Die Spielindustrie erreicht ein neues Simulations-Genre. „Forensic M.E. Protocol“ verzichtet auf Action-Elemente und fokussiert sich stattdessen vollständig auf die akribische Rekonstruktion von Verbrechen. Neben klassischen Ermittlungswerkzeugen stehen zusätzlichen Drohnen und Bodenrobotern zur Seite.
Der Titel verspricht neun verschiedene Szenarien, in denen Spieler als Forensiker Beweise sammeln, ohne durch Timer oder klassische Game-Over-Bildschirme unterbrochen zu werden. Die spielerische Tiefe ergibt sich laut den Entwicklern aus der Wahl der Mittel. Während klassische Adventures oft auf simple Point-and-Click-Mechaniken setzen, müssen hier technische Hilfsmittel wie Drohnen für Dächer oder Roboter für schwer zugängliche Bereiche unter Fahrzeugen koordiniert werden.
Düstere Szenarien für Erwachsene
Das Gameplay verlangt eine methodische Vorgehensweise. Man muss die Umgebung aktiv scannen, Proben analysieren und lose Enden verknüpfen. Das Fehlen von Zeitdruck ist dabei eine bewusst gewählte Entscheidung für ein entschleunigtes Erlebnis.
Die thematische Ausrichtung ist explizit für ein erwachsenes Publikum konzipiert. Die neun Fälle decken Entführungen, Leidenschaftstaten und Bandenkriminalität ab, was dem Spiel eine deutlich ernstere Tonalität verleiht als vergleichbaren Simulationen. Jedes Szenario findet in einer eigenen Umgebung statt – von der dunklen Gasse bis hin zur Vorstadtsiedlung. Die Herausforderung besteht darin, dass Details die gesamte Handlung kippen können. Wer ungenau arbeitet, übersieht den entscheidenden Hinweis zur Überführung der Täter.
Simulation statt Thriller
Für Spieler bedeutet dieser Ansatz eine Rückkehr zum reinen Rätseldesign, das ohne künstliche Stressfaktoren auskommt. Im Vergleich zu Titeln wie „L.A. Noire“, die Ermittlungen oft mit Verfolgungsjagden mischen, bleibt „Forensic M.E. Protocol“ eine reine Simulation der Beweisaufnahme. Der Erfolg hängt hier nicht von Reflexen ab, sondern von der Fähigkeit, Zusammenhänge zwischen gefundenen Spuren und Zeugenaussagen herzustellen.
Die angekündigten Mechaniken wirken solide, sofern die Physik der Roboter und die Logik der Rätsel präzise ineinandergreifen. Es bleibt abzuwarten, ob die neun Szenarien genug Varianz bieten, um Langzeitmotivation zu erzeugen. Für Fans von True-Crime und methodischen Puzzlespielen ist das Konzept jedoch ein vielversprechender Ansatz.
„Forensic M.E. Protocol“ erscheint 2026.