Dies laut genug ist, sondern ob es langfristig etwas zu sagen hat.

