TEST: Atelier Firis – The Alchemist and the Mysterious Journey – Der Weg vom Laie zur professionellen Alchemistin

User Rating: 7.7

Die Atelier-Reihe ist schon seit vielen Jahren weltweit beliebt. Der erste Titel erschien 1997 und Gust veröffentlichte nun mit „Atelier Firis: The Alchemist of the Mysterious Journey“ den neusten Ableger der Reihe. Wer bereits ein paar Vorgänger gespielt hat, kann genau sehen, welche Verwandlung die Spiele von Titel zu Titel durchlebt haben, ohne die Basis des Gameplays großartig zu verändern, sondern vielmehr stetig zu verbessern.

Wie alles begann

Die Hauptcharakterin des Games ist diesmal Firis Mistlud, welche in der Stadt unter dem Berge Ertona lebt. Die Stadt ist von der Außenwelt abgeschieden und nur wenige der Bewohner haben die Erlaubnis die Stadt verlassen zu dürfen. Dazu gehört auch Firis ältere Schwester Liane Mistlud. Die Stadt baut im Berg verschiedene Metalle, Erze und Materialen ab, wobei Firis ihnen eine große Hilfe ist. Sie besitzt die Fähigkeit diese „Ore“ zu hören und findet so ohne Probleme bereits freigelegte Stellen, wo sie die Materialien einsammeln kann. Allerdings sehnt sich Firis nach der Außenwelt, jedoch besitzt auch sie nicht die Erlaubnis die Stadt einfach so zu verlassen.

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Wie das Schicksal allerdings sein Spiel so spielt, betreten Sophie und Platcha, die Protagonisten aus dem Vorgänger „Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book“, die Stadt. Sophie erkennt, dass auch Firis ein besonderes Talent für die Alchemie besitzt und somit mit ihrer Ausbildung beginnt. Firis hingegen sieht darin ihre Chance nun in der Außenwelt überleben zu können und bittet ihre Eltern darum es ihr zu erlauben, was zunächst in einem großen Streit endet. Glück für Firis, spricht Liane mit dem Oberhaupt der Stadt, der es ihr erlaubt sie unter einigen Bedingungen gehen zu lassen. Firis muss zuerst beweisen, dass ihre alchemistischen Künste dazu ausreichen und erteilt ihr dazu einige Aufgaben, die sie binnen eines Monats bewältigen muss. Nur so erhält sie ein zeitlich begrenztes Ticket, um die Stadt verlassen zu dürfen.

Firis möchte allerdings solange wie möglich draußen umherwandern können. Daher beschließt das Oberhaupt, sollte Firis die Prüfung zur professionellen Alchemistin bestehen, dann darf sie kommen und gehen wann sie möchte. Firis willigt natürlich ein und beginnt ihre Reise zusammen mit ihrer Schwester. Hier trennen sich auch wieder die Wege von Firis und Sophie.

Um an der Prüfung teilnehmen zu können, benötigt Firis vorerst ein paar Empfehlungsschreiben von Alchemisten, die die Prüfung bereits erfolgreich bestanden haben. Dazu muss Firis von Stadt zu Stadt reisen und dort mit den Alchemisten sprechen. Natürlich geben diese ihr das Empfehlungsschreiben nicht einfach so. Firis muss zuerst ihre Fähigkeiten vor ihnen unter Beweis stellen und einige Aufgaben für die Alchemistin erledigen. Dann erhält sie das Schreiben und kann ihre Reise fortsetzen. Um alle Scheine zu sammeln und sich für die Prüfung zu qualifizieren, hat Firis genau ein Jahr zeit. Während ihres Abenteuers trifft sie viele neue Freunde, die sie begleiten und bei ihrem Ziel unterstützten. Diese werden später auch im Kampf nützlich sein, denn das Team von Firis kann aus bis zu vier Mitstreitern bestehen.

Keine Alchemie ohne Rezepte und Materialien

Das Gameplay der Atelier-Spiele hat sich in all den Jahren nur sehr wenig verändert. Grundlegend benötigen Alchemisten zu Herstellung von Objekten die dazugehörigen Rezepte und Materialien. Diese können in der Natur gefunden werden oder sie werden von Monstern nach kämpfen fallen gelassen. Wenn Firis Materialien sammelt oder Quests erledigt, kommen ihr immer wieder neue Rezeptideen. Doch nicht alle davon können direkt ausprobiert werden. Sie benötigt für einige Rezepte ein bestimmtes Alchemielevel, um sie anfertigen zu können. Um das Level zu erhöhen, muss man also einige Synthesen durchlaufen und erhält dadurch einige Erfahrungspunkte. Die Objekte, die Firis herstellt, gehörigen zudem unterschiedlichen Kategorien an. Einige können im Kampf verwendet werden, andere braucht man für weitere Synthesen und wiederum andere benötigt man, um bei den Abenteuern weiter zu kommen und andere Orte betreten zu können.

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Doch das Finden neuer Rezepte und bestimmter Materialien ist nicht das einzige Problem. Atelier Firis bedient sich einem Realzeitsystem. Alle Aktionen, die der Spieler durchführt, verbrauchen Zeit – wenige Stunden oder sogar mehrere Tage. Egal ob es Kämpfen, Sammeln, Synthese oder Schlafen ist. Doch Kämpfen und Sammeln verbraucht nicht nur Zeit, sondern auch LPs. Firis besitzt 100 LPs, die sich durch Sammeln und Kämpfen verringern. Je geringer die LP, umso weniger Materialien findet sie. Niedrige LPs haben aber auch einige andere negative Auswirkungen auf sie, wenn sie auf der Suche in den Orten ist. Um die LP wieder aufzuladen, bedient man sich entweder der Synthese oder durch Schlafen, was Firis mitunter in ihrem Atelier-Zelt tun kann, das sie bei sich trägt und an jeder Feuerstelle aufschlagen kann.

Um dem Spieler das Reisen zu erleichtern, kann er über die Map zu bereits entdeckten Orten reisen. Das verbraucht allerdings ebenfalls wieder etwas Zeit. Firis wird von den Tageszeiten jedoch nicht sonderlich beeinflusst, da ihre Ausdauer von den LP abhängt. Doch einige Monster und Materialien erscheinen nur zu bestimmten Tageszeiten, sodass man dies also im Auge behalten sollte.

In Atelier Firis ist festgelegt, wer wann angreifen darf. An der rechten Seite des Bildschirms wird die Reihenfolge angezeigt, wer als Nächstes dran ist. Charaktere mit höherer „Geschwindigkeit“ können damit allerdings auch andere Charaktere mal schnell umrunden. Besteht eine Partie aus vier Charakteren, wird es mit den Kämpfen leichter. Denn mit jedem Schaden füllt sich die „Bust“ Anzeige, die sich links auf dem Bildschirm befindet. Ist diese voll, kann unter Firis Teammitgliedern eine Kettenreaktion ausgelöst werden. Der Spieler legt die Aktion jedes Charakters fest und diese führen sie hintereinander aus. Der Bust verstärkt den Effekt jeder Aktion zu einem bestimmten Grad. Doch egal ob Bust oder nicht, Spezialangriffe können nur mit genug MP ausgeführt werden. Doch Dank Firis Synthese, sollte man genug Heilobjekte dabei haben, um HP und MP wieder aufzuladen, und falls nicht, können auch Bomben und andere Kampfobjekte geworfen werden, die ebenfalls Schaden anrichten. Sollten die HP von allen Charakteren auf 0 sinken, kehrt Firis mit ihrem Kameraden automatisch zum nächsten Rastplatz zurück. Um HP und MP wieder aufzuladen, muss Firis sich wie bei den LP wieder für einige Stunden schlafen legen.

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Viele spannende Orte erwarten Firis auf ihrer Reise

Wie der Titel bereits verrät, ist es Firis Hauptaufgabe durch die Welt zu reisen und dabei ab und zu eine Stadt zu betreten. Wie von JRPG gewöhnt, präsentiert sich die Grafik am typischen Stil des Genres und der Atelier-Serie. Wer also im JRPG und Anime Franchise zu Hause ist, wird sich darin sofort wohl fühlen. Was der Umwelt an Design dadurch bedingt aber manchmal fehlt, macht das Charakterdesign wieder weg. Denn die Charaktere sind auch diesmal wieder mit viel Liebe und Detail erstellt worden. Firis hat zudem die Möglichkeit, mehrere verschiedene Outfits tragen zu können und eins ist dabei schöner als das andere. Vor allem die Augenpartien sind dieses Mal ein echter Hingucker!

Der Soundtrack im Spiel hebt sich ebenfalls wenig von anderen Titeln ab. Was man als Spieler der Reihe Gust aber neidlos lassen muss ist, dass die Musik der Atelier-Reihe zwar untereinander schon unterschiedlich ist, allerdings immer den gleichen Grundklang besitzt und daher einen echten Widererkennungswert hat. Mittlerweile kann der Spieler sogar festlegen, welche Musik wann gespielt wird. In „Atelier Firis: The Alchemist of the Mysterious Journey“ kann eingestellt werden welche Tracks im Kampf gespielt werden, welche im Atelier, welche bei den Reisen und so weiter. Zu Beginn des Spiels wird auch das Soundtrack-Set von Atelier Sophie freigeschaltet. Wer die Musik von Atelier Firis also nicht mag, kann auch auf den Soundtrack des Vorgängers zurückgreifen. Des Weiteren kann der Spieler auch diesmal in den Einstellungen auswählen, ob er lieber die englischen Stimmen oder die japanische Synchronisation im Spiel bevorzugt.


Entwickler: Gust // Publisher: Koei Tecmo // Release: erhältlich // Offizielle Seite: http://www.ateliergames.eu/firis/


 

Summary
„Atelier Firis: The Alchemist and the Mysterious Journey ist für jeden Fan der Reihe ein Must-Have. Doch auch für Neueinsteiger ist das Game geeignet. Obwohl das Spiel nach den Ereignissen von Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book spielt, muss man den Vorgänger nicht unbedingt gespielt haben. Allerdings solltet ihr der englischen Sprache mächtig sein, denn das komplette Game ist auch diesmal wieder auf Englisch. Atelier Firis besitzt ein schönes Charakterdesign, eine nette Story, sowie sorgt die riesige Map für viele Stunden an Unterhaltung. Was jedoch diesmal, und auch schon im Vorgänger, etwas nervig ist, ist der Verlauf der Zeit im Spiel. Wer ordentlich farmt hat in nur fünf Minuten einen kompletten Tag vergeudet. Und da es bis zur Prüfung ja „nur“ 365 Tage sind, muss man das Ganze also gut im Auge behalten, sonst kommt man mit dem Reisen und der Story nicht mehr hinterher. Im Gesamten präsentiert sich Atelier Firis: The Alchemist and the Mysterious Journey erneut als grundsolides JRPG, das auf den bewährten Stärken, aber auch teils den Schwächen der Serie aufbaut.“
7.7
Good

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2 Comments

  1. Ist bei euch beim testen auch ein Grafikfehler passiert, so dass der Schatten ultra komisch dargestellt wurde?

    • Hey, entschuldige für die späte Antwort.
      Probleme mit Grafikfehlern hatte ich eigentlich nicht.

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