TEST: Assassins Creed Revelations – Treffen zweier Legenden

Mit Assassins Creed Revelations erschien nun bereits der vierte Ableger der Assassins Creed-Serie und damit das letzte Kapitel um Ezio Auditore, dessen Geschichte mit Assassins Creed II begann, in Assassins Creed Brotherhood mehr Fragen als Antworten aufgeworfen hat und nun seinen Abschluss finden soll.

Assassins Creed Revelations führt euch diesmal nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, und weiter auf die Spur von Altair, dem größten Anführer der Assassinen und seinem Wissen um den Edensplitter. Desmond Miles, einer der Nachfahren der Assassinen, verschafft sich mithilfe des Animus 2.03 wieder Zugriff auf die Erinnerungen in seiner DNA und stößt dabei auf die Bibliothek von Altair, die in Masyaf verborgen liegt und augenscheinlich das Geheimnis des Edensplitters in sich wahrt. Der Zutritt der Bibliothek wird jedoch durch fünf Schlüssel versperrt, nach denen nicht nur ihr sucht, sondern auch die Templer und größten Feinde der Assassinen, die glauben, dass ihnen der Edensplitter die angestrebte Macht verleiht.

Einen dieser Schlüssel konnten die Templer bereits aufspüren und in Besitz bringen, weshalb die Zeit nun eilt, bevor sie auch die anderen vier Schlüssel finden, die über ganz Konstantinopel verstreut sind. In Konstantinopel angekommen, trefft ihr auf Yusuf, dem dortigen Anführer der Assassinen und ersten Verbündeten, der euch die Lage der Stadt näher bringt und auf der Suche nach den Schlüsseln hilft. Konstantinopel selbst hat mit eigenen Konflikten und rivalisierenden Gruppen zu kämpfen, darunter die Janitscharen, eine Elitetruppe des Osmanischen Reiches und die Leibwache des Sultans, um dessen Nachfolge ebenfalls ein Streit tobt.

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Es ist mal wieder erstaunlich, in welch kurzer Zeit es Ubisoft geschafft hat, den Schauplatz Konstantinopel historisch nachzustellen und das richtige Flair einzufangen. Das Stadtbild wird von den typischen Türmen geprägt: vielen Häusern, Basaren, Gassen, Plätzen, dem Sultanspalast und Sehenswürdigkeiten wie dem Galataturm oder der Hagia Sophia Moschee. Insgesamt gibt es diesmal allerdings weniger Orte, die über einen hohen Wiedererkennungswert verfügen und oft hat man auch das Gefühl, dass sich das Setting von Rom aus Brotherhood wiederholt.

Eines der Highlights von Revelations sind die Erinnerungen zurück zu Altair und nach Masyaf, die man in den fünf Schlüsseln findet. Hier wird weiter die Hintergrundgeschichte von Altair aufgearbeitet und die Ereignisse in seinem Leben in verschiedenen Epochen weitererzählt. Auch wenn dies immer nur kurze Passagen sind, die einem hier präsentiert werden, hält Ubisoft damit das erste Versprechen, die Geheimnisse des Assassins Creed Universums weiter aufzuklären. Fans der Serie werden in diesem Punkt endlich das bekommen, worauf man schon seit Teil 1 wartet.

Die ersten fünf Kapitel von Revelations bestehen hauptsächlich wieder aus kleinen Handlangerarbeiten und es gibt wenige aufregende Momente. Die Beschaffung der Schlüssel steht an erste Stelle und ihr lernt dabei neue Charaktere kennen, wie Sofia Sarto, eine Schriftstellerin, die eine der wichtigsten Rollen im Spiel übernimmt. Sofia ist nicht nur an historischen Büchern interessiert, sondern kann diese auch entschlüsseln und euch so bei der Suche nach den Masyaf-Schlüsseln helfen. Parallel dazu entwickelt sich eine neue Liebschaft zwischen Sofia und Ezio, der nach dem Tod seiner Geliebten Christina zunächst nicht mehr an die Liebe glaubte. Eine weitere wichtige Rolle übernimmt Prinz Süleyman, der Ezio verdeckt beim Kampf gegen die Templer unterstützt und gleichzeitig in den Streit um die Nachfolge des Sultans verwickelt wird.

Nebenbei gibt es immer wieder kleine Side-Quest zu absolvieren, darunter Gilden bauen, Bürger retten, Assassinen ausbilden und sogar ein kleines Tower-Defense Spiel wurde integriert, welche die Story etwas auflockern. Da Assassins Creed aber weiterhin über eine recht komplexe Handlung verfügt, empfiehlt es sich zunächst sich darauf zu konzentrieren und die Nebenmissionen danach zu erledigen.

Habt ihr euch durch die ersten fünf von acht Kapiteln geschlagen, wird es wirklich interessant in Revelations. Es gibt mehr Action-Passasagen, die Reise führt euch zwischendurch in die Höhlenstadt Kappadokien, wo es einen Waffenhändler aufzuspüren gilt und weitere Anhänger zu befreien und zu rekrutieren, und letztendlich fügt sich die gesamte Story zwischen Ezio, Altair und Desmond zusammen. Spätestens hier werden Assassins Creed Fans für das lange warten und spielen belohnt. Es gibt diesmal keine Cliffhanger am Ende, die wahren Bedeutungen der Charaktere werden enthüllt und es gibt sogar Hinweise auf das Finale in Assassins Creed III, sowie mehr Aufklärung über die mysteriösen Wesen, die euch im Animus erscheinen. Die CGI-Endsequenzen bescheren einem dabei richtiges Gänsehaut-Feeling.

Am Gameplay hat sich erneut wenig verändert und Ubisoft setzt wieder auf die Third-Person-Perspektive, die wunderbar zum Klettern, Rennen, Springen oder dem Kampf mit mehreren Gegner geeignet ist, sowie das bekannt Combat-System. Eine wesentliche Neuerung ist die Hookblade, eine Hakenklinge, die es euch erlaubt höhere Ebenen zu erreichen oder mit geschickten Moves eure Gegner zu bewältigen. Mit dieser lassen sich auch größere Distanzen über die gespannten Seile über der Stadt überwinden, was ziemlich cool wirkt, wenn man mit hohem Tempo auf die Gegner zurast und dann von oben ein Attentat auf sie verübt. Ein weiteres und neues Gameplay-Element ist die Bombenherstellung. Insgesamt zehn verschiedene Typen an Bomben könnt ihr aus jeweils drei Bauteilen zusammensetzen, die sich in ganz Konstantinopel finden lassen. Von einfachen Rauchbomben zur Ablenkung, über Haftminen, bis zur einer Mega-Bombe, mit der ihr die große Hafenkette sprengen müsst, sorgen die Bomben für ziemlich viel Spaß und sind außerordentlich nützlich. Am Ende gibt es auch noch eine Verfolgungsjagd, wo ihr an einem Fallschirm gebunden in der Luft hinter einer Kutsche hergezogen werdet.

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Grafisch spielt Assassins Creed Revelation erneut in der oberen Liga mit und wagt keine Experimente mit einer neuen Engine oder ähnlichem. Die Texturen sind wie gewohnt gestochen scharf und detailliert dargestellt, man konnte das Tearing weiter verringern und die Atmosphäre wurde wie bereits erwähnt wieder gut einfangen. Hin und wieder wirken die Charaktere etwas steif, aber ansonsten kann man nicht viel aussetzen an Revelations. Das gewohnt gute Level wird hier gehalten. Für 3D Fans ist das Spiel ebenfalls wärmsten zu empfehlen und macht dabei einen hervorragenden Eindruck. Neben Batman: Arkham City bietet Assassins Creed: Revelations die bisher beste 3D-Optik und das auch über längere Zeit beim Spielen. Eindrucksvoll ist hier der Todessprung, der in 3D wahrlich tödlich wirkt, wenn ihr euch von den höchsten Gebäuden in Konstantinopel stürzt. Vielleicht sollte Sony hier mal für ihre eigenen 3D-Titel etwas ab kopieren, die in der Hinsicht definitiv mehr Feinschliff benötigen.

Die Musik zum Spiel liefert erneut Jasper Kyd, der diesmal von Lorne Balfe dabei unterstützt wurde. In Revelations erwartet euch ein Mix aus Griechischen- und Renaissance-Tönen, sowie orientalischen Sounds aus dem Mittleren Osten. Natürlich ist auch hier die gesamte Palette von dramatischer, sentimentaler und epischer Musik vertreten, die insbesondere in den CGI-Sequenzen am Ende stimmungsvoll integriert wurde. Die Synchronsprecher sind wie gewohnt ebenfalls hervorragend gewählt und das auch bei der deutschen Version. Wer Assassins Creed kennt weiß, dass man hier auf erfahrene Synchronsprecher zurückgreift, die individuell für alle wichtigen Charaktere ausgewählt wurden.

Nach Brotherhood setzt auch Revelations wieder auf einen umfangreichen Multiplayer-Part, der sich entgegen erster Zweifel beim ersten Versuch tatsächlich etablieren konnte. Diesen hat man erneut etwas verfeinert, es gibt neue Spielmodi, neue Charaktere, einen direkten Vergleich mit den Erfolgen eurer Freunde, ihr könnt persönliche Profile erstellen, ausführliche Videos und Hinweise über die Charaktere und deren Eigenschaften abrufen, Fähigkeiten-Pakete zusammenstellen, freischaltbare Boni und vieles mehr erhalten. Es stehen insgesamt fünf Spielmodi , neun Karten sowie ein Trainingsprogramm und ein Übungsgelände zur Verfügung, die für langanhaltenden Spielspaß und Dauermotivation sorgen. Etwas verwirrend ist weiterhin die Menüführung im Multiplayer.

Offizielle Homepage: assassinscreed.ubi.com

TEST: Assassins Creed Revelations – Treffen zweier Legenden
"Assassins Creed lebt vor allem von seiner Story, die auch mit Revelations so spannend weitererzählt wird wie in seinen Vorgänger, auch wenn das wirklich Interessante ein wenig auf sich im Spiel warten lässt. Für Fans der Serie ist der Abschluss um die Geschichte von Ezio ein absolutes Muss. Zum Einstieg in die Serie ist das Spiel aber eher weniger geeignet und für denjenigen auch ein bisschen zu spät. Die Vorgänger muss man dazu definitiv gespielt haben, um den Sinn im Kampf zwischen den Assassinen und Templern zu verstehen, wer die ganzen Personen darin sind und welches Ziel diese verfolgen. Der Schauplatz Konstantinopel ist möglicherweise nicht als der spannendste ausgewählt worden, führt euch aber dennoch an interessante Passagen. Leider mangelt es im Gesamten an genug Highlights, wie man sie noch in Brotherhood geboten bekommen hat und die Spielzeit fällt diesmal auch deutlich kürzer aus. Assassins Creed Revelation bietet dennoch genug Inhalt, wie Nebenmissionen, die Desmond-Sequenzen oder den Aufbau der Stadt, die man nach der eigentlichen Story in Ruhe absolvieren kann. Die ultimative Belohnung und der definitive Grund für Assassins Creed Fans das Spiel zu spielen ist aber die Aufklärung der Geschichte um Ezio, Altair und Desmond. Zusätzlichen winken auch bei Revelations diverse UPlay Belohnungen in Form von In-Game Contents, sowie liegt der PS3-Version das original Assassins Creed Spiel bei."
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