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Super Street: The Game auf der gamescom angespielt, unsere Eindrücke

Die Need for Speed-Serie von EA kann die Fans schon seit Jahren nicht mehr richtig zufriedenstellen, auch wenn die jüngsten Ansätze immer wieder zu früheren Zeiten zurückkehren wollen. Hier sehen nun andere ihre Chance, genau diese Lücke zu füllen, darunter das neue Spiel von den Team6 Game Studios, die mit ihrem Racer “Super Street: The Game” vor allem die alten Need for Speed-Fans ansprechen wollen.

Auf der gamescom bot sich für uns die Chance, einen ersten Blick auf den Racer zu werfen, der auf dem bekannten und amerikanischen Super Street Magazine basiert. Ob man die Versprechen halten kann, die man beim Frontalangriff auf den bisherigen Genrekönig in Aussicht stellt oder man direkt an der Startlinie zurückfällt, wollten wir dabei genauer herausfinden.

Das Ziel mit “Super Street: The Game” ist es, ein Rennspiel zu kreieren, welches das Niveau der glorreichen Need for Speed Zeiten erreichen kann. Sprich, irgendwo zwischen Arcade und Simulation und mit viel Tuning unter der Haube, vor allem im optischen Bereich.

Underground als Vorbild

Als Vorbild hat man sich dafür eines der populärsten Sub-Serien herausgesucht, nämlich die Underground-Spiele, an die “Super Street: The Game” auf den ersten Blick schon nahe herankommt. Vor allem in Sachen Tuning wird hier nicht nur viel versprochen, sondern auch einiges geboten, wobei man hier wirklich bis ins kleinste Detail geht. Hier ist die Rede von mehreren hundert Parts, die zur Verfügung stehen werden. So können u.a. bessere Motoren, Reifen oder Bremsen gekauft und eingebaut werden, ebenso ist das optische Tuning nicht zu vernachlässigen, mit denen ihr eure Boliden äußerst individuell gestaltet könnt, indem unter anderem Stoßstangen oder die Lackierung immer wieder verändert werden kann. Um dabei die Authentizität zu wahren, bedient man sich natürlich originaler Parts und Marken, die heutzutage in keinem Rennspiel mehr fehlen dürfen. Aus dieser Sicht dürfte “Super Street: The Game” also wohl kaum enttäuschen. Das Besondere hier ist zudem, dass man wirklich von Null an sein Gefährt aufbauen kann, anstatt aus einem  bereits fertigen Wagen zu wählen, das sich dann nur noch anpassen lässt.

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Rennen müssen sich noch bewähren

Nun aber zum eigentlich praktischen Teil, den Rennen. Wie gesagt setzt man dazu im Arcade-Racing an, mit ein bisschen realistischer Simulation. Grob umzeichnet man es als Hommage an die klassischen Arcade-Racer, wo man die Geschwindigkeit wahrhaft spüren soll. Aber genau in dem Punkt hakt es auch noch ein wenig, vielleicht aber auch deshalb, weil die Anspielsession recht kurz ausfiel und wir nur ein Check-Point-Rennen absolvieren konnten.

Die Rennen an sich wirkten hier noch etwas künstlich und ließen nicht ganz das Gefühl aufkommen, dass man sich tatsächlich in einem richtigen Straßenrennen befindet. Vielleicht lag es an der gezeigten Version, vielleicht an dem ungünstig gewählten Rennen oder fehlt doch noch etwas an Erfahrung in diesem Bereich? Team6 ist zwar nicht ganz neu in diesem Genre unterwegs, konnte sich aber nur bedingt darin behaupten. Hier muss man einfach abwarten, wie sich die finale Version schlägt. Unsere Erwartungen waren zunächst allerdings etwas gedämpft. Auffällig war lediglich, dass man spürbare Unterschiede in der Physik je nach Fahrzeugklasse wahrnehmen konnte, aber das ist eigentlich auch der Standard heutzutage.

Ansonsten gestaltet sich “Super Street: The Game” recht klassisch mit einer Kampagne, in der es für Rennsiege eine Prämie gibt, die dann natürlich sofort ins Tuning oder neue Wagen investiert werden kann. Ein Faktor ist dabei aber nicht nur die pure Leistung seines Boliden im Auge zu behalten, bei aller Veränderung sollte auch immer der Show-Faktor beachtet werden. Je höher dieser ist, je mehr Geld lässt sich nachher auch in einem Rennen verdienen. Somit sollte hier sollte hier immer ein gutes Gleichgewicht gewählt sein. Ebenfalls soll es On – und Offline Multiplayer geben, zu denen man jedoch nichts weiter verriet.

Was die gezeigte Version von “Super Street: The Game” zurücklässt, sind eher gemischte Gefühle. Der Ansatz an die früheren Need for Speed-Spiele anzuknüpfen, ist sicherlich eine gute Idee. Hier überzeugt vor allem schon das umfassende Tuning seiner Boliden, das kaum Wünsche offen ließ. Der Rest macht allerdings den Eindruck, dass der Release irgendwie zu schnell kommt und man sich mehr Zeit dafür lassen sollte. Vor allem das Gameplay erinnert noch zu sehr an damalige Spiele und wird in diesem Zustand kaum mit aktuellen Racern mithalten können. Gleiches gilt auch für die grafische Präsentation, die noch etwas Feinschliff benötigt. Man kann sich derzeit jedenfalls eher schwierig vorstellen, dass “Super Street: The Game” nun alle anderen Racer auf Anhieb überholen wird, auch wenn mit “Super Street” ein großer Name dahinter steht. Man bleibt vorsichtig optimistisch!